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24.02.2010 Alex Wolschann/pi

Kommunikation per Video wenig beliebt

Knapp die Hälfte der heimischen Manager zieht eine strapaziöse Flugreise einer Videokommunikation a la Telepresence vor. Dabei wissen die meisten Unternehmen um die Sparpotenziale für Budget und Klimabelastung.

Videos sind kein bloßes Freizeitphänomen mehr, sondern haben im Geschäftsalltag international längst Fuß gefasst. In Österreich gibt es allerdings großen Aufholbedarf. Das ergab eine Studie des Instituts Marketagent zum Thema »Nutzung von Videokommunikation in Österreichs Unternehmen«, die im Auftrag von Cisco und der Wirtschaftskammer Österreich durchgeführt wurde.

Die Studie hat ergeben, dass in Österreich eine große Lücke zwischen Wissen und praktischer Umsetzung klafft: Österreichs Unternehmer und deren Mitarbeiter sind sich zwar bewusst, dass der Einsatz von Videokommunikation an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnt und großes Einsparungspotenzial birgt, wirklichen Handlungsbedarf sehen sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber keinen. Befragt wurden 1.000 Personen, davon 500 Unternehmer und 500 Mitarbeiter aus österreichischen Betrieben.

EINSPARUNGSPOTENZIALE SIND GEMEINHIN BEKANNT Gleich 71 Prozent der Befragten ist bewusst, dass Unternehmen vom stärkeren Einsatz von Videoanwendungen profitieren können. Die Bereiche Werbung, Marketing und PR (68 Prozent), Aus- und Weiterbildung oder Verkauf und Vertrieb (je 50 Prozent) werden dabei am Häufigsten genannt. In ihrem Unternehmen wünschen sich aber nur 43 Prozent den Einsatz von Videoschulungen, 41 Prozent von Informationsvideos und knappe 40 Prozent von Präsentationsvideos im Internet, wie zum Beispiel auf der Unternehmens-Homepage oder auf YouTube. Gar nur ein Drittel der Studienteilnehmer möchte Videokonferenzen oder Videotelefonie verstärkt einsetzen.

Trotz Einsparungspotenzial und Umweltschutzdiskussion ziehen immer noch 50 Prozent der heimischen Manager Flugreisen einer Videokonferenz vor – auch das zeigt die Studie auf. Gleichzeitig betonen 57 Prozent, dass Geschäftsreisen durch den Einsatz von Videoanwendungen natürlich verringert werden können. Das Einsparungspotenzial beträgt laut Einschätzung der Unternehmer etwa 20 Prozent.

Unternehmer, die Videokonferenzen schon heute in der Praxis einsetzen, bestätigen diese Schätzung: knapp 70 Prozent geben an, dass Videokonferenzen genutzt werden, um Kosten (68 Prozent) und Zeit (66 Prozent) zu sparen. Trotzdem haben rund 55 Prozent der Unternehmen, die keine Videokonferenzen einsetzen, nach wie vor grundsätzlich kein Interesse daran oder sehen keinen Handlungsbedarf.

Gleich 78 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Österreichs Unternehmen generell Aufholbedarf beim Einsatz von Videotechnologien haben – konkret in den Bereichen Videokonferenzen (64 Prozent), Schulungsvideos (58 Prozent) und Informationsvideos (56 Prozent). Auch bei der Ausstattung mit Videotechnologien sind Österreichs Unternehmen nicht gerade an der Spitze: Zwar besitzen 70 Prozent der Studienteilnehmer ein Handy mit Videofunktion, das sie privat oder beruflich nutzen, aber 78 Prozent haben an ihrem Arbeitsplatz kein Gerät mit einer integrierten Videokamera oder Webcam. Bei den Privathaushalten sieht die Sache hingegen anders aus: Bei 56 Prozent sind Videokameras in den Rechnern bereits einsatzbereit.

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