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09.01.2010 Werner Kurzlechner*, Thomas Pelkmann*

Die 10 strategischen IT-Trends 2010

CIOs müssen nicht länger darüber rätseln, welches die Schlüsseltechnologien im neuen Jahr sein werden. Denn die Analysten von Gartner haben auf ihrem Symposium ITxpo die Top Ten bereits herausgefiltert.

Um bei Gartner als strategisch wichtig zu gelten, müssen die Analysten nach eigener Definition einer Technologie signifikantes Potenzial für die kommenden drei Jahren zuschreiben. CIOs dürfen damit rechnen, in einigen der genannten Felder an größeren Investitionen nicht vorbeizukommen und im schlimmsten Fall als Nachzügler entscheidende Entwicklungen zu verschlafen. Anders gesagt: "Unternehmen sollten die genannten zehn Technologien in ihren strategischen Planungsprozess einbeziehen", rät David Cearley, Vizepräsident und Analyst bei Gartner. "Sie sollten entscheiden, welche Technologien ihren individuellen Business-Initiativen nützen." In jedem Fall sollten sich Firmen mit diesen zehn Technologien auseinandersetzen:

1. Cloud Computing: Nicht wirklich eine Überraschung. Cloud Computing liegt bekanntlich ein Modell zu Grunde, bei dem Provider ihren Kunden eine Vielzahl von IT-basierenden Leistungen anbieten. Das Konzept eliminiere die Kosten für IT-Lösungen zwar nicht, meint Gartner. Aber einige Ausgabenposten würden doch anders gestaltet, andere durchaus reduziert. Außerdem verändere Cloud Computing die Position der Anwender. Sie würden künftig zunehmend selbst als Cloud-Anbieter auftreten und Anwendungen, Informationen oder Geschäftsprozess-Services an ihre Kunden und Partner anbieten.

2. Advanced Analytics: Analyse-Tools und –Modelle versprechen Effektivität bei Geschäftsentscheidungen, indem sie alternative Ergebnisse und Szenarien aufzeigen. Gartner sieht hier eine neue Stufe der Unterstützung für operative Geschäftsentscheidungen erreicht. Anwendungen wie Customer Relationship Management (CRM) oder Enterprise Resource Planning (ERP) eröffneten demnach in der Vergangenheit neue Spielräume durch die schnelle und rechtzeitige Aufbereitung von Informationen. Die neue Technologie hingegen ermögliche den Blick in die Zukunft, so Gartner.

3. Client Computing: Virtualisierung bringe neue Möglichkeiten der Präsentation von Client Computing-Anwendungen mit sich, analysiert Gartner. Als Folge seien Entscheidungen über spezielle PC-Hardware-Plattformen oder auch Betriebssysteme weniger kritisch als in der Vergangenheit. Die Analysten raten Firmen dazu, proaktiv eine auf fünf bis acht Jahre angelegte, strategische Client Computing-Roadmap zu erstellen. Darin sollten unter anderem Entwicklungslinien für Gerätestandards, Ownership und Support herausgearbeitet sein, ebenso für die Wahl von Betriebssystemen und Anwendungen, ihren Einsatz und ihr Update.

4. IT for Green: Die grüne IT sollte nach Ansicht von Gartner ebenfalls nicht in Vergessenheit geraten. Die IT könne einen erheblichen Beitrag für eine sauberere Umwelt leisten, beispielsweise durch die Nutzung von elektronischen Dokumenten, Teleworking und somit das Überflüssigmachen von Dienstreisen. Eine noch stärkere Rolle kann die grüne IT nach Ansicht der Analysten künftig bei der Kostenreduktion spielen. Analyse-Tools können beispielsweise transparent machen, wo im Unternehmen Energie gespart werden kann.

