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05.08.2009 Thomas Mach

Kombiniertes Softwareglück

SAP fokussiert wieder auf Großkunden. Durch eine Hybrid-Lösung sollen diese On-Demand mit On-Premise verbinden können.

SAP ist unter Druck, auch wenn Unternehmenschef Leo Apotheker optimistisch in die Zukunft blickt. Angesichts der Wirtschaftskrise geht der Umsatz zurück, das klassische Geschäft mit ERP stagniert schon länger. Der Versuch, mit Business byDesign im SaaS-Markt Fuß zu fassen, gelang bislang nicht so recht, und die Konkurrenz zieht seit den vergangenen Monaten auf der Überholspur vorbei. Grund genug, die eigene Strategie zu überdenken. Unter der Leitung des Ex-Oracle-Managers John Wookey will der Konzern nun hybride On-Demand-Lösungen herausbringen.

Noch macht SaaS nur einen kleinen Teil des gesamten Markts aus, doch der Anteil wächst. Klassische Softwarekonzerne wie Oracle und SAP, erwehren sich der wachsenden Konkurrenz zunehmend mit eigenen SaaS-Lösungen. Die Herausforderung dabei ist, konkurrenzfähige Angebote kreieren, ohne das Stammgeschäft zu gefährden. Microsoft etwa hatte unlängst Online-Versionen der Office-Software angekündigt. Bestimmte Funktionen von Office 2010 sollen Kunden kostenfrei nutzen können. Zudem wurden Software-Services für Nutzer der auf PC installierten Office-Suite entwickelt. Microsoft nennt diese Strategie Software plus Service.

SOFTWARE-FUNKTIONEN ZUR MIETE VIA NETZ Bereits auf der Cebit 2009 kündigte Apotheker wiederum so genannte Hybrid-Software an, SAP-Kunden sollten die im eigenen Haus betriebenen Geschäftsapplikationen um On-Demand-Angebote ergänzen können. »Eigentlich ist es ganz simpel. On-Demand ist die neue Welle der IT-Industrie«, umreißt Wookey die Gründe des Engagements. Nach Mainframe, Client/Server und Internet würden IT-Architekturen nun von Services in Form von Software geprägt sein. An einer On-Demand-Strategie komme daher mittelfristig kein Player mehr vorbei.

»Es wird immer selbstverständlicher, dass die Kunden sich für diese Option interessieren.« Bis 2012, schätzt der SAP-Manager, werde der On-Demand-Anteil rund 15 Prozent des gesamten Softwaremarktes ausmachen. Daher erscheint es logisch, dass SAP neben dem Mittelstand auch Großkunden eine Alternative zum klassischen Softwarekauf bieten will – mittels Hybridsoftware.

GEKAUFTE ANWENDUNGEN UM GEMIETETE ERGÄNZEN Langfristig sollen Kunden On-Demand und On-Premise individuell kombinieren können. Um dieses hehre Ziel zu erreichen, entwickelte der Konzern eine Hybridstrategie. Anders als bei einem reinen SaaS-Angebot für den Mittelstand bietet SAP seinen Großkunden Services in Form von gemieteter Software, mit denen sich die (gekauften) Applikationen ergänzen lassen. Zu den ersten Services zählen Funktionen für das E-Sourcing, CRM und Expense-Management. Auch Vertrags-Management oder Online-Recruiting sind laut Wookey weitere Optionen. SAP will diese Dienste vornehmlich bestehenden Softwarekunden anbieten. Diese zahlen für die Nutzung eine Mietgebühr.

Über Web-Services-Schnittstellen sollen sie in der Lage sein, die Services mit bestehenden Applikationen zu integrieren, was laut Wookey nahtlos möglich sein soll. SAP nutzt für die Entwicklung der Services allerdings kein Netweaver. Vielmehr stützen sich die Entwickler auf Java-Werkzeuge, die SAP mit dem Kauf von Frictionless Commerce erworben hat. »Netweaver ist für On-Premise-Umgebungen gedacht, für On-Demand-Services benötigen wir jedoch eine Entwicklungssoftware, mit der wir in kurzer Zeit neue Funktionen bauen können«, so Wookey.

Für Analysten und Branchenkenner hat die Idee durchaus Charme. Seien erst einmal alle Hürden aus dem Weg geräumt, könnten sowohl SAP als auch Kunden und Partner profitieren. »Es könnte eine klassische Win-Win-Situation entstehen«, erklärt Andreas Hufgard, Vorstand des Beratungshauses IBIS Prof. Thome. Unternehmen, die Software als Mietlösung beziehen würden, könnten Kosten senken. Die Einführung wird einfacher, und die Administration entfällt ebenso wie versteckte Kosten etwa zur Bereitstellung von Hardware.

»Die Unternehmen könnten das eingesparte Geld in mehr Software für mehr Mitarbeiter investieren«, betont Hufgard. SAP wiederum profitiere in diesem Szenario, da mit mehr Nutzern auch mehr Einnahmen fließen. Selbst die Partner von SAP erhielten ein Stück von diesem Kuchen. Allerdings ein anderes als früher.

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