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10.05.2010 Rudolf Felser

Hat Cloud Computing Zukunft?

Experten diskutierten Gefahren und Vorteile von Cloud Computing im diesjährigen IKT-Forum des Studiengangs Informationstechnik & System-Management der FH Salzburg.

Nach Green IT ist Cloud Computing im Moment eines der meistdiskutierten Themen in der IT-Branche. Ist das bedarfsgerechte Mieten von Software, Speicherplatz oder Online-Services die Technologie der Zukunft? "Der Ansatz von Cloud Computing wurde schon vor Jahren entwickelt. Die Technologie ist aber erst jetzt dafür ausgereift", sagt Thomas Peruzzi, Geschäftsführer von Aicooma. Peruzzi eröffnete das diesjährige IKT-Forum der FH Salzburg und versuchte die Cloud greifbarer zu machen. Was ist nun Cloud Computing? Cloud Computing sei die ad hoc zur Verfügung gestellte bedarfsgerecht abgerechnete Ressource im Internet. Ein Beispiel: Sie wollen einen Brief schreiben. Heute kaufen sie sich eine Lizenz des Programms und zahlen einmal dafür, egal wie oft sie die Software brauchen. In Zukunft werden sie nur nach Bedarf zahlen. Das heißt, sie schreiben einen Brief, sie zahlen auch nur einen. In der Cloud könne man entweder Software, Speicherplatz oder Online-Services für den gezielten Bedarf mieten.

DIE CLOUD VERÄNDERT DIE IT Peruzzi verglich das Wachstum der IT mit einer Städteentwicklung. Wie bei Städten sei der IT-Fortschritt nur durch bewusste Öffnung von Mauern möglich. Wenn alle Barrieren beseitigt werden, sei man bei der Cloud Technology angekommen. Mit der Cloud könne man Kosten reduzieren, neue Kunden gewinnen, Ressourcen besser nutzen und es eröffnet verschiedenste Möglichkeiten, von denen man noch nichts weiß.

Auch Microsoft hat diesen Trend erkannt. "Mit unserer Windows AZURE Service-Plattform geben wir die Antwort auf diese Entwicklung", präsentiert Andreas Schabus, Academic Relations Manager bei Microsoft Österreich. Die Plattform biete Rechenleistung, Datendatenbanken und Speicherplatz. Auch sei das Microsoft Produkt für das Anbieten von Services, wie zum Beispiel das Betreiben eines Online-Shops, geeignet.

GEFAHREN UND RISIKEN "Was ist mit Datenschutz, Sicherheit oder Monopolisierung?", kontert Mike Liebsch vom Chaos Computer Club in Köln. Der Umgang mit Daten sei heutzutage schon sehr leichtfertig, in der Cloud würde dies noch verstärkt. Sie öffnet zum Beispiel die Türen für Industriespionage. Auch jedes Land hat verschiedene Datenschutzbestimmungen. "Nicht mal in der EU herrschen gleiche Richtlinien", hält Liebsch fest. So könne in einem Land A Daten rechtlich anderweitig verwendet werden, als im Land B. Zum Stichwort Monopolisierung: die großen Anbieter - derzeit aus den USA kommend - würden im Falle der Cloud-Technologie alles kontrollieren. Sämtliche Daten würden ihnen zur Verfügung stehen und sie könnten damit Macht ausüben. Auch Veränderungen in den Systemen würden zu unerwarteten Problemen bei den Anwendern führen, wie zum Beispiel ein nicht mehr funktionierendes Online-Service.

DAS POTENZIAL Saugatuck Technology hat 800 Unternehmen zum Thema Cloud Computing befragt. Frank P. Sempert, Senior Program Executive Europe präsentierte seine Ergebnisse vor den 140 Teilnehmenden des IKT-Forums. "Die entscheidenden Cloud-Anwender kommen aus dem Mittelstand, vor allem in den BRIC-Ländern", prophezeit Sempert (Anm.: BRIC – Brasilien, Russland, Indien, China). Auch 40 Prozent des gesamten Workflows würden im Jahr 2014 in der Cloud erfolgen.

Sempert ist überzeugt, dass Cloud Computing die 5. Generation der IT Business-Plattform ist. Thomas Kurz und Raimund Eder, Forscher am Studiengang Informationstechnik & System-Management gehen in ihrem von der EU geförderten Projekt OPAALS noch einen Schritt weiter. "Wir vermuten, dass die Cloud von der Community und nicht von den großen Anbietern verwaltet werden wird", sagt Kurz. In der Community können die Gefahren wie Datenschutz, Sicherheit und Monopolisierung gemeinsam behandelt werden. Die EU hat die Bedeutung ebenfalls erkannt und wird in den nächsten Jahren dieses Thema mit 130 Millionen Euro fördern. Ob im Endeffekt Cloud Computing wirklich die Zukunft der IT ist? Das hängt wie immer eher von den Usern ab, und weniger von den Experten. (pi/rnf)

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