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02.01.2011 Tanja Wolff*

4 Trends bei Firmensoftware: ERP wird mobil

Mobile ERP-Anwendungen werden so wichtig wie stationäre. Das zeichnet sich laut einer Umfrage von Avanade ab. Weiterer Trend: Standards statt Best-of-Breed.

In den kommenden zwölf Monaten wollen viele Unternehmen in bestehende oder neue ERP-Systeme investieren. Damit sollen vor allem Daten effektiver verwaltet werden. Das ist das Ergebnis einer Studie des Lösungsanbieters Avanade. Dafür wurden mehr als 500 IT-Entscheider und Geschäftsführer in Deutschland und 16 weiteren Ländern befragt.

Laut der Untersuchung ist die Umstellung oder Einführung eines ERP-Systems häufig mit Herausforderungen verbunden. Unternehmen müssen Globalisierung, Entwicklung des Geschäftsmodells, Fusionen, Übernahmen sowie neue Technologien und Trends beachten. Die kommenden Monate werden vor allem von vier Entwicklungen geprägt sein. Welche Aspekte bei der Implementierung oder Modifikation eines ERP-Systems beachtet werden sollten, erfahren Sie hier:

1. Mobile Anwendungen etablieren sich Um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, müssen Firmen global agieren können. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass unabhängig von Zeitzonen und Standorten auf geschäfts- und zeitkritische Prozesse des ERP-Systems zugegriffen werden kann. Bisher war der Zugriff auf das jeweilige ERP-System in der Regel nur von stationären Zugängen möglich.

Mit der immer größeren Verbreitung von Smartphones hat sich ein zweiter wichtiger Kanal entwickelt, so die Studie. Mit Hilfe mobiler ERP-Anwendungen können Unternehmen ihre betrieblichen Prozesse effizienter gestalten. Die Ausführungs- und Verbreitungsgeschwindigkeit erhöht sich, weil Entscheider jederzeit auf das System zugreifen können. Das wiederum macht es möglich, dass Unternehmen agiler auf Veränderungen reagieren. Zwar werden mobile ERP-Anwendungen stationäre Systeme nicht ersetzen, sich allerdings voraussichtlich als gleichwertiges Werkzeug etablieren. Unternehmen sollten also jetzt schon darauf achten, dass Anbieter zusätzlich mobile Lösungen anbieten oder daran arbeiten.

2. Standards gewünscht Der Untersuchung zufolge sind ERP-Systeme heute weitgehend ausgereift. In der Zukunft werden Anbieter nur noch kleine Anpassungen vornehmen. Das bedeutet, dass sich ERP-Systeme in den nächsten Jahren nicht sehr verändern.

Bisher führte der Best-of-Breed Ansatz dazu, den vermeintlich am besten geeigneten Software-Anbieter für einen Unternehmensbereich auszuwählen. Gerade bei größeren Mittelständlern und Großunternehmen sind so eine Vielzahl von Systemen mit unterschiedlichen Anforderungen und Ausprägungen entstanden. So wurden beispielsweise Produktionssteuerungssysteme mit Logistiksystemen anderer Hersteller verbunden und Finanz-Managementsysteme über weitere Schnittstellen integriert. Es entstanden hohe Kosten für Wartung und Systemintegration sowie Schnittstellenprobleme.

Heute ist die Situation anders. Firmen legen Wert auf Standardisierung und Vereinfachung, um bei Veränderungen im Unternehmen ihr ERP-System leichter anpassen zu können. Darüber hinaus wollen viele sparen. Grundvoraussetzung hierfür sind Standardschnittstellen. Sie ermöglichen es, heterogene Systeme leichter zu konsolidieren oder Anwendungen wie Business Intelligence und ERP leichter zu verknüpfen. Aus diesem Grund sollten Unternehmen darauf achten, dass ihre bestehenden oder geplanten Anwendungen und Systeme über solche Standardschnittstellen verfügen.

3. Hub-and-Spoke-Ansatz Die Erfahrung zeigt, dass große Unternehmen meist ein umfangreiches ERP-System implementiert haben. Doch dieses ist für kleinere Zweigstellen und Standorte häufig zu komplex und umfangreich.

Hier empfiehlt sich der so genannte Hub-und Spoke-Ansatz. Im Hub (Nabe), der Hauptniederlassung, wird ein komplexeres Backbone-System wie etwa SAP implementiert. In den Spokes (Speichen), den kleineren Niederlassungen, wird das umfangreiche System um weniger komplexe Lösungen wie etwa Microsoft Dynamics AX ergänzt. Dieses Vorgehen kann gerade bei Unternehmensfusionen oder Zukäufen eine effiziente Lösung sein, wenn das zu integrierende Unternehmen bereits ein eigenes ERP-System hat.

Der Untersuchung zufolge gibt es auch einen weiteren Vorteil. Mit dem Hub-and-Spoke-Ansatz bekommt jeder Anwender die Informationen und Funktionen, die er für seine Aufgabe braucht. Dadurch akzeptieren Mitarbeiter die ERP-Software eher. Der Grund: Die Software kann ohne großen Schulungsaufwand intuitiv bedient werden, und die Mitarbeiter können von Anfang an produktiv mit ihr arbeiten.

4. Cloud Computing/ Software as a Service (SaaS) wird zur Königsdisziplin Das Hosting von Systemen durch externe Dienstleister im ERP-Bereich setzt sich in Deutschland nur zögerlich durch. Die hiesigen Unternehmen haben große Sicherheitsbedenken und Ängste hinsichtlich der Hochverfügbarkeit. Um diese Vorbehalte aus dem Weg zu räumen, sollten Unternehmen genau analysieren, ob der Betrieb bei möglichen kurzfristigen Systemausfällen komplett zum Stillstand kommt. Kann man dennoch weiterarbeiten, ist Cloud Computing oder SaaS eine sinnvolle Alternative.

Die Studie zeigt, dass sich bisher nur 16 Prozent der deutschen Unternehmen ausschließlich auf Systeme aus der Wolke verlassen. 48 Prozent setzen auf intern gehostete Systeme. Doch besonders Firmen, die im Dienstleistungsbereich tätig sind, können jetzt bereits die Cloud nutzen, weil ihr ERP-System meist weniger geschäftskritische Prozesse steuert. Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe oder aus dem Pharmabereich müssen eine Verlagerung in die Wolke sehr sorgfältig prüfen. Der Grund dafür ist, dass sie oft validierte Systeme nutzen, die von Behörden geprüft und abgenommen werden müssen.

Der Untersuchung zufolge wird sich die Situation auf dem ERP-Markt bald ändern. Haben sich Anbieter erst etabliert, werden sich, von Ausnahmen abgesehen, ERP-Systeme in die Cloud verlagern. In Zeiten der sinkenden IT-Budgets wollen und werden Anwender in Zukunft nur noch für die Funktionen bezahlen, die sie auch nutzen und abrufen.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen CIO.

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