Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


28.11.2013 :: Printausgabe 24/2013 :: Alex Wolschann

"Wir waren überrascht, dass die Kosten für das Abo so niedrig sind"

Sie gehören zu den Top-Experten von Adobe und reisen um die Welt. Die COMPUTERWELT hatte im Rahmen der "Adobe Create Now"-Tour in Wien die Gelegenheit, mit den drei Evangelisten Rufus Deuchler, Michael Chaize und Jason Levine über die Creative Cloud und den Datenklau zu sprechen.

Die Adobe-Evangelisten Rufus Deuchler, Michael Chaize und Jason Levine über die Creative Cloud.

Die Adobe-Evangelisten Rufus Deuchler, Michael Chaize und Jason Levine über die Creative Cloud.

© Alexey Shkitenkov - Fotolia.com

Freud und Leid sind bei Adobe gerade eng verknüpft. Einerseits sind die ersten Zahlen an Creative-Cloud-Nutzern vielversprechend, andererseits ist der Konzern Ziel einer Hackerattacke geworden. Dabei sollen mindestens 38 Millionen Kundenkonten kompromittiert worden sein. Die COMPUTERWELT hatte im Rahmen der "Adobe Create Now"-Tour in Wien die Gelegenheit, mit den drei Evangelisten Rufus Deuchler, Michael Chaize und Jason Levine über die Creative Cloud und den Datenklau zu sprechen.

Sie sind für die "Adobe Create Now"-Tour nach Österreich gekommen. Was ist Ihre Aufgabe als Evangelist bei dieser Veranstaltung?
Rufus Deuchler:
Wir haben mehrere Ziele. Zum einen informieren wir über neue Funktionen in bestehenden Produkten und tauschen uns mit Kunden und Anwendern aus, bieten aber auch Information bei neuen Produkten wie der Creative Cloud. Viele haben nicht verstanden, dass die Creative Cloud eine neue Version aller Programme beinhaltet. Als alle auf Creative Suite 7 gewartet haben, ist sie nicht gekommen, dafür die Creative Cloud. Viele glauben, dass es sich um ein Upgrade von CS6 handelt, das stimmt aber nicht.

Glauben Sie, dass die Diskussionen über das neue Vertriebs-Modell Ihrer Kreativlösung die Inhalte der Suite überschattet haben?
Rufus Deuchler:
Es sind einfach beide Themen zur gleichen Zeit gekommen, aber ich denke es stimmt, dass das neue Vertriebsmodell die Features der Software überschattet hat. Daher sprechen wir verstärkt über die neuen Anwendungen. Wir erklären den Leuten aber auch, warum sie vom neuen Vertriebsmodell profitieren und warum wir uns zu diesem Schritt entschieden haben. Das IT-Business ist heute unglaublich schnell. Viele Kunden wollen das neue CSS Java-Script in ihrem Webauftritt implementiert haben, dafür braucht es auch immer die aktuellsten Tools. Der einzige Weg, wie wir dieser Geschwindigkeit Rechnung tragen können, ist durch den Wechsel auf das Abonnement-Modell.

Nehmen die Kunden das neue Modell an oder haben Sie mehr erwartet?
Rufus Deuchler:
Die Kunden nehmen die Creative Cloud super an. Wir haben schon knapp über eine Million zahlender Abonnenten. Das zeigt uns, dass dieses Modell auf lange Sicht erfolgreich sein wird. Die Verbreitung ist aber global gesehen sehr unterschiedlich. In den USA ist es einfacher, Kunden von diesem Konzept zu überzeugen, weil es schon länger verschiedene Abo-Modelle gibt und für die Kunden keine große Neuheit dargestellt hat.
Michael Chaize: Wenn ich an meine Anfänge als Designer zurück denke, hätte ich mir so eine Lösung gewünscht. Die Fixkosten sind deutlich niedriger und ich kann die Suite je nach Bedarf vergrößern oder verkleinern. Wenn man sich das Modell in einem größeren Kontext ansieht, stellt man fest, dass es absolut Sinn macht! Ich glaube auch, dass der Preispunkt sehr fair ist. Alle bei Adobe haben erwartet, dass sich die monatlichen Zahlungen bei etwa 100 Dollar bewegen werden, wir waren ehrlich überrascht, als wir erfahren haben, dass der Preis maximal 49,90 Dollar im Monat betragen soll. Die Team-Lösung ist etwas teurer, bedeutet aber auch deutlich mehr Verwaltungsaufwand.

Viele Experten sind davon ausgegangen, dass das Modell nur von kurzer Dauer sein wird. Danach sieht es nicht aus. Glauben Sie, dass andere Software-Anbieter auf den Zug aufspringen werden?
Jason Levine:
Ich bin stolz, dass Adobe diesen Schritt gewagt hat. Ich bin davon überzeugt, dass wir in Zukunft viel mehr davon sehen werden. Einige Unternehmen haben ja schon angefangen, das Modell umzustellen. Microsoft hat es schon versucht, ist davon abgegangen und hat es abermals versucht. Unsere Zahlen sprechen aber für sich, das sehen auch andere Unternehmen.
Rufus Deuchler: Nicht nur das Vertriebsmodell ist neu, auch das Entwicklungsmodell. Sobald wir eine neue Funktion programmiert haben, kann der User sie sofort nutzen. Das ist auch für unsere Entwickler ein neuer Ansatz. Als wir alle paar Jahre eine neue Suite gebracht haben, gab es hunderte neue Features und die Anwender haben sich nicht ausgekannt, jetzt bringen wir jedes Feature einzeln und sofort und der Anwender kann sich sukzessive mit allen Neuerungen vertraut machen.

Millionen Kundendaten von Adobe wurden kompromittiert. War die Benutzung der Produkte sicherer, als es noch CD und Offline-Benutzung gegeben hat?
Rufus Deuchler: Sicherlich nicht. Alle Daten aus der Creative Cloud liegen auf Amazon-Servern innerhalb der EU. Man muss bei der Creative Cloud ja auch nicht die Daten in der Cloud aufbewahren. Für Unternehmen hat sich gar nichts geändert, auch mit der Boxversion musste man sich bei Adobe registrieren, um das Produkt nutzen zu können. Privatpersonen, die sich über die mangelnde Sicherheit unserer Suite beschweren, nutzen selbst Dropbox oder Whatsapp. Das kann ich nicht nachvollziehen. Wir dokumentieren alle Eventualitäten und sind da wirklich sehr transparent. Jede Datenbewegung zwischen der Anwendung und den Servern wird genau dokumentiert. In der Welt, in der wir heute leben, kann so eine Attacke passieren, wir waren nicht das erste Unternehmen und werden auch nicht das letzte sein, das davon betroffen ist.

Das Gespräch führte Alex Wolschann.

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