Die Sorge um das Geld ist einfach stärker, als die Sorge um die Daten Detail - Computerwelt

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08.04.2009 Oliver Weiss

Die Sorge um das Geld ist einfach stärker, als die Sorge um die Daten

Im Gespräch mit der Computerwelt erläutert Helmut Waitzer, SaaS-Verantwortlicher bei Navax, welche Vorteile Mietsoftware für Anwenderunternehmen hat.

Anfang dieses Jahres hat der Microsoft-Partner Navax begonnen, die Dynamics-Produktpalette auch als Mietlösung (Software as a Service – SaaS) anzubieten. Hosting Partner ist dabei die international tätige SaaS-Plattform SaaSplaza, mit Sitz in Amstelveen in den Niederlanden. Als eines der weltweit neun Microsoft SaaS Incubation Centers bietet SaaSplaza die gesamte Microsoft Software an. Die Netzwerk-Infrastruktur wird von KPN zur Verfügung gestellt. Im Gespräch mit der Computerwelt erläutert Helmut Waitzer, SaaS-Verantwortlicher bei Navax, die Gründe für den Markteinstieg und welche Vorteile sich aus Mietsoftware für Anwenderunternehmen ergeben.

CW: Warum ist Navax Anfang 2009 in den SaaS-Markt eingestiegen? Helmut Waitzer: Weil wir viel Potenzial darin sehen. Gartner und IDC schätzen, dass bis 2012 bereits 30 Prozent aller Business-Software als Mietlösung bezogen werden. Das sind zwar nur Schätzungen von Marktforschern, aber dass einmal 30, 40 Prozent aller Unternehmen ihre Software mieten, das würde ich sofort unterschreiben.

Warum wird dem Thema derzeit soviel Potenzial zugetraut? Das Lustige daran ist, dass SaaS erst interessant geworden ist, als die Wirtschaftskrise losging. Ohne die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Monate, hätten wir nicht begonnen das Thema zu forcieren. Die Verträge mit SaaSplaza gibt es schon ein dreiviertel Jahr, aber wir haben das Angebot auf kleiner Flamme laufen lassen, weil der Markt einfach noch nicht da war.

Warum ist der Markt jetzt da? Bisher gab es einfach keine Argumente dafür, warum ein Unternehmen plötzlich seine Daten außer Haus geben soll, warum sie plötzlich von eigener Software auf gemietete umsteigen. Bisher hat es geheißen: »Ich hab das Geld und ich fühl mich so sicherer.« Heute heißt es: »Ich hab gar kein Geld mehr, ich weiß nicht wie ich das finanzieren soll, aber ich brauche es – also: Miete«. Die Sorge um das Geld ist einfach stärker, als die Sorge, die Kontrolle über die eigenen Daten zu verlieren.

Was sind denn die typischen Vorbehalte der Anwender gegenüber SaaS? An erster Stelle steht eindeutig die Angst davor, die eigenen Daten außer Haus zu geben. Das Absurde daran ist, dass viele dieser Unternehmen sich gar nicht bis schlecht um die Sicherheit ihrer Daten kümmern. Da heißt es dann: »Hopperla, ich hab zwar eine automatische Sicherung eingestellt, aber da ist was schiefgegangen und der letzte Stand meiner Daten ist zwei Monate alt«. So etwas passiert einem Serviceprovider nicht. Der ist über Service Level Agreements verpflichtet, diese Aufgaben zu erledigen und haftet auch dafür. Das heißt: Die Daten sind bei einem SaaS-Dienstleister sicherer denn je.

In Wahrheit ist es für den Anwender eine emotionale Entscheidung: Kann ich damit leben, dass meine Software außer Haus kommt. Aus diesem Grund bieten wir auch Mietlösungen an, bei denen unsere Hardware und Software beim Kunden steht – die Daten sind nicht außer Haus – und trotzdem ist es SaaS.

Welche Vorteile bringt das SaaS-Modell für Anwender? Der größte Vorteil – neben dem geringeren Risiko, da ein Dienstleister, der haftbar gemacht werden kann, sich um die Daten kümmert – ist die unglaubliche Flexibilität, die Mietlösungen mit sich bringen. Bis jetzt haben Firmen immer damit leben müssen, auf Verdacht zu investieren und dann zu hoffen, dass es sich rechnet. Zum Beispiel ein neu gegründetes Unternehmen: Da weiß ich noch nicht, wie sich das Geschäft entwickeln wird, wieviele User ich in einem halben Jahr haben werde, etc. Bei gekaufter Software bleibt mir nichts anderes übrig als zu sagen: »Ich nehme hundert Lizenzen.« Vielleicht brauche ich aber in einem Jahr nur mehr vierzig Arbeitsplätze. Was mache ich dann mit den übrigen sechzig? Mit SaaS miete ich genau so viel, wie ich brauche. Verändern sich meine Anforderungen, miete ich einfach mehr oder weniger.

Was kostet es, zu mieten? Das hängt vom Vertrag ab. Ein Beispiel: Die Kosten für eine Installation von 15 Dynamics-Nav-Arbeitsplätzen setzen sich zusammen aus der Miete für Dynamics Nav, für einen SQL Server und den Servicegebühren für den Provider. In Summe würde hier ein Preis von 1.500 Euro pro Monat anfallen, sprich 100 Euro pro Monat und User.

Zur Person Helmut Waitzer ist seit 2006 bei Navax für Organisation und Technische Infrastruktur zuständig. Von 1996 bis 2003 studierte er an der WU Wien Betriebswirtschaft – seine Diplomarbeit behandelte das Thema »Nutzeffekte durch die Einführung betriebswirtschaftlicher Standardsoftware in österreichischen Unternehmen«. Zwischen 2003 und 2005 war Waitzer als Consultant für Microsoft Dynamics AX und BI Themen tätig, bevor er 2005 als Consultant für Dynamics AX seine Tätigkeit bei Navax aufnahm.

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