PLM hilft CIO, Bedürfnisse der Business-Seite zu verstehen Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


04.05.2011 Oliver Weiss

PLM hilft CIO, Bedürfnisse der Business-Seite zu verstehen

Bei Product Lifecycle Management (PLM) geht es im Grunde genommen darum, "das was ich produziere, so rasch und so gut wie möglich auf den Markt zu bringen".

Im Interview mit der COMPUTERWELT erklären Christoph Götze, Head of Manufacturing Vertical und Friedrich Peschke (Foto), Manager Product Lifecycle Management Solutions, von CSC Österreich, warum PLM ein Organisations- und kein Tool-Thema ist und wie PLM den IT-Verantwortlichen helfen kann, die Business-Seite besser zu verstehen.

Was ist PLM? Christoph Götze: Jedes Produkt durchläuft im Rahmen seines Lebenszyklus verschiedene Phasen: Von der Planung über den Einkauf der Materialien und die Produktion bis hin zu Marketing, Vertrieb und Service. In jeder dieser Phasen entstehen Daten, die in die Gesamtorganisation integriert werden müssen. PLM ist ein Organisationsansatz, der eine integrierte und konsistente Prozess- und Datenverwaltung ermöglicht. In Unternehmen gibt es eine Vielzahl an Organisationsbereichen, die mit unterschiedlichen Systemen – beispielsweise ERP- und Produktionssystem – arbeiten. Diese verschiedenen Bereiche sinvoll zu verknüpfen und damit den Informationsaustausch, die Produktivität, die Zusammenarbeit mit Lieferanten und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu verbessern – dafür steht PLM.

Für wen ist PLM interessant? Für alle Organisationen, die einen Nutzen darin sehen, Prozesse und Organisationsbereiche zu vernetzen. PLM ist derzeit im Bereich Manufacturing am weitesten verbreitet, ist aber auch für Dienstleister interessant, da der Fokus auf produktbeschreibenden Informationen liegt und das Produkt durchaus auch eine Dienstleistung sein kann. Wichtig ist dabei, dass PLM kein technisches Thema ist, sondern ein organisatorisches. PLM ist keine Anwendung, die man kaufen kann, sondern ein Verhalten, eine Strategie.

Warum sollten sich Anwender mit PLM auseinandersetzen? Friedrich Peschke: Irgendwann, ab einer gewissen Unternehmensgröße, geht es ohne Produktdatenverwaltung (Product Data Management – PDM) einfach nicht mehr. Der Produktionsbereich ist oft stark auf operative Dinge fokussiert und übersieht dabei, dass die entstehenden Daten auch für nachgelagerte Unternehmensbereiche wichtig sind. Anwender sollten sich deshalb mit PLM auseinandersetzen, weil in der Zusammenarbeit der hauptwertschöpfenden Bereiche noch sehr viel Potenzial brach liegt. PLM ist zudem eine perfekte Argumentationshilfe für CIO. Die IT-Abteilung muss sich immer wieder rechtfertigen, welchen Nutzen sie fürs Geschäft liefert. Der PLM-Ansatz hilft dem CIO beide Seiten zu verstehen und abzubilden und gegenüber der Business-Seite zu argumentieren. Der CIO muss heute als Integrationsfigur zwischen den einzelnen Abteilungen Klarheit und Mehrwert schaffen und PLM hilft dabei.

Wie sollten sich Unternehmen auf ein PLM-Projekt vorbereiten? Am Beginn der Überlegungen muss in jedem Fall die Geschäftsstrategie stehen: Was will ich produzieren? Welche Prozesse und Abteilungen sind davon betroffen? Mit dem auf diese Weise entstandenen Fingerprint sollte man dann Awareness im Unternehmen schaffen und klären, wo Schwerpunkte für die Vorbereitung zu setzen sind. Erst danach kommt die Technik. Ein PLM-Projekt erfordert unglaublich viel Disziplin und sollte daher auf jeden Fall vom Topmanagement mitgetragen werden. Eine unserer wichtigsten Rollen im Rahmen von PLM-Projekten ist die des Mediators zwischen den einzelnen Abteilungen eines Unternehmens.

Wie unterstützt CSC Anwender bei der Durchführung von PLM-Projekten? Christoph Götze: In erster Linie mit Beratung: Von der Konzeption über Softwareauswahl bis hin zur Einführung. CSC hat dazu den Methodenbaukasten Catalyst entwickelt, der eine Sammlung von Best Practices und internationaler Standards darstellt. Darüber hinaus sind unsere Berater in den wichtigsten PLM-Tools am Markt geschult und wir verkaufen als Partner etlicher Anbieter aus diesem Bereich auch entsprechende Softwarelizenzen.

Das Gespräch führte Oliver Weiss.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • free-com solutions gmbh

    free-com solutions gmbh Werbewirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Vereine und Verbände, Umweltschutz, Touristik, Personenverkehr, Öffentliche Verwaltung,... mehr
  • mic customs solutions (Gruppe)

    mic customs solutions (Gruppe) Supply Chain Management, Kaufmännische Software (ERP), Expertensysteme, E-Procurement und Supply Chain Management, B2B Dienste und Lösungen mehr
  • KORAM Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H:

    KORAM Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H: Betriebsdaten- und Zeiterfassung, Kaufmännische Software (ERP), Management Informationssysteme (MIS), Bauwesen, Einzelhandel, Fertigung, Produktion und Konstruktion, Freie Berufe,... mehr
  • Bechtle IT-Systemhaus Österreich

    Bechtle IT-Systemhaus Österreich WLAN-Systeme, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management, Server-Betriebssysteme, Verschlüsselungs- und Kryptografie Software, Security Audits, Notfalls-Rechenzentren,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: