Gartner blickt in die Kristallkugel: 8 IT-Trends bis 2015 Detail - Computerwelt

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12.12.2010 Thomas Pelkmann*

Gartner blickt in die Kristallkugel: 8 IT-Trends bis 2015

Gehälter von CIOs werden sich bald danach richten, wie viel Umsatz sie mit IT generiert haben. Außerdem: Ein Online-Angriff auf einen G-20-Staat steht bevor.

Die Kosten sind unter Druck, die Wachstumschancen begrenzt und die Risikobereitschaft gering, kommentiert Darryl Plummer, Analyst bei Gartner, kurz und bündig die Aussichten. Die IT werde sich daher einer verstärkten Beobachtung durch interne und externe Stakeholder ausgesetzt sehen, so Plummer. Denn schließlich erwarte man auch im kommenden Halbjahrzehnt einen stärkeren Beitrag der IT zum Unternehmensgewinn.

Im Einzelnen erwartet Gartner die folgenden Ereignisse und Entwicklungen:

Bis 2015 wird es durch Online-Sabotage einen ernst zu nehmenden Angriff auf die IT-Infrastruktur einer G20-Nation geben. Dabei werde sich ein Angriff auf Systeme konzentrieren, bei denen er den größtmöglichen Schaden verspräche: auf Finanzwesen oder Börsenmärkte, auf große Fabrikationsanlagen - zum Beispiel auf die Kontrollsystem der Chemie-, Nuklear- oder Energie-Unternehmen - oder auf mobile Kommunikationssysteme.

Die Auswirkungen eines solchen Angriffs seien vergleichbar mit den Anschlägen des 11. September 2001 in den USA, so Gartner: Die Folgen seien bis heute zu spüren. Zu den direkten Effekten könnten gar Regierungskrisen und -wechsel in dem betroffenen Land gehören.

Bis 2015 wird ein Großteil der jährlichen Gehaltszahlungen von CIOs in Global-2000-Unternehmen direkt an den Umsätzen hängen, die durch die IT generiert werden. Die IT steht in der Pflicht: Sie muss daran mitarbeiten, Innovationen in die Unternehmen zu bringen. Sie muss die IT-Infrastruktur weiterentwickeln. Sie muss die neuen Möglichkeiten durch soziale Netzwerke und die zunehmende Mobilität der Mitarbeiter im Auge behalten, um positive Effekte für das Unternehmen erkennen zu können.

Die Erwartungen der Vorstandsetagen, aus solchen IT-Aktivitäten direkt Umsätze generieren zu können, werden dazu führen, dass bis 2015 die meisten CIOs in Global-2000-Unternehmen danach gemessen und bezahlt werden.

Bis 2015 werden in informationsintensiven Unternehmen die IT-Ausgaben pro Mitarbeiter um 60 Prozent steigen. Wer die jüngste Krise erfolgreich gemeistert hat, hat konsolidiert, abgespeckt und ausgelagert. In den kommenden Jahren werden viele Unternehmen aber wieder auf Wachstum setzen, schätzt Gartner. Die Optimierungen der vergangenen Jahre, die gewachsene Transparenz in den IT-Ausgaben und der Zugewinn an Produktivität werden zu einem Anwachsen der IT-Ausgaben um 60 Prozent pro Mitarbeiterkopf führen.

Bis 2015 werden Automatisierungen 25 Prozent der Arbeitsstunden im IT-Service einsparen. Statt Handwerk wird es in den kommenden Jahren eine Automatisierungswelle und zunehmende Self-Services in der Unternehmens-IT geben, meint Gartner. Die Kosten für die Delivery werden entsprechend sinken. Der Megatrend Cloud Computing werde diese Tendenz noch verstärken.

Bis 2015 wird jedes fünfte der globalen 500 Non-IT-Unternehmen Dienste in der Cloud anbieten. IT-Investitionsentscheidungen werden zunehmend außerhalb der IT-Abteilungen getroffen. Der Trend von Non-IT-Unternehmen, in der Cloud auch als Service-Provider aufzutreten, verstärke das noch, so Gartner. Für die CIOs sein das aber auch eine Gelegenheit, ihren Wertbeitrag neu zu definieren: Sie stellen die Cloud-Infrastruktur für diese Unternehmensaktivitäten zur Verfügung und präsentierten sich damit als "Business-Enabler".

Bis 2014 werden 90 Prozent der Unternehmen Firmenanwendungen auch auf privaten Endgeräten supporten. Der Trend lässt sich nicht aufhalten: In vier Jahren, schätzt Gartner, werden Firmenanwendungen auf Smartphones, Notebooks oder Tablet-PCs selbstverständlich sein. Das gelte auch für privat angeschaffte oder genutzte Endgeräte. Der Treiber dieser Entwicklung, da legt sich Gartner fest, werden die Mitarbeiter sein, die ihre privaten Geräte auch geschäftlich nutzen möchten. Diese "Konsumerisierung" werde zu der nächsten Stufe in der Evolution der Unternehmens-IT führen: weg von Infrastrukturen und Applikationen, hin zu Information und Interaktion. Bei Gartner ist dann der Weg frei in eine Ära der "Post-Kosumerisierung".

Bis 2013 werden 80 Prozent der Unternehmen den Einsatz von Tablet-PCs unterstützen. Das iPad von Apple ist das erste Gerät einer ganzen Welle von Media Tablets. Es unterstützt weniger die Produktion von Inhalten, als ihren Konsum und die Kommunikation. Die Tablets sind zudem schwächer ausgerüstet als traditionelle PCs und Notebooks. Dennoch wird es einen Support-Bedarf in den Unternehmen geben. Der konkrete Aufwand richtet sich nach den Nutzungsszenarien in den Abteilungen, meint Gartner. Grundsätzlich sei es aber nötig, mindestens eine begrenzte Einbindung der Geräte ins Firmennetzwerk mit Zugang zu E-Mail und Kalendern zu unterstützen.

Bis 2015 werden zehn Prozent unserer "Online-Freunde" keine Menschen mehr sein. Die Unternehmen haben die sozialen Netzwerke entdeckt, um ihre Produkte vermarkten und mit ihren Kunden in einen regelmäßigen Dialog treten zu können. Das Absenden von Informationen und Antworten werde sich über "social bots" weitgehend automatisieren lassen, schätzt Gartner, weil das am Ende billiger sei. Solche Automaten seien dann fähig, mit anderen Community-Mitgliedern in unterschiedlichen Graden individuell zu kommunizieren und zu interagieren. Schöne neue Welt.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen CIO.

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