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02.01.2010 Peter Vogel*

Sechs Tipps, um Ordnung in die IT zu bekommen

Schnell, flexibel, effizient und preisgünstig - so soll die IT sein. Ohne einen gründlichen Hausputz wird das kaum gelingen.

Kluge CIOs richten ihre IT-Infrastruktur heute schon auf die Herausforderungen der Märkte von morgen aus. Aber was heißt das konkret? Zunächst einmal müssen die Unternehmen ihre gesamten Systeme auf den Prüfstand stellen. Wo es nötig ist, wird dann auf- und umgeräumt. Sechs Meilensteine säumen den Weg zu einer verbesserten IT-Infrastuktur. Sie reichen von der richtigen Definition der Projektziele bis zur automatisierten Softwareverteilung.

Projektplanung: Definieren Sie Ziele - im Ganzen und im Detail Die größte Herausforderung der IT-Reorganisation besteht darin, zunächst einmal klare Ziele zu entwickeln. Zudem sollten Projektetappen mit ihren jeweiligen Zielvorgaben definiert werden, denn eine schrittweise Annäherung an eine optimale Infrastruktur ist leichter zu überschauen und zu kontrollieren.

Gern vergessen werden auch eigentlich selbstverständliche Abläufe für ein systematisches Projekt-Management. Dazu gehören die Festlegung eines realistischen Zeithorizonts, die Kalkulation des Budgets, die Verteilung von Verantwortlichkeiten und die regelmäßige Überprüfung der Fortschritte.

Softwarebereinigung: Deinstallieren Sie alles, was nicht mehr nötig ist In fast jedem Unternehmen gibt es Anwendungen, die nicht mehr genutzt werden und oft längst in Vergessenheit geraten sind. Diese Applikationen kosten Geld - für den Support, für den Betrieb, für die Sicherung der Daten. Zuerst gilt es daher, festzustellen, welche Software eigentlich auf welchem Arbeitsplatzrechner beziehungsweise Server installiert ist. Danach ist zu prüfen, welche Anwendungen tatsächlich benötigt und auch verwendet werden, ob gegebenenfalls zu viele oder zu wenige Lizenzen vorhanden sind und wo unterschiedliche Versionen eines Produkts zum Einsatz kommen. Auf der Basis dieser Ergebnisse lässt sich die Restrukturierung der IT-Landschaft planen und umsetzen. Im Zuge der Softwarebereinigung sollten die implementierten Anwendungen auch auf ihren Nutzen für den Geschäftserfolg hin bewertet werden.

Diese Konsolidierung ist die Voraussetzung für eine skalierbare und flexible IT, die sich schnell an Änderungen im Markt anpassen lässt. Weniger Anwendungen heißt auch weniger Aufwand, also weniger Kosten für Administration, Wartung und Support. Zudem lassen sich hohe Gebühren für eine Überlizenzierung oder rechtliche Probleme aufgrund einer Unterlizenzierung vermeiden.

Server-Virtualisierung: Verbessern Sie die Auslastung Ihrer Server Der Begriff Server-Virtualisierung ist in aller Munde. Grob gesagt, wird dabei spezielle Virtualisierungs-Software auf einem Server installiert, die die physische Maschine in logische Einheiten unterteilt ("partitioniert"). Auf einem einzigen Server lassen sich so mehrere "virtuelle" Maschinen betreiben. Auf diese Weise können gering ausgelastete Server zusammengelegt oder zwei gleich konfigurierte Server zu einer Einheit verbunden werden. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Virtualisierung sind eine gute Planung und nicht zuletzt eine ausführliche Dokumentation.

Oft hapert es an der Akzeptanz der Server-Virtualisierung im Unternehmen. Hier kann ein Proof-of-Concept viel Überzeugungsarbeit leisten. Darüber hinaus sind Fragen zur Sicherheit und zum User-Management zu klären, denn es ist möglich, mit dem physikalischen Server auch die virtuellen Maschinen zu kontrollieren.

Selbstverständlich muss das gegenseitige Verhältnis der virtuellen Maschinen auf einem physischen Server geklärt werden. Empfehlenswert ist eine Reserve von rund 30 Prozent bei der Auslastung eines Servers. Diese Information nutzt aber gar nichts, wenn der aktuelle Status der Server nicht bekannt ist.

Durch eine Virtualisierung Ihrer Server gewinnt das Unternehmen mehr Ausfallsicherheit, sprich: Geschäftskontinuität. Es verbessert die Performance der Systeme, die effizienter und kosteneffektiver arbeiten können, ohne dass neue Hardware angeschafft werden muss.

Desktop-Virtualisierung: Schaffen Sie eine flexible Arbeitswelt Neben der Server-Virtualisierung lassen sich auch die Arbeitsplätze "virtualisieren". Desktop-Virtualisierung erlaubt es jedem Mitarbeiter, an einem beliebigen PC im Unternehmen zu arbeiten, ohne dass er seine gewohnten Arbeitsumgebung vermissen würde. Möglich ist das, indem die jeweiligen Arbeitsumgebungen zentral gespeichert und verwaltet werden.

Durch die Desktop-Virtualisierung lassen sich Veränderungen in der Organisation des Unternehmens umgehend in der IT abbilden. Die Standardisierung der IT-Landschaft wird vorangetrieben, Aufwand und Kosten für die Wartung der Desktop-PCs sinken. Das gilt vor allem für Applikationen, die zur Kollaboration, sprich: zur gemeinsamen Arbeit an einer bestimmten Aufgabe) dienen und deren Kommunikation die Bandbreite belastet. Hier macht es die Desktop-Virtualisierung möglich, den Datenverkehr nach dem Prinzip der Thin Clients auf dem Server zu internalisieren. Das spart Kosten.

Automatische Softwareverteilung: Verwalten Sie Applikationen zentral Früher liefen Techniker mit einem Stapel CDs durch das Unternehmen, um Software vor Ort zu installieren. Diese Zeiten sind vorbei. Heute gibt es moderne Tools zur automatischen, zentralen Verteilung und Verwaltung von Applikationen an eine Vielzahl von Arbeitsplätzen. Das spart Zeit und Geld. Voraussetzung ist allerdings eine gründliche Vorbereitung der Anwendungen. Beim "Paketieren" wird - um im Bild zu bleiben - aus dem Stapel CDs eine Datei (das "Paket") generiert, das sich dann über das Netzwerk verschicken lässt.

Für diesen Vorgang gibt es ebenfalls spezielle Werkzeuge. Sie erstellen, testen, dokumentieren und - falls notwendig - korrigieren die Pakete vollautomatisch. Die Richtlinien für die IT-Umgebung, beispielsweise die Standards für die Nomenklatur, Applikationsdaten und Steuerungsparameter der Softwareverteilung, werden nur einmal festgelegt. Danach entspricht jedes erzeugte Paket weitgehend diesen Vorgaben.

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