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18.11.2009 Thomas Mach

Machtwort: SAP und die Wartungsgebühren

SAP gibt in Sachen Wartungsgebühren nicht klein bei. Wie es scheint versucht der Konzern auf Biegen und Brechen – wenn nötig auch über vielfältige Umwege – die Erhöhung der Wartungsgebühren in Form des sogenannten Enterprise Support umzusetzen.

Mehrere Male ist SAP mit seinem Ansinnen bereits gescheitert, doch die Vision vom verlockenden Geldregen aus bestehenden Kunden will allem Anschein nach nicht aus den Köpfen der Konzern-Verantwortlichen in Walldorf weichen.

Dass sich SAP damit selbst zunehmend das Grab schaufelt, scheint ein vernachlässigbarer Umstand zu sein. Dabei regt sich der Unmut bei Kunden immer lauter. Auch bei Kunden aus den Stammländern Deutschland und Österreich, die sich – dank kräftigen Einsatzes der deutschsprachigen Anwendervereinigung DSAG – immerhin noch eine »Sonderregelung« aushandeln konnten. Genau diese Anwender stößt das Unternehmen mit seinem jüngsten Schritt in Sachen Wartungsgebühren nun (wieder) vor den Kopf.

Das Bild vom verlässlichen Konzern und Software-Anbieter wandelt sich dadurch immer mehr zum Image des Heuschrecken-Kapitalisten-Konzerns, der einzig und allein auf Umsatzsteigerung aus ist. Und das nicht nur bei bestehenden Kunden, sondern auch bei potenziellen Neukunden. Denn der schlechte Ruf eilt SAP mittlerweile weit voraus, da ändern auch die immer wieder gefundenen »Kompromisse« in Sachen Wartungsgebühren nichts. Aus der bestehenden Anwenderschaft mehren sich wenig überraschend die Stimmen, die laut über einen Anbieterwechsel nachdenken.

Die Frage ist, wie lange SAP noch auf den Köpfen seiner Anwender »herumtanzen« kann. Erst recht, da – abseits des durch den Kauf von Business Objects gestärkten BI-Bereichs – in vielen Segmenten kaum Wachstum zu verzeichnen ist. Nach wie vor sind weder Netweaver noch Business by Design noch Enterprise SOA so richtig in die Gänge gekommen. Und sich darauf zu verlassen, dass Oracle »noch mehr Probleme« als SAP selbst hat, ist auch keine tatsächliche Option. Zwar ist die installierte Basis an SAP-Anwendern immer noch recht groß, doch der Markt hat sich gewandelt. Langfristiges Kundenvertrauen muss sich heutzutage wesentlich mehr als früher verdient werden, immerhin ist die Konkurrenz in Zeiten von Cloud Computing und Software as a Service nur dem sprichwörtlichen Klick entfernt. Bisherige Nischen-Konkurrenten wie etwa Salesforce.com scharren schon in den Startlöchern, um dem deutschen Konzern die Kunden abspenstig zu machen und den Unternehmenssoftwaremarkt umzukrempeln. SAP sollte sich mit seinen Kunden daher lieber gut stellen, statt sie der Konkurrenz in die (offenen) Arme zu treiben.

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