Stolpersteine beim Einsatz von AR und Wearables Stolpersteine beim Einsatz von AR und Wearables - Computerwelt

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17.01.2017 Manfred Bremmer*

Stolpersteine beim Einsatz von AR und Wearables

Im Zuge der Digitalisierung haben auch Themen wie Augmented Reality und Wearables im Business (wieder) Hochkonjunktur. Itizzimo, Spezialist mit langer Erfahrung in beiden Bereichen, führt auf, was Unternehmen dabei alles falsch machen können.

Im Zuge der Digitalisierung wurde bei vielen Unternehmen das Interesse an AR und Wearables geweckt.

Im Zuge der Digitalisierung wurde bei vielen Unternehmen das Interesse an AR und Wearables geweckt.

© igorstevanovic/shutterstock.com

Mit dem aktuellen Digitalisierungs-Hype halten neben mobilen Endgeräten auch Wearables wie Datenbrillen und Smartwatches Einzug ins Business. Und nicht zuletzt dank des Augmented-Reality-Spiels Pokémon Go und Microsofts Hololens ist jetzt auch verstärkt wieder AR auf dem Radar vieler Unternehmen gelandet.

"Doch bei der Nutzung dieser Technologien in Geschäftsprozessen lauern einige Stolpersteine, die Unternehmen schnell zum Verhängnis werden können", warnt die Itizzimo AG. Das Würzburger Softwareunternehmen hat bereits vor Jahren eine Lösung entwickelt, die Smart Glasses mit Augmented Reality und SAP Warehouse kombiniert. "Viele Unternehmen halten AR und Wearables für das Maß der Digitalisierung", erklärt Anne Prokopp, Content Specialist bei Itizzimo, im Firmen-Blog. Der Einsatz dieser Technologien berge jedoch Fehlerpotenziale, die gravierend sein können.

Falsches Technologieverständnis
Besonders im Bereich Augmented Reality erlebe das Unternehmen immer wieder, dass die Technologie falsch verstanden werde, berichtet Prokopp. So sei AR für viele Menschen schlicht die Einblendung visueller Informationen über eine Datenbrille. Dies greife aber zu kurz. Auch wenn es sich hierbei um die am häufigsten benutzte Methode handle, sei Augmented Reality auch über akustische Inhalte möglich, zum Beispiel bei der Kommissionier-Methode Pick-by-Voice. Sogar haptische Reize - etwa via Smartwatch - könnten genutzt werden, um Informationen zu übermitteln.

Bei AR gibt es aus Sicht von Itizzimo aber noch mehr Potenziale für Missverständnisse. Immer wieder werde die Technologie als bloßes mobiles Verfügbarmachen digitaler Informationen verstanden, die sich mit der eigentlichen Wahrnehmung vermischen, erklärt Prokopp. Dabei seien einfache Videosequenzen, die in Endlosschleife Arbeitsschritte erklären, streng genommen kein AR, da sich der Inhalt nicht an der Situation des Nutzers orientiere.

Einsatz aus Prestigegründen
Auch beim Thema AR oder Wearables gibt es laut Itizzimo Unternehmen, die neue Technologien nur nutzen, um sich besonders innovativ zu geben. Die resultierenden Projekte seien jedoch selten gut durchdacht, was Rentabilität und Implementierung betrifft - Gründe, warum man später, wenn sich der erste Medienrummel gelegt hat, selten noch etwas darüber hört.

Falsche Erwartungen
Aus Sicht von Itizzimo-Frau Prokopp gehen Unternehmen solche Innovationsprojekte häufig auch mit zu hoch gesteckten Erwartungen an. Dabei werde häufig übersehen, dass es kein noch so leistungsstarkes Endgerät schaffe, krankende Prozesse zu optimieren. Ebenso wenig sei es möglich, mit einer Software Fehler auszubügeln, die viel tiefer liegen. Letztendlich seien auch mobile Endgeräte, Wearables und Augmented Reality nur Werkzeuge, um Daten mobil zur Verfügung zu stellen und eine Interaktion mit diesen Daten zu ermöglichen.

Schlechte Rahmenbedingungen

Last, but not least ist laut Itizzimo nicht jede Umgebung für den Einsatz von Augmented Reality geeignet. Auch wenn es bei der Hardware schon Fortschritte gebe, reichten etwa Datenbrillen wie die ODG R-7 oder die neue Vuzix M300 an die Robustheit von Rugged Devices noch nicht heran, von den Nehmerqualitäten von Smartwatches ganz zu schweigen. Widrige Umstände für Wearables können z.B. explosionsgefährdete Bereiche oder Umgebungen mit besonders hohen oder niedrigen Temperaturen. Auch eine hohe Konzentration von Feinstaub und Feuchtigkeit in der Luft machen diesen Devices schnell den Garaus.

Daneben lasse sich auch Augmented Reality nicht in allen Umgebungen realisieren. Die Würzburger verweisen darauf, dass etwa schlechte Lichtverhältnisse und mangelnde Abdeckung mit WLAN oder Funknetzen das Tracking beinträchtigen können, also die Technologie, mit der die passenden Inhalte für den jeweiligen Prozess identifiziert und dann eingespielt werden.

Für welche Einsätze eignet sich AR?
Auch wenn die aufgeführten Kritikpunkte einen anderen Eindruck erweckt haben, gibt es laut Itizzimo durchaus Einsatzszenarien, in denen Augmented Reality einen echten Mehrwert darstellen kann. So mache AR immer dann Sinn, wenn ein Abgleich von vorgegebenem Prozess und der tatsächlich erfolgten Leistung erfolgen soll, erklärt Prokopp, Tätigkeiten also während der Durchführung laufend kontrolliert werden, um zeitintensive Nacharbeiten zu reduzieren. Sie weist jedoch darauf hin, dass es nicht immer AR sein muss. Es stünden viele verschiedene Technologien für die Anwendungsentwicklung mit mobilen Endgeräten zur Verfügung, die ebenfalls echte Mehrwerte für die digitale Transformation böten.

*Manfred Bremmer ist Redakteur der Computerwoche.

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