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18.11.2009 Oliver Weiss

Rascher Return-on-Investment ist gefragt

So sehr sich die IT mittlerweile den Ruf als strategisch wichtiger Unternehmensbereich erarbeitet hat, in der Krise ist sie vor allem eines: Mittel zu Kostensenkung. Wie der Praxiseinsatz zeigt, gibt es Bereiche, die sich für schnelle Einsparungen sehr gut eignen.

Geht es der Wirtschaft gut, richten Unternehmen all ihre Ressourcen auf Wachstum aus – oft ohne die Organisation und damit auch die IT entsprechend mitwachsen zu lassen. In der Krise dagegen sind alle verfügbaren Mittel einem einzigen Ziel untergeordnet: Sparen. Unkontrolliert gewachsene Prozesse und Arbeitsvorgänge werden überarbeitet. Das Mittel zum Zweck ist dabei Informationstechnologie. Und die kostet Geld. Um daher als IT-Abteilung in Krisenzeiten an Budget zu gelangen, muss man vor allem eines vorweisen: einen raschen Return-on-Investment. Wir haben aus diesem Grund ein paar Anwendungsbeispiele ausgewählt, die sich bewährt haben.

VIRTUALISIERUNG Eine bessere Auslastung der Hardware, dynamische Verteilung von Ressourcen, Ausfallsicherheit und weniger Wartungsaufwand sind nur einige der Gründe, die Virtualisierung zum Kostensenker Nummer eins in Unternehmen machen. Diese Vorteile sind auch in kleinen Unternehmen gegeben, wie das Beispiel von GHM-Engineering aus Steyr zeigt: Für den Entwicklungspartner von Getriebe- und Motorproduzenten mit insgesamt 17 Mitarbeitern hat sich die Einführung einer komplett neuen Server-Infrastruktur nach weniger als sechs Monaten ausgezahlt. Drei ehemals physische Server sind nun auf einer realen Maschine virtualisiert. Ein zweiter physischer Server sorgt dafür, dass die IT nicht wie bisher ein paar Mal pro Jahr für einen ganzen Tag stillsteht. »Dass es keine Produktivitätsverluste durch Ausfallzeiten mehr gibt, schlägt sich mit 13.000 Euro Kostenvorteil zu Buche«, erklärt Phillip Braunstein, IT-Chef bei GHM-Engineering. Der Aufwand für die Server-Administration – in der Vergangenheit zwischen 60 und 70 Stunden pro Monat – hat sich auf acht bis zehn Stunden im Monat reduziert und spart auf sechs Monate gesehen 14.900 Euro. »Das ist mehr, als uns die gesamte Infrastruktur gekostet hat«, sagt Braunstein.

BUSINESS INTELLIGENCE Der Einsatz von Analyse- und Reportinglösungen leistet einen wichtigen Beitrag für eine effiziente Unternehmenssteuerung und die Optimierung des ROI. Ein Stolperstein ist aber oftmals der ROI der Business-Intelligence-Lösungen (BI) selbst. Traditionelle, OLAP-basierende BI-Applikationen erfordern hohe Anfangsinvestitionen in Data Warehouses bzw. die Definition der Datenwürfel. Aufgrund der Komplexität dieser Art von Lösungen sind außerdem zeit- und kostenintensive Trainings für Administratoren und Anwender erforderlich. Eine sowohl hinsichtlich ROI als auch der Performance interessante Alternative bietet die speicherbasierende Analyse- und Reportinglösung QlikView, die unter anderem vom Fenster- und Türenhersteller Internorm eingesetzt wird. Bisher kam bei Internorm ein eher enttäuschendes OLAP-Tool zum Einsatz. Andreas Kronsteiner, IT-Leiter bei Internorm bemängelte insbesondere, dass die Daten aus den ERP-Systemen bereits im Vorfeld in bestimmte Dimensionen gegliedert und dann in die einzelnen OLAP-Würfel überführt werden müssen: »Das schränkt nicht nur die späteren Analysen ein – es ist zudem sehr zeit- und damit kostenaufwendig. Allein das Extrahieren aus dem ERP-System und Befüllen der Würfel belegt die Maschinen stundenlang.«

Am Markt verfügbare Echtzeit-Analyse-Verfahren bewertete Internorm jedoch als unverhältnismäßig aufwändig in der Umsetzung und zu teuer hinsichtlich der Lizenzkosten. Eine Evaluierung der BI-Lösungen von großen Komplett-Anbietern kam zu dem gleichen Ergebnis. Im Rahmen einer Internetrecherche wurde Kronsteiner schließlich auf QlikView aufmerksam, das im Wesentlichen durch seine Leistungsfähigkeit, Kosteneffizienz sowie Einfachheit in der Umsetzung und Anwendung überzeugen konnte. »QlikView bietet uns genau die flexiblen Analysemöglichkeiten, die wir benötigen und ist bezüglich Implementierung und Wartung extrem effizient«, erläutert Kronsteiner.

ELEKTRONISCHE RECHNUNG Verringerte Bearbeitungszeit von Rechnungen, beschleunigter Freigabeworkflow sowie Kostensenkung beim Versand, sind die Vorteile, mit der die elektronische Rechnungslegung aufwartet. Die Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG) beispielsweise konnte durch die automatische Erfassung von Lieferscheinen und Eingangsrechnungen sowie der Verknüpfung mit dem ERP-System von SAP die Bearbeitungszeit von im Schnitt 21 Tagen um zwei Drittel auf sieben Tage reduzieren. »Dank geringerer Durchlaufzeiten profitieren wir nun zudem verstärkt von Rechnungsskonti«, erklärt Hansjörg Kainz, CIO der RAG. Alles in allem konnte die RAG mit dem Projekt elektronische Rechnungslegung sämtliche Prozesse im Zahlungsverkehr derart optimieren, dass sich die Lösung bereits nach 18 Monaten amortisiert hat.

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