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Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


19.01.2011 Eric Knorr*

So ändert sich die IT- Welt im Jahr 2011

In diesem Jahr wird die Vorherrschaft der Desktop-PCs zu Ende gehen, da unzählige neue Geräte-Typen erscheinen und reißenden Absatz finden werden.

Verschwindet irgendwann die marktbeherrschende Stellung von Windows im Desktop-Bereich? Derzeit macht Microsoft zwar immer noch Gewinn, aber dies liegt vor allem an den guten Verkaufszahlen von Windows 7. Aber wie geht es nach Windows 7 weiter? Und welche brauchbaren Alternativen gibt es zu Windows?

Dieses Jahr werden wir die Antwort erhalten, weil sich das Bild vom Computer wandelt. Im Allgemeinen gehen die Entwickler und sogar Microsoft davon aus, dass Ihr Gerät nur noch als Zugriffspunkt zu Ihren Daten, Vorlieben und Applikationen dienen wird. Das Gerät an sich, ob nun Computer, Notebook, Smartphone oder Tablet, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, viel wichtiger ist, dass Sie auf Ihre Daten zugreifen können. Deswegen wird das Zuhause Ihrer Daten nicht mehr die lokale Festplatte sein, sondern ein Bereich auf einem Server in der Cloud oder in Ihrem eigenen Daten-Zentrum.

All dies bedeutet nicht, dass Ihr altes Notebook oder Desktop Rechner verschwinden werden. Großrechner und Minirechner sind ja auch noch nicht verschwunden, jedoch zu einem Nischenprodukt geworden. Aber selbst in den Anfängen der Computer-Ära gab es nicht so viele neue Betriebssysteme wie derzeit. In letzter Zeit sind nicht weniger als vier neue Betriebssysteme entwickelt worden: Android, Chrome OS, iOS und Ubuntu Linux. All diese Systeme haben eine Nische gefunden, in welcher diese sich konkurrenzfähig aufstellen können. Wenn dies nicht einen Wendepunkt in der Computergeschichte darstellt?

Wie sieht die unmittelbare Zukunft für PCs aus? In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Ausblick.

MICROSOFTS HYBRID-CLOUD Mit der Vorstellung von Office 365 und Steve Ballmers Prognose, dass die Entwicklung immer weiter in Richtung Cloud gehen wird, hat uns Microsoft in seinen Zukunftsplan eingeweiht. Es soll immer mehr Dienstleistungen in der Cloud geben, die von Microsoft geleitet werden. Mit Office 365 bleibt Office zwar noch auf dem eigenen Computer, aber Exchange, SharePoint, und Lync wandern in Microsofts riesige, neue Datenzentren, welche die Cloud-Dienste liefern sollen. Sie bezahlen pro Benutzer-Abonnement eine Gebühr, die die Kosten für den Mix aus Desktop und Cloud abdeckt.

Bisher zeichnet es sich noch nicht ab, wohin dieser Mix führt. Es spricht nichts gegen reine Windows-Rechner, für diejenigen, die das benötigen. Aber es kommen immer mehr Unternehmen zu der Erkenntnis, dass Windows und Office zusammen mit einigen Sicherheitsprogrammen, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sich finanziell nicht rechnen. Office 365 wird auch ohne Desktop-Version von Office funktionsfähig sein. Somit können einfache Aufgaben direkt über Office Web App bewältigt werden, aber den monatlichen Preis für Office 365 sollte man nicht vergessen. Derzeit ist die Unterstützung von Office 365 für mobile Geräte eher schwach, und selbst Microsofts Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 7 eignet sich nicht gut für geschäftliche Zwecke. Wenn Office 365 dieses Jahr aus der Betaphase herauskommt, so kann besser über die Stärken und Schwächen geurteilt werden.

