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07.07.2011 Rudolf Felser

IT-Remarketing: Aus Alt mach' Geld

Die 2002 gegründete ACP IT Finanzierungs GmbH ist der Leasingarm von ACP. Sie kümmert sich jedoch nicht alleine um die Finanzierung, sondern auch das Lifecyclemanagement der geleasten Geräte.

Darunter verstehen wir, dass wir die Geräte beim Kunden vom Anfang bis zum Ende betreuen. Das gelingt uns unter anderem über Partnerschaften, wie zum Beispiel mit der Firma Webinstore in Berlin, die dafür sorgen, dass alte Geräte auch wieder zurückgenommen werden können, erklärt Günther Siebenbrunner, Geschäftsführer der ACP-Leasingtochter. Das Zurücknehmen und im besten Fall einer kommerziellen Verwertung zuführen der Desktops, Laptops, Server oder auch Smartphones wird Remarketing genannt. Das Remarketing habe sich aus dem Leasinggeschäft entwickelt, so Birgit Sikora, Mitarbeiterin der Leasingtochter, im Gespräch mit Computerwelt.at. "Wenn Leasingverträge auslaufen muss man sich der Geräte annehmen. Wir haben diesen Service in den letzten Jahren weiterentwickelt und bieten ihn auch anderen Unternehmen an, nicht nur unseren Kunden."

DREI KRITERIEN FÜR REMARKETING Laut Siebenbrunner gibt es hauptsächlich drei Kriterien, weswegen ein Kunde sich für Remarketing interessiert: "Das eine ist die kommerzielle Seite, dann gibt es noch die Umwelt-Seite – Stichwort Green-IT – und das dritte Kriterium ist der Sicherheitsaspekt." Den gesamten Markt an Altgeräten in Österreich schätzt er auf rund 120.000 Geräte im Jahr. Gemeinsam mit seinen Partnern kümmert sich ACP um 30.000 bis 40.000 dieser vermeintlichen "Altlasten". Siebenbrunner dazu: "Dabei haben wir festgestellt, dass es einen Markt für Altgeräte gibt. Nicht nur bei Geräten, die vom Leasing zurückgenommen werden, sondern auch bei solchen, deren Eigentümer der Kunde ist. Hier kommen unsere Partner ins Spiel, die in der Lage sind mit den Altgeräten zu handeln. Man braucht dafür einen Absatzmarkt und die entsprechende Dienstleistung. Das beginnt mit der Logistik, der Abholung der Geräte, Verpackung und geht bis hin zur Datenlöschung." ACP wendet sich mit der Dienstleistung an große und kleine Kunden. "Österreich ist ein KMU-Markt, da kommt es schon mal vor, dass wir an einem Standort nur zehn Geräte abholen."

Thomas Wächter, bei Webinstore zuständig für Einkauf/Procurement, ergänzt: "Das Remarketing, das reine Verkaufen und Kaufen der Geräte, ist der Kern unseres Geschäfts. Aber die Sicherheitsrelevanz ist sehr hoch. Als modernes Remarketingunternehmen muss man sich diesen Anforderungen stellen und sich technologisch rüsten. Neben Technologie muss man sich auch logistisch ausrüsten." Denn die Transparenz wird immer wichtiger, wie Birgit Sikora erklärt: "Bei unseren Kunden gibt es eigene Überprüfungen. Von der Abholung bis zum letzten Schritt muss nachvollziehbar sein, was läuft."

SICHERES LÖSCHEN Einer der wichtigsten Schritte in diesem Prozess ist natürlich die Löschung der oftmals sensiblen Informationen auf den Datenträgern der Geräte – schließlich hat ACP auch Banken und Versicherungen als Kunden. "In Deutschland und Österreich muss eine Datenlöschung den Sicherheitskriterien der BSI (Anm.: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) entsprechen. Demzufolge wählen wir zwischen der funktionserhaltenden und der zerstörenden Löschmethode aus. Im Normalfall wenden wir die Softwarelöschung an und überschreiben drei- bis siebenfach. Defekte oder nicht veritable Datenträger werden durch Schreddern zerstört. Auch wenn ein sehr hoher Sicherheitsbedarf besteht wird der Datenträger zerstört. Diese Zerkleinerungsanlagen sind ebenfalls durch das BSI zertifiziert", so Wächter.

Ebenso wichtig für die Kunden ist die Möglichkeit, mit ihren alten Geräte neues Geld zu machen. Siebenbrunner siedelt die Restwerthöhe zwischen zehn und zwanzig Prozent der Anschaffungskosten an. Birgit Sikora geht gegenüber Computerwelt.at ins Detail: "Im Normalfall kommt ein Kunde mit einem Projekt zu uns, bei dem eben eine gewisse Menge an Geräten abzuholen ist. Er bekommt dann einen Angebotspreis in dem alles enthalten ist, also die Abholung, Zertifikate, Auditierung, etc." Der Wert der Altgeräte wird mit den zu erbringenden Dienstleistungen gegengerechnet, was übrig bleibt landet wieder bei dem Kunden. Nur Waren, die sich nicht mehr vermarkten lassen – beispielsweise alte CRT-Monitore – belasten diese Rechnung negativ. So können Unternehmen also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie werden ihre alte IT-Ausrüstung sicher und allen gesetzlichen Bestimmungen gerecht werdend los und lukrieren dabei auch noch Geld. Wenn es doch nur immer so einfach wäre. (rnf)

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