IT-Trends 2010: Steigende IT-Industrialisierung schafft Spielräume Detail - Computerwelt

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19.02.2010 Rudolf Felser

IT-Trends 2010: Steigende IT-Industrialisierung schafft Spielräume

Mit Virtualisierung setzen die IT-Leiter heuer ein Infrastrukturthema an die Spitze der wichtigsten Technologien und Anwendungen, so ein Ergebnis der jährlichen Capgemini IT-Trends-Studie.

Auf den weiteren Plätzen folgen drei Themen rund um Informationsqualität: Master Data, Business-Information- sowie Data-Quality-Management.

Für die nunmehr achte Ausgabe der Studie (PDF-Download) hat das Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen im November 2009 die IT-Verantwortlichen von 133 Konzernen und großen Mittelständlern im deutschsprachigen Raum befragt. Während viele Virtualisierungsprojekte allerdings bereits in die Betriebsphase übergegangen sind, laufen die Maßnahmen zur Erhöhung der Informationsqualität häufig gerade erst an.

"Damit dominieren in diesem Jahr Projekte, die das Ziel haben, aus den bereits gesammelten Daten zusätzlichen Mehrwert für das Geschäft zu generieren. Die IT spielt also eine immer größere Rolle bei der Umsetzung der unternehmerischen Ziele", kommentiert Bernd Bugelnig, Vice President, Capgemini Consulting Österreich. Neu aufgesetzt werden in diesem Jahr auch viele Projekte rund um Identity und Access Management sowie Unified Communications-Lösungen. Themen wie Social Networking Tools, öffentliche Blogs oder Microblogging genießen zwar einen Aufmerksamkeitswert, rangieren aber in der alltäglichen IT-Praxis auf den hinteren Plätzen.

Bei der Industrialisierung ihrer IT sind die Unternehmen im vergangenen Jahr einen großen Schritt vorangekommen. Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer erzielte überdurchschnittliche Ergebnisse und wurde im Gesamtindex als Industrialisierungs-Vorreiter ("Leader") eingestuft (2009: 34,7 Prozent). Am anderen Ende der Skala bewegen sich die Industrialisierungs-Nachzügler ("Follower"), die in diesem Jahr 30 Prozent der Teilnehmer ausmachen (2009: 45,3 Prozent). Als Kriterien für die Berechnung des Index wurden die Eigenleistungstiefe sowie der Grad der Automatisierung und Standardisierung von Hardware, Software und Prozessen ermittelt.

ZU WENIG AUSGELAGERT Während die IT-Abteilungen von Industrialisierungs-Vorreitern schlank aufgestellt sind und viele Leistungen von externen Dienstleistern erbracht werden, haben Industrialisierungs-Nachzügler eine hohe Zahl eigener Mitarbeiter und lagern wenig aus. Dementsprechend unterschiedlich sind die Probleme der beiden Gruppen: Die einen (Leader) kämpfen vor allem mit zu vielen Externen im Verhältnis zu eigenen Mitarbeitern sowie mit interner Politik. Die anderen (Follower) stehen in erster Linie vor organisatorischen Herausforderungen wie der Bewältigung der vielen Projekte, die gleichzeitig durchgeführt werden müssen, außerdem mit zu wenig internen Ressourcen sowie unklaren Projektzielen.

"Viele Industrialisierungs-Nachzügler haben im vergangenen Jahr das Change Management versäumt, das sie jetzt dringend nachholen müssen. Die meisten Vorreiter hingegen haben diesen Prozess bereits abgeschlossen und können sich jetzt neuen Themen zuwenden", so Dieter Harreither, Vice President, Capgemini Consulting Österreich.

Die Eigenleistungstiefe ist in allen Bereichen stark gesunken: von der Anwendungsentwicklung (2010: 33,1 Prozent, 2009: 44,5 Prozent) über das Anwendungsmanagement (2010: 47,5 Prozent, 2009: 63,9 Prozent) bis zum Infrastrukturmanagement (2010: 49,6 Prozent, 2009: 60,9 Prozent). Eine Ursache dafür war die Krise des vergangenen Jahres und die daraus resultierenden knappen Budgets. "Viele CIOs waren gezwungen, schnell zu handeln. Sie mussten ihre IT-Abteilungen schlanker aufstellen und die Fixkosten reduzieren. Der Lohn der Anstrengung ist, dass Budget-Kürzungen heute oftmals gelassener entgegen gesehen wird als vor zwölf Monaten", erklärt Bugelnig. (pi/rnf)

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