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02.03.2010 Oliver Weiss

T-Systems optimiert IT-Landschaft von Shell

Wenn ein Unternehmen, das weltweit 102.000 Mitarbeiter beschäftigt, seine IT-Landschaft aus der Eigenverantwortung in die Hände von Dienstleistern übergibt, darf der Boxenstopp nicht allzu lang dauern.

Das Maximum aus jedem Tropfen rausholen heißt in der Shell-Sprache "Gas geben". Der Ölkonzern ist so etwas wie Experte in Sachen Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit. Und wenn ein Unternehmen, das weltweit 102.000 Mitarbeiter beschäftigt, seine Informations- und Kommunikationstechnik aus der Eigenverantwortung in die Hände von Dienstleistern übergibt, darf der Boxenstopp nicht allzu lang dauern.

Früh hatte Shells Executive Vice President und CIO, Alan Matula, zu erkennen gegeben, dass Europas – gemessen am Umsatz – größtes Unternehmen seinen globalen Multi-Milliarden-Dollar-Auftrag in drei Bereiche splitten würde: den Betrieb der Server und Speicher in den Rechenzentren, den PC-Betrieb inklusive Helpdesk und den Netzbetrieb. Alan Matula selbst wollte entscheiden, welche drei Anbieter gleichberechtigt miteinander den Auftrag übernehmen.

Welche Aufmerksamkeit das Konstrukt des Raffineriebetreibers in der gesamten IT-Welt auslöste, verdeutlichte Großbritanniens führender IT-Industrie-Analyst Richard Holway: "Die von Shell zu vergebenden Deals sind echte Coups. Denn die Zahl der Aufträge von mehr als einer Milliarde Dollar geht in den jüngsten Jahren dramatisch zurück, und nur relativ wenige Provider kommen für die globale Anforderung, die Shell stellt, überhaupt infrage." Die Entscheidung in dem von Shell auf fünf Jahre angelegten IT Master Services Agreement (MSA) fiel Ende 2007. Der Ölkonzern beauftragte die HP-Tochter EDS mit dem Management der Endbenutzer-Computing-Services, AT&T mit dem Netzbetrieb und übergab T-Systems die globale Infrastruktur seines Server- und Speicherbetriebs.

Im Zuge seines Strategieprogramms "More Upstream, Profitable Downstream" lautete Shells Zielvorgabe, seine IT-Systeme effizienter, nachhaltiger und flexibler zu machen und in jedem der folgenden fünf Jahre 500 Millionen Dollar Kosten einzusparen. Im Kern ging es Shell um drei Punkte: einen reibungslosen Übergang der Verantwortung für den Betrieb der globalen Rechenzentren, eine globale Lieferfähigkeit und eine bessere Technologie, die im Ergebnis bei Shell zu mehr Qualität und Flexibilität und zu weniger Kosten führt.

Als drittgrößtes Unternehmen der Welt tritt der niederländisch-britische Ölgigant ungleich globaler auf als T-Systems. Die berühmte Fahne mit der Muschel weht über den weltweit 45.000 gelben Tankstellen mit täglich 25 Millionen Kunden in 120 Ländern der Erde. Bis Mitte vergangenen Jahres war T-Systems immerhin einer der größten IT-Dienstleister in Europa, aber nur in 23 Ländern der Erde präsent. Ohne den schnellen Aufbau einer weltweiten Delivery-Fähigkeit und eines neuen Servicemanagements in Malaysia – vor allem in den Shell-Stationen“, in denen T-Systems bis dahin gar nicht aktiv war – wäre es nicht möglich gewesen, den Shell-Anforderungen weltweit gerecht zur werden.

Mit der Übernahme von fünf Shell-Rechenzentren in Amsterdam, Houston und Cyberjaja in Malaysia sowie der Migration von schon mehr als 120 globalen SAP-Systemen auf die Dynamic-Services-Plattform von T-Systems in München wurden die vereinbarten Service Level Agreements teilweise sogar schon übertroffen. Seit Januar 2010 laufen alle SAP-Systeme von Shell komplett in München.

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