5. Effizientere Rechenzentren: Auch hier geht es darum, nicht mehr sorglos Geld zu verschwenden. Einst plante man neue Rechenzentren mit enormen ungenutzten Raumkapazitäten, weil man die Entwicklung über 15 oder 20 Jahre im Blick hatte. Hier rät Gartner zu deutlich mehr Effizienz. Man mag gerne die später benötigten Raumkapazitäten vorhalten, sollte sich aber mit einer genutzten Fläche begnügen, die für die kommenden fünf bis sieben Jahre ausreicht. Durch den so erreichten Einschnitt bei den Betriebskosten schaufle man Geld für aktuell wichtigere Projekte frei, so die Analysten.

6. Social Computing: Die Mitarbeiter haben es laut Gartner satt, in zwei getrennten Welten zu arbeiten: einer für ihre Arbeit im engeren Sinne und einer für den Zugang zu "externen" Informationen. Deshalb sollten sich Unternehmen auf den Einsatz von Social Software am Arbeitsplatz ebenso einstellen wie auf die Rolle von Communities im Unternehmen und darüber hinaus.

7. Aktives Monitoring: Sicherheit meint traditionell den Bau eines Zaun, um Gefahren von außen abzuwehren. Tempi passati, findet Gartner. Längst habe sich Security zu einem aktiven Beobachten von Aktivitäten und auffälligen Mustern entwickelt. Der Markt biete mittlerweile eine unüberschaubare Vielfalt an Monitoring- und Analyse-Tools, mit deren Hilfe sich Unternehmen besser vor verdächtigen Geschehnissen schützen können. Die strategischen Herausforderung besteht nach Ansicht der Analysten derzeit darin, die Stärken und Schwächen dieser Angebote zu verstehen und eine geeignete Lösung für die eigenen Anforderungen herauszufiltern.

8. Flash Memory: Eine Abwägungsfrage ist auch mit der Flash Memory-Technologie verbunden. Die halbleiterbasierende Speichertechnik ist zwar durch ihren Einsatz in USB-Sticks oder Speicherkarten von Digitalkameras längst vertraut. Aber der Durchbruch als Speichermedium von Relevanz in der Unternehmens-IT steht erst noch davor. Gartner hat keinen Zweifel daran, dass er in Bälde kommt. Mit jährlichen Wachstumsraten von hundert Prozent sei zu rechnen – falls sich der Preisverfall wie zuletzt fortsetzt. Naheliegende strategische Rätselfrage: Wann zuschlagen? Wenn mit sinkenden Preisen weiter zu rechnen ist.

9. Virtualisierung: Klar, wie jedes Jahr, mag manch ein genervter IT-Entscheider denken. Gartner rechtfertigt seine Einschätzung mit neuen Elementen wie Live Migration for Availability, die Auswirkungen auf längere Sicht hätten. Bei der Migration in Echtzeit mittels Virtual Machine sei mittlerweile jeder Level an Erreichbarkeit herstellbar. Folge des Fortschrittes in diesem Bereich: Auch ohne teure Hochzuverlässigkeits-Hardware und Aufallsicherheits-Software können Erreichbarkeits-Anforderungen erfüllt werden. Virtualisierung wird laut Gartner dadurch zum Schlüssel für Kostensenkungen, reduzierte Komplexität und steigende Agilität.

10. Mobile Anwendungen: Das Umfeld für eine wachsende Konvergenz von Web und Mobilität gedeiht unverkennbar. Bis Ende 2010 sind laut Gartner-Prognose 1,2 Milliarden Menschen mit Endgeräten ausgerüstet, mit denen sie surfen können und vieles mehr. Ein wirklicher Schub auf diesem Sektor hängt nach Einschätzung der Analysten vor allem von einem Faktor ab: Die bisherige Vielfalt an Anwendungen beispielsweise für das iPhone von Apple müsste in einer neuen Version so gestaltet werden, dass die Applikationen flexibel auf dem mobilen Miniatur-System wie am Rechner laufen können.

* Der Autor ist Redakteur des deutschen CIO.

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