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04.11.2009 Oliver Weiss

Moderne IT entlastet Ärzte und Pflegepersonal

Das Krankenhausinformationssystem i.s.h.med erleichtert nicht nur das Datenmanagement, sondern spart dem medizinischen Personal auch Zeit.

Das Krankenhaus der Elisabethinen ist ein allgemeines öffentliches Krankenhaus des Bundeslandes Oberösterreich. Eigentümer und Erhalter ist der Konvent der Elisabethinen Linz. Das Krankenhaus zählt heute insgesamt etwa 1.300 Mitarbeiter und verfügt über 533 systemisierte Betten. Die Betriebsstruktur weist elf Fachabteilungen und sechs Institute auf.

Seit dem Jahr 2000 setzt das Krankenhaus SAP/R3 für Patientenadministration, Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung, Anlagenbuchhaltung, Lohn-/Gehaltsabrechnung und Materialwesen ein. 2001 entschied das Krankenhaus, weitere klinische Prozesse mit dem SAP-System zu administrieren. Gefordert war die Ablöse des Altsystems auf Ambulanzen und Stationen, insbesondere die Speziallösung der Dialyse und das Management des gesamten OP-Bereichs. Außerdem sollten bereits erfasste Daten gezielt genutzt werden können.

Das österreichische Health Competence Team von T-Systems löste zunächst das Altsystem im Bereich Dialyse durch das Krankenhausinformationssystem i.s.h.med ab. i.s.h.med ist die einzige in den SAP-Standard voll integrierte Software zum Managen von Patientenbehandlungsdaten. Das System ermöglicht einerseits eine Zusammenführung aller patientenrelevanten Daten und eine Vervollständigung der elektronischen Patientenakte, andererseits bildet es die Basis für Datenmanagement und Archivierung. Mit der Implementierung des i.s.h.med Moduls OP startete T-Systems 2002 das zweite Großprojekt bei den Elisabethinen. Das Modul bietet flexible, einfach zu handhabende Planungswerkzeuge, Übersichten zur Organisation und Überwachung des Operationsgeschehens.

Der Systemumstieg in den Ambulanzen und Stationen erfolgte fließend und wurde weitestgehend von den Mitarbeitern des Krankenhauses der Elisabethinen selbst durchgeführt. 2007 wurde das Krankenhausinformationssystem um das i.s.h.med Modul Pathways erweitert. Die Lösung bildet die zuvor festgelegten medizinischen Behandlungspfade ab und legt für jeden Patienten einen optimalen Behandlungsplan fest. Tägliche Routineabläufe werden vereinfacht, das klinische Personal ist jederzeit über den gesamten Behandlungsprozess des Patienten informiert. Die Qualität der Behandlung steigt und Leistungen und Kosten können transparent dargestellt werden. Außerdem können zusätzliche Pfade jederzeit in Pathways eingefügt werden.

GEZIELTE DATENAUSWERTUNGEN 2007 implementierte T-Systems im Krankenhaus der Elisabethinen außerdem das i.s.h.med-AddOn b.i.medpmd. Dadurch können Daten, die über Jahre hinweg durch »parametrierte medizinische Dokumentation« (PMD) in i.s.h.med erfasst wurden, sinnvoll als Grundlage zur Steuerung und Qualitätssicherung genutzt werden. Wertvolles Wissen kann so effizient verwendet werden. Dazu werden die Daten auf einfache Weise an ein Business-Intelligence-System transferiert. Innerhalb weniger Minuten können so spezifische und zielgerichtete Auswertungen für bestimmte Arbeitsgruppen erstellt werden. Mit Jänner 2008 startet T-Systems schließlich das neue Nephrologieportal für transplantierte Patienten. Diese Lösung stellt einen erheblichen Mehrwert für die Patienten dar, da der behandelnde Arzt bzw. der Patient selbst die Befunde des Patienten von zu Hause aus über das Internetportal abrufen kann. Die Patienten ersparen sich dadurch viele Telefonate.

Das Krankenhausinformationssystem i.s.h.med dokumentiert die gesamte Behandlung eines Patienten von der Aufnahme und Diagnose bis hin zur Entlassung aus der Klinik und entlastet so das Krankenhauspersonal der Elisabethinen von täglichen Routineabläufen. Eine hohe Behandlungsqualität sowie eine transparente Kosten und Leistungsdarstellung werden durch das i.s.h.med Modul Pathways sichergestellt. Schließlich ermöglicht das i.s.h.med AddOn b.i.medpmd eine gezielte Verwendung bereits erfasster Daten.

Seit Mitte 2009 können Ärzte und Klinikpersonal zudem ihre medizinische Dokumentation wie Befunde und Arztbriefe direkt in das Krankeninformationssystem sprechen und auf diese Weise mehr Zeit für die Patientenversorgung gewinnen. Krankenhäuser müssen einen enormen Dokumentationsaufwand bewältigen. Mit dem Spracherkennungssystem verkürzt sich der administrative medizinische Prozess: Ärzte und Klinikpersonal sprechen Befunde und Arztbriefe in ein Mikrofon, während der angeschlossene Computer das gesprochene Wort zeitgleich in Daten umwandelt. i.s.h.med erfasst und archiviert automatisch den Wortlaut. Das Diktiergerät garantiert eine gute Erkennungsqualität der Sprecherprofile durch die individuelle Einstellung auf jeden Nutzer. Fachabteilungen können den Wortschatz flexibel erweitern.

»Mit der digitalen Spracherkennung, die wir seit einigen Wochen in Betrieb haben, ist die Volldigitalisierung des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie am KH der Elisabethinen Linz nahezu abgeschlossen. Der diensthabende Radiologe diktiert den Befund, korrigiert sofort den geschriebenen Text und kann den gesamten Befund für unsere Stationskollegen freigeben«, erklärt Manfred Gschwendtner vom Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie im KH Elisabethinen Linz. »Natürlich ist eine intensive Sprechschulung notwendig, damit das System den eigenen Wortschatz zum bestehenden Grundwortschatz erweitert und erkennt. Durch dieses Training mit dem System kann eine weitgehende Fehlerfreiheit bzw. -minimierung erzielt werden. Das Verwenden von Textbausteinen bei wiederkehrenden Wortgruppen oder Sätzen erleichtert und beschleunigt das Diktat. Während des normalen Wochenbetriebes steht uns die Offline- Möglichkeit des Diktates zur Verfügung, bei welcher die Sekretärinnen die Lesekorrektur übernehmen. Das Freigeben durch uns Radiologen erfolgt dann im nächsten Schritt. Das Ziel ist, möglichst alle Befunde im Online- Modus zu erstellen«, so Gschwendtner.

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