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23.02.2010 Rudolf Felser

Video-Trend: Aufholbedarf bei Österreichs Unternehmen

Videos bzw. Videokommunikation sind kein Freizeitphänomen mehr, sondern haben im Geschäftsalltag längst Fuß gefasst. In Österreich gibt es laut einer Marketagent-Studie allerdings großen Aufholbedarf.

Die repräsentative Studie zum Thema "Nutzung von Videokommunikation in Österreichs Unternehmen" wurde im Auftrag von Cisco und des E-Center der Wirtschaftskammer Österreich durchgeführt. Sie hat ergeben, dass in Österreich eine große Lücke zwischen Wissen und praktischer Umsetzung klafft: Unternehmer und Mitarbeiter sind sich zwar bewusst, dass der Einsatz von Videokommunikation an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnt und großes Einsparungspotenzial birgt, Handlungsbedarf sehen sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht.

FLUGREISEN BEVORZUGT Befragt wurden 1.000 Personen, davon 500 Unternehmer und 500 Mitarbeiter aus österreichischen Betrieben. 71 Prozent der Befragten ist bewusst, dass Unternehmen vom stärkeren Einsatz von Videoanwendungen profitieren können. Die Bereiche Werbung, Marketing und PR (68 Prozent), Aus- und Weiterbildung oder Verkauf und Vertrieb (je 50 Prozent) werden dabei am Häufigsten genannt. In ihrem Unternehmen wünschen sich aber nur 43 Prozent den Einsatz von Videoschulungen, 41 Prozent von Informationsvideos und knappe 40 Prozent von Präsentationsvideos im Internet, wie beispielsweise auf der Unternehmens-Homepage oder auf Youtube. Gar nur ein Drittel der Studienteilnehmer möchte Videokonferenzen oder Videotelefonie verstärkt einsetzen.

Trotz Einsparungspotenzial und Umweltschutzdiskussion ziehen immer noch 50 Prozent der heimischen Manager Flugreisen einer Videokonferenz vor - auch das zeigt die Studie auf. Gleichzeitig betonen 57 Prozent, dass Geschäftsreisen durch den Einsatz von Videoanwendungen natürlich verringert werden können. Das Einsparungspotenzial beträgt laut Einschätzung der Unternehmer etwa 20 Prozent.

Unternehmer, die Videokonferenzen schon heute in der Praxis einsetzen, bestätigen diese Schätzung: knapp 70 Prozent geben an, dass Videokonferenzen genutzt werden, um Kosten (68 Prozent) und Zeit (66 Prozent) zu sparen. Trotzdem haben rund 55 Prozent der Unternehmen, die keine Videokonferenzen einsetzen, nach wie vor grundsätzlich kein Interesse daran beziehungsweise sehen keinen Handlungsbedarf. 78 Prozent der Befragten sind sogar der Meinung, dass Österreichs Unternehmen generell Aufholbedarf beim Einsatz von Videotechnologien haben - konkret in den Bereichen Videokonferenzen (64 Prozent), Schulungsvideos (58 Prozent) und Informationsvideos (56 Prozent).

PRIVATHAUSHALTE BESSER AUSGESTATTET Auch bei der Ausstattung mit Videotechnologien sind Österreichs Unternehmen nicht gerade an der Spitze: Zwar besitzen 70 Prozent der Studienteilnehmer ein Handy mit Videofunktion, das sie privat oder beruflich nutzen, aber 78 Prozent haben an ihrem Arbeitsplatz keinen PC oder Laptop mit einer integrierten Videokamera oder Webcam. Bei den Privathaushalten sieht die Sache hingegen anders aus: Bei 56 Prozent sind Videokameras in den PCs bereits einsatzbereit.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat die zunehmende Bedeutung von Videos für den Geschäftserfolg der heimischen Unternehmen erkannt und mit dem E-Video-Award einen Preis dafür ins Leben gerufen. Die Preisverleihung des ersten E-Video-Awards erfolgt am 4. März 2010 beim diesjährigen E-Day der WKÖ im Haus der Österreichischen Wirtschaft in Wien.

INTERNATIONALER TREND Das Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan hat in einer Studie eine steigende Nutzung von hochauflösenden Videokonferenzen, wie beispielsweise Ciscos Tele Presence, in Unternehmen vorausgesagt. Bis 2014 soll das Marktvolumen auf 4,7 Mrd. Dollar ansteigen. Insbesondere der Asien-Pazifik-Raum wird in der Studie als Wachstumsmarkt für den Bereich Tele Presence angesehen. Bis 2014 soll dieser Markt mit 1,7 Mrd. Dollar über ein Drittel des gesamten Weltmarkts ausmachen. Vorangetrieben wird dieser Trend durch die anhaltende Globalisierung. (pi/rnf)

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