Massive Zweifel am Data Warehouse Massive Zweifel am Data Warehouse - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


11.07.2012 :: Printausgabe 14-15/2012 :: Oliver Weiss/idg +Premium Content, Knowhow

Massive Zweifel am Data Warehouse

Data Warehouses sind mit Big Data offensichtlich überfordert. Jedes zweite Projekt in diesem Umfeld scheitert.

© Fotolia





Viele Unternehmen bereiten Daten in einem Data Warehouse auf. Aber lohnt sich ihr Einsatz? Die Ergebnisse einer aktuellen Befragung des Business Application Research Centers (BARC) klingen ernüchternd: Jedes zweite Projekt scheitert – viele Firmen erreichen ihre Ziele nicht. Primäres Ziel ist mit weitem Abstand die Stärkung des Vertrauens in die Daten. 82 Prozent der Anwender bezeichnen das als äußerst wichtig. Aber nur 51 Prozent geben an, dieses Ziel mit Hilfe eines Data Warehouses erreicht zu haben.

Lediglich etwa zwei Fünftel erfreuen sich dank Data Warehouse an der gewünschten Unterstützung von Planungsprozessen, einem ausreichend schnellen Berichtswesen und einer flexiblen Berichterstellung für Fachanwender. Nur 36 Prozent erreichen die Ziele höhere Kundenzufriedenheit und Steuerung operativer Prozesse. Dabei werden alle Ziele außer dem Vertrauen in die Daten von maximal einem Viertel der Befragten überhaupt als solche formuliert. »Trotz aller Mängel und Herausforderungen von Data-Warehouse-Systemen schneiden die Alternativen, wie informelle Organisation von Daten oder die Nutzung der operativen Systeme in vielen Aspekten schlechter ab«, sagt BARC-Geschäftsführer Carsten Bange.

FACHBEREICHE WOLLEN AGILITÄT

Die größten Herausforderungen werden von IT-Seite anders bewertet als von den Anwendern in den Fachbereichen. 55 Prozent der IT-Verantwortlichen nennen hier Datenqualität sowie die Umsetzungsgeschwindigkeit von Anforderungen. Den Fachbereichen brennt die Agilität deutlich mehr unter den Nägeln und wird von 63 Prozent genannt, die Datenqualität hingegen nur von 51 Prozent. Ferner nennen 39 Prozent der Befragten aus der IT die fehlende Integration von Fachbereichen und 42 Prozent der Befragten aus den Fachbereichen die Abfrage-Performance. Daneben werden fehlende fach- und prozessübergreifende Auswertungen als dringliches Problem betrachtet. Als derzeit relevante Trendthemen nennen drei Viertel das Stammdatenmanagement, 63 Prozent Zugriff über mobile Geräte und 58 Prozent die Echtzeit-Verarbeitung von Daten.

»Zu unflexibel, zu teuer und zu langsam sind die teilweise zutreffenden Kritikpunkte für Data-Warehouse-Systeme«, schreibt BARC. Als Pro-Argumente sprechen hingegen unter anderem Qualitätssicherung der Daten und das Streben nach effektiver Data Governance erst einmal für das Konzept Data Warehouse. BARC hat einige Empfehlungen für den Erfolg von Data-Warehouse-Projekten zusammengestellt. So sollten tunlichst realistische Ziele angesetzt werden. Datenqualität und Agilität gehören weit oben auf die Agenda. »Wesentlichen Einfluss haben das Systemdesign mit Datenmodell und Datenlogistik, aber auch die Organisation, insbesondere die Prozesse zur Erfassung, Priorisierung und Umsetzung neuer Anforderungen«, schreibt BARC. Der richtige Werkzeugeinsatz könne die Umsetzungsgeschwindigkeit erhöhen.

Hinsichtlich Performance und Skalierbarkeit sollte außerdem vor allem auf die Entwicklung der Datenmengen geachtet werden. »Systeme sollten von Anfang an auf Erweiterungsfähigkeit ausgelegt sein, zum Beispiel durch entsprechende Datenbankarchitekturen mit Parallelisierung oder modular wachsenden Storage-Systemen«, so die Analysten. Im Zweifel vergrößerten sich die Datenmengen im Data Warehouse schneller, als zu Beginn von Projekten gedacht. Ferner rät BARC dazu, Silo-Architekturen aufzulösen, ein einheitliches Stammdatenmanagement zu schaffen, Analytische Datenbanken zu evaluieren und die Nutzerbasis zu verbreitern. Denn Data-Warehouse-Technologie könne nicht nur für den Bereich Finance/Controlling und für den Vertrieb, sondern auch für alle anderen Fachbereiche eine wichtige Basis der Steuerung sein. (idg/oli)

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • abaton EDV-Dienstleistungs GmbH

    abaton EDV-Dienstleistungs GmbH VPN, Überwachungssysteme, SPAM-Filter, Notfalls-Rechenzentren, Firewalls, Datensicherung, Backup und Recovery Systeme,... mehr
  • ITSDONE GRUPPE

    ITSDONE GRUPPE Office Software, Kaufmännische Software (ERP), Datenbanken, Server-Betriebssysteme, Programmiersprachen, Betriebssysteme für PCs, Netzwerk- und Systemüberwachung,... mehr
  • customer care solutions - Call Center Betriebs GmbH

    customer care solutions - Call Center Betriebs GmbH B2C Dienste und Lösungen, B2B Dienste und Lösungen, User Helpdesk-Systeme und Hotlines, Systempflege- und Wartung, Outsourcing, IKT-Consulting, Facility Management,... mehr
  • Fabasoft AG

    Fabasoft AG Vereine und Verbände, Öffentliche Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrttechnik, Freie Berufe, Finanzdienstleistungen, Qualitätssicherung,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: