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04.03.2009 Rudolf Felser

Middleware für sicheres Cloud-Computing

Der von der Projektgruppe Interoperabilität der Open Source Business Foundation entwickelte Internet Service Bus bringt SOA in die Cloud.

Die Projektgruppe Interoperabilität der Open Source Business Foundation, des europäischen Netzwerks der Open Source-Branche, hat auf der Cebit eine von mehreren Mitgliedern gemeinsam entwickelte Plattform für sicheres Cloud-Computing vorgestellt. Der Internet Service Bus (ISB) soll demonstrieren, wie verschiedene Online-Applikationen in Form von Services über eine integrierte Webanwendung zugänglich gemacht werden können. Der Projektgruppe ist es mit dem ISB erstmals gelungen, das Konzept der Service-orientierten Architektur (SOA) als Basis für Cloud-Computing zu nutzen. Gleichzeitig schlägt die Plattform die Brücke zwischen der Java- und der .NET-Welt. Die in der Projektgruppe gemeinsam entwickelte Middleware setzt Standards, nicht zuletzt in Sachen Sicherheit: Der neue Identity Network Service (INS) erlaubt beispielsweise eine sichere Online-Authentisierung und Autorisierung per Single-Sign-on.

Die Mitglieder des OSBF-Entwicklungskonsortiums – 1&1, Corisecio, Microsoft, OpenXchange und Sopera – zeigen auf der Cebit eine Live-Demo ihres Internet Service Bus. Dieser ermöglicht es den Anwendern, über eine Webapplikation Patienteninformationen aus verschiedenen Quellen zu verwalten und berechtigten Nutzern gezielt Zugriff auf personenbezogene Daten zu gewähren. Die Applikationen OpenXchange, Microsoft Exchange und Microsoft Virtual Earth sind dazu via Internet Service Bus zu einer einzigen webbasierenden Anwendung integriert. "Derzeit gibt es nichts Vergleichbares", sagt Andreas Hartl, Leiter der OSBF-Projektgruppe Interoperabilität und Direktor Plattform Strategie von Microsoft Deutschland. "Für Kunden war ein Single-Sign-on zur Nutzung von Services unterschiedlicher Serviceanbieter in der Cloud bisher nicht möglich. Durch den massiv skalierbaren ISB mit dem INS Service Layer hat unsere Projektgruppe dies verwirklicht."

Basis des ISB ist die quelloffene SOA-Plattform Sopera ASF. Diese bindet sowohl Java- als auch .NET-Applikationen als Servicegeber ein. Sopera-Geschäftsführer Ricco Deutscher verdeutlicht: "Java und .NET sind heute die vorherrschenden Plattformen für Enterprise-Applikationen – und werden es auch für Cloud-Computing sein. Für die native Integration dieser beiden Welten ist der ISB der Schlüssel." Die verteilte Struktur des ISB stellt dabei eine gute Skalierbarkeit sicher – wichtig insbesondere für anspruchsvolle Cloud-Szenarien. Monitoring-Funktionen erleichtern den Einsatz im professionellen Hosting-Umfeld. Aufgrund seiner Plug-In-Struktur lässt sich der ISB der OSBF zufolge flexibel anpassen. Durch vorhandene Tool-Unterstützung und die Nutzung etablierter Standards werde die Anwendungsentwicklung für die Cloud durch den ISB deutlich vereinfacht.

Zudem ist es dem OSBF-Entwicklungskonsortium bei seinem Projekt eigenen Angaben nach gelungen, erstmals eine Lösung für das "große Cloud-Computing-Thema Sicherheit" zu finden: Im Rahmen eines Projekts unter Leitung von Corisecio wurde der Identity Network Service (INS) entwickelt, der die sichere Online-Authentifizierung und Autorisierung der Nutzer gestattet. Die INS-Lösung gewährt Anwendern durch Single-Sign-on den zentralen Zugriff auf alle ISB-Services, zu deren Nutzung sie berechtigt sind.

INS basiert auf den offenen Standards SAML 1.1 sowie 2.0 und unterstützt verschiedene Authentisierungsformate wie Username/Passwort, Microsoft CardSpace oder auch RSA Token. Zur Autorisierung der Nutzer lässt sich INS an Verzeichnisdienste wie LDAP, Active Directory oder Dir X anbinden. INS ermöglicht die Nutzung von Rechten und Rollen der Anwender aus verschiedenen Quellen erstmals in einem standardisierten Format und sorgt so für die im Cloud-Computing unabdingbare Sicherheit. (pi/rnf)

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