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10.03.2010 Dietmar Appeltauer*

Gastkommentar: Sparpotenziale

Haben Sie gewusst, dass ein 30-minütiges Handy-Telefonat gleich viel CO2 verbraucht, wie das Erwärmen von Wasser für eine Badewanne? Bei 1,6 Milliarden Minuten, die die Österreicher durchschnittlich pro Monat mit ihrem Handy telefonieren, kommt da Einiges zusammen.

Der jährliche Energieverbrauch sowie der anfallende CO2-Ausstoß im Telekom-Umfeld sind enorm – die Einsparungspotenziale sind es auch. Durch Energieeinsparungen und effiziente, smarte Netzwerk-Lösungen könnte die Telekom-Branche den CO2-Ausstoß bis 2020 um bis zu 15 Prozent reduzieren. Energiesparen heißt dabei auch Kosten sparen – Telekommunikations-Anbieter können beim Einsatz der neuesten Technologien ihre Betriebskosten ganz entscheidend nach unten drücken. Ökologische und wirtschaftliche Ziele gehen hier Hand in Hand – Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit können gesteigert werden. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist das von entscheidender Bedeutung.

Bereits das Nachrüsten bestehender Telko-Netzwerke (vor allem von mobilen Netzwerken) durch neue Hardware kann zu signifikanten Einsparungen führen. Neue Software-Funktionalitäten, wie die Möglichkeit einer automatischen Deaktivierung, eines Energiesparmodus oder Fern-Abschaltung von Anlagen während Zeiträumen mit geringer Auslastung sind nur einige der möglichen Maßnahmