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21.08.2011 Julie Bort (Network World), Kolja Kröger*

Prognose 2021 von Cisco: 10 Technologien, die die Welt verändern

3D-Printer, Sensor-Netzwerke und virtuelle Menschen werden unser Leben in den nächsten 10 Jahren drastisch verändern, glaubt der Cisco-Futurist Dave Evans.

Genau wie die Leistung unserer Rechner exponentiell steigt, und nicht linear, so steigt auch der Takt der Veränderung. Das heißt, die nächste Dekade hat sicher deutlich mehr technologischen Wandel im Gepäck als die vergangene. Sicher, bahnbrechende Technik ist per se unvorhersehbar - aber man kann sich immer noch anschauen, woran die Entwicklungslabore rund um den Globus gerade basteln - und so Hinweise auf die Überraschungen der Zukunft ergattern.

Dies ist der Vollzeit-Job von Dave Evans, der Chef-Futurist bei der Cisco Internet Business Solutions Group (IBSG). Er hat mit zahlreichen Visionären und Analysten in der Branche gesprochen, und die Erkenntnisse daraus kürzlich bei "Cisco Live" vorgestellt. Im Folgenden lesen Sie seine Visionen:

1. Das Internet der Dinge Wir haben die Schwelle überschritten: Längst sind mehr Dinge mit dem Internet verbunden als Menschen. Auch der Übergang zu IPv6 unterstützt die scheinbar uneingeschränkte Konnektivität. Nach Einschätzungen der Cisco IBSG steigt die Zahl der Dinge auf der Datenautobahn bis zum Jahr 2020 auf 50 Milliarden - das sind dann mehr als fünf Geräte pro Person auf der Welt. In den Industrieländern sind viele von uns schon jetzt daran gewöhnt, drei oder mehr Geräte ständig am Netz hängen zu haben, wenn wir an PCs, Smartphones, Tablets und Fernseher denken. Als nächstes kommen Sensor Netzwerke, die mit wenig Energieverbrauch "Massen von Daten sammeln, senden, analysieren und verteilen", sagt Evans.

Diese Sensoren basieren auf Standards wie Zigbee, 6LoWPAN und Z-Wave, und sie werden derzeit schon sowohl auf erwartete als auch überraschende Weise eingesetzt. Zigbee steckt zum Beispiel in intelligenten Stromzählern, 6LoWPAN wird von Vint Cerf mittels IPv6 benutzt, um das Klima im Weinkeller zu überwachen. Z-Wave ist die Grundlage für die Smart Home Dienste von Verizon. Aber es entstehen auch deutlich kreativere Verwendungen.

Sparked, ein Start-Up aus Holland, implantiert Sensoren in die Ohren von Kühen, um ihre Gesundheit und ihre Aufenthaltsorte im Blick zu behalten. Sensoren stecken in Schuhen, in Medizintechnik wie Inhaliergeräten für Asthmatiker und Operations-Instrumenten. In Schweden gibt es sogar einen Baum, der seine Gefühle und Gedanken mithile eines Sensors twittert. Ericsson hilft ihm bei der Übersetzung (@connectedtree or #ectree).

2. Eine Wolke aus Zettabytes Etwa 5 Exabytes an frischen Daten wurden im Jahr 2008 geschaffen. Das entspricht einer Milliarde DVDs. Jetzt spulen wi drei Jahre vor in die Zukunft, und sehen: Wir schaffen 1,2 Zettabytes - wobei 1024 Exabytes einem Zettabyte entsprechen. "Das ist das gleiche als wenn jeder Mensch auf der Welt für 100 Jahre twittern würde, oder 125 Jahre ihrer einstündigen Lieblings-Fernsehsendung", sagt Evans. Verantwortlich für diesen Anstieg ist vor allem unsere Liebe für HD-Video. Cisco schätzt, dass im Jahr 2015 die Daten im Internet zu 91 Prozent aus Videos bestehen werden. Um diese Datenmengen durch das Internet zu schieben, braucht es deutlich verstärkte Netze - damit die Videos nicht auf dem Weg verloren gehen.

3. Die Weisheit der Wolke Ein großer Teil dieser Datenmassen wird in der Cloud gespeichert werden. Ganz sicher wird auf das meiste davon über die Cloud zugegriffen, eher als nur auf privaten Netwerken. Spätestens 2020 wird ein Drittel aller Daten in der Wolke leben oder sie zumindest passieren. Cisco erwartet, dass der Erlös aus Cloud-Dienstleistungen jedes Jahr um 20 Prozent wächst, und die IT-Ausgaben für Cloud Computing und Innovationen bis 2014 die Ein-Trillionen-Marke übersteigen werden. Das reicht, um das nächste "Google" zu schaffen.

"Schon jetzt ist die Cloud stark genug, um uns mit Echtzeit-Übersetzungen zu helfen, durch Zugang zu Supercomputern wie Wolfram Alpha unser Wissen zu vergrößern, und auf neue Weise unsere Gesundheit durch Computer-Plattformen wie Watson von IBM zu verbessern", sagt Evans. "Wir sind in der Lage, auf eine viel reichhaltigere Weise zu kommunizieren."

Zusätzlich zum Video verändert auch die Rechenleistung der Cloud, die an Endgeräte ankommt, unsere Fähigkeit, mit Dingen zu kommunizieren wie mit echten Menschen. Schon jetzt schickt die Sprachsuche auf einem Android-Handy die Anfrage in die Google Cloud, um sie zu entziffern und Ergebnisse zu liefern. "Wir werden mehr Intelligenz erleben, die in die Kommunikation eingebaut wird", so Evans. Er denkt an "Dinge wie kontextuelle und ortsgebundene Informationen".

Mit Geräten, die stets online sind, kann das Netzwerk persönliche Informationen viel kleinteiliger verarbeiten - wenn ein Sensor merkt, dass wir schlafen, schickt er einen eingehenden Anruf auf die Voicemail. Oder er erkennt, dass wir bei 100 km/h im Auto sitzen, und dass wir jetzt besser keinen Video-Anruf annehmen sollten. Obwohl, bis dahin fahren wir wahrscheinlich alle längst führerlose Google-Autos und können während der Fahrt quatschen mit wem wir lustig sind.

4. Das nächste Netz Evans erzählt auch von seinem Haus als Beispiel für die Geschwindigkeit, mit der sich die Netze verbessert haben. Die Netzwerk-Performance ist seit 1990 um das 170.000-fache gestiegen - als er bloß eine Telefonleitung hatte. Heute sind bei ihm 38 Verbindungen ständig offen mit einer Bandbreite von 50 Mbits. Das reicht gleichzeitig für Telekonferenzen, Videostreams und Onlinespiele. Evans glaubt, dass die Geschwindigkeit seiner Leitung sich noch um das Dreimillionenfache steigert.

Während sich die Branche zum größtenteils auf 40G und 100G konzentriert, entstehen gleichzeitig neue Arten von Netzwerken. Vint Cerf befasst sich mit Protokollen, die für ein interplanetares Netz nötig sind, das Daten ohne Verzögerung über gewaltige Strecken versenden kann. Evans zufolge werden auch gerade Multi-Terabit-Netzwerke erforscht, die mit Lasern arbeiten. Ganz frisch ist zudem die Forschung an Quanten-Netzwerken - aber ihre Marktreife liegt noch Jahrzehnte in der Zukunft.

5. Die Welt wird kleiner Die ägyptische Revolution hat es gezeigt: Die ständige Verbindungen, die dank Sozialen Netzwerken möglich sind, können die Zukunft verändern. Gesellschaftliche Einflüsse werden auch in Zukunft rasant zwischen den Kulturen ausgetauscht. Eine kleinere Welt heißt auch, dass Informationen schneller gestreut werden. "Beim Erdbeben in Japan kamen Tweets schneller in den USA an als der U.S. Geological Service seine offizielle Tsunami-Warnung an Alaska, Washington, Oregon und Kalifornien herausgeben konnte", sagt Evans. Das Aufnehmen, Verbreiten und Empfangen von Ereignissen wechselt von "near time" zu "real time". Und das wird wieder den Austausch zwischen den Kulturen beflügeln.

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