Gastkommentar: Der Mythos rund um User Virtualization Detail - Computerwelt

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16.02.2012 Harry Labana*

Gastkommentar: Der Mythos rund um User Virtualization

Harry Labana, CTO von Appsense, räumt mit dem hartnäckigen Mythos auf: "User Virtualization ist gleichbedeutend mit Profil-Virtualisierung."

Die IT-Welt ist in den vergangenen Jahren um einiges vielseitiger geworden. Allein das klassische PC-Universum hat sich erheblich ausgedehnt: Neben Windows XP- und Vista-Installationen gibt es eine zunehmend größere Verbreitung von Windows 7 und bald Windows 8. Einige dieser Betriebssysteme liegen zudem in 32 und 64-Bit-Versionen vor. Davon einmal abgesehen gibt es mit Mac OS, Linux, Unix, Android und iOS noch viele andere Ökosysteme, die unterschiedliche Anforderungen an den Administrator stellen. Damit liegt der Fokus mehr denn je auf dem Anwender. Schließlich erwartet dieser zu Recht von seinem Unternehmen, dass es sich auch an seinen Bedürfnissen orientiert. Das betrifft neben Kleinigkeiten wie der individuellen Anpassung des Desktops auch so wichtige Bereiche wie den Zugriff auf Applikationen, die für die Arbeit benötigt werden. Dies gilt besonders in einer heterogenen Welt von Desktops, Notebooks und Tablets: Überall dort soll Software ohne großen Administrationsaufwand zum Laufen gebracht werden können.

Bei einem reinen Profil ist dies so nicht möglich. Schließlich handelt es sich bei einem Profil nur um eine Ansammlung unterschiedlicher Datenbankeinträge. In der Regel wird auf diese nur bei Login und Logout des Nutzers zugegriffen. Im Laufe der Zeit veralten die einzelnen Einträge und haben mit den tatsächlichen Arbeitstools des Anwenders nichts mehr zu tun. Wer die Windows-Registry kennt, ist mit diesem Phänomen vertraut. Zudem ist es bei einer Migration nicht so einfach möglich, beispielsweise ein Windows-XP-Profil in eine Windows-7-Installation zu übertragen. Damit ist Profilmanagement nur ein nettes Vehikel, mit dem Befugnisse für einzelne Rollen zentral vergeben und angepasst werden können. Eine flexibel auf den Nutzer zugeschnittene Lösung bietet dagegen mehr.

Bei der User Virtualization steht der jeweilige Anwender im Mittelpunkt: Einzelne Informationen zu ihm können jederzeit dynamisch kreiert und genutzt werden. Wird beispielsweise die Word-Rechtschreibkorrekturdatenbank beschädigt, ist über diese Technologie jederzeit ein unkompliziertes Recovery möglich. Mit User Virtualization-Lösungen wie denen von Appsense ist zudem die Migration, etwa von XP auf Windows 7, mit wenigen Klicks erledigt und der Anwender findet nach dem Rechnerstart seine gewohnte Arbeitsumgebung mit allen Programmen und Einstellungen wieder. Damit ist User Virtualization eine weitere Form der Virtualisierung, die über deren Möglichkeiten weit hinausgeht.

Die Beispiele zeigen, wie die Einheit von Gerät und Anwendung zunehmend zerfällt. Da immer mehr Programme auf einer Vielzahl an Plattformen zuhause sind, die im Wechselbetrieb genutzt werden, sollte sich auch die Rolle der IT ändern. In Zukunft geht es vor allem darum, den spezifischen Anforderungen eines jeden Nutzers von Gerät zu Gerät entgegenzukommen.

* Harry Labana ist CTO des Unternehmens Appsense.

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