GOOGLES ALLES UMFASSENDE CLOUD Googles Betriebssystem Chrome OS wurde letztes Jahr als Beta-Version erhältlich, jedoch war die Resonanz der Fachpresse eher zurückhaltend. Denn alles in allem ist es nicht mehr als ein Browser, oder um es genauer zu sagen, der Chrome Browser, der als Hülle für einen Linux-Kernel dient, um darauf kostengünstige Web-Applikationen laufen zu lassen. Für Büroanwendungen nutzen Sie einfach das Browser-basierte Google Docs, Zoho oder eine der anderen Alternativen. Sie begeben sich mit Chrome OS vollständig in die Cloud. Das ist einerseits ein toller Schritt: Wenn Ihr Rechner den Geist aufgibt, so sind Ihre Daten immer noch sicher in der Cloud. Sie können von einem neuen Computer, mit Ihren Zugangsdaten, auf all Ihre Daten und Programme zurückgreifen ohne kostspielige Datenrettungssoftware nutzen zu müssen. Nur was tun Sie, falls Sie mal keinen Internetzugang haben? In dem Falle wäre Chrome OS so gut wie unbrauchbar und Sie könnten nicht auf Ihre Daten zugreifen, obwohl ihr Rechner noch funktioniert. Deswegen ist Chrome OS ohne jegliche Offline-Möglichkeit nicht praktikabel.

Laut Google soll diese Funktion jedoch demnächst nachgeliefert werden. Denn nach eigenen Angaben unterstützt Google die HTML 5 Offline-Funktionen AppCache und lokales Speichern. Dies funktioniert dann auf einer Web-App-zu-Web-App-Basis. Derzeit ist es beispielsweise möglich die New York Times App aus dem Chrome Web Store offline zu lesen. Google verspricht die Offline-Funktion von Google Docs Anfang dieses Jahres wieder einzuführen. Wiedereinführung deswegen, weil die Offline-Funktion erst letztes Jahr gestrichen wurde. Zukünftig soll es möglich sein, nicht nur offline auf gespeicherte Daten zuzugreifen, sondern auch ohne Internetzugriff gespeicherte Applikationen zu starten.

Es mag wenige Leute geben, die Chrome OS als ihr primäres Betriebssystem auswählen, aber die eigentliche Zielgruppe sind Reisende und Arbeitnehmer, denen es genügt, webbasierte Applikationen zu verwenden. Je besser die Auswahl an HTML 5 Applikationen wird, desto besser eignet sich Googles Betriebssystem zum Arbeiten.

SMARTPHONES ALS COMPUTER Niemand käme auf die Idee ein Smartphone zu seinem bevorzugten Computer-Gerät zu machen, oder? Aber dies ist genau das Ziel, das Motorola mit seinem Smartphone Atrix erreichen will. Auf der vor kurzem stattgefundenen CES hat Motorola Atrix, welches mit Googles Android-Betriebssystem ausgestattet ist, vorgestellt. Jedoch kann das Atrix mehr als bisherige Smartphones. Sie können das Gerät über eine spezielle Docking-Station an eine Tastatur und einen Monitor anschließen. Somit ist es nicht nur ein Handy, sondern auch eine Desktop-CPU. Natürlich ist die Auswahl an Büroanwendungen mit den derzeit erhältlichen Android-Apps sehr beschränkt. Die derzeitigen Programme eignen sich nicht gut zum Arbeiten, denn selbst mit einer Tastatur und einem Monitor arten die einfachsten Aufgaben in Frust aus. Es gibt jedoch Hoffnung, dass die Programme auf Grund der Android-basierten Tablets besser werden.

Seit letztem Jahr, als das iPad veröffentlicht wurde hat sich bereits einiges auf dem Tablet-Markt verbessert. Apple hat seine iWork-Programme so weit verbessert, sodass diese nun ein Vorbild für gute mobile Apps sind. Möglicherweise werden in Zukunft manche Leute nur noch auf Tablets arbeiten. Natürlich können Sie nicht alle Aufgaben auf einem Tablet erledigen, aber E-Mails lesen oder verfassen, im Internet recherchieren, und einfache Büroarbeiten sind sehr wohl gut möglich.

Ende dieses Jahres wird es sehr viel mehr Apps für Tablets geben und wir werden sehen, ob Tablets den Notebook-Sektor ersetzen werden.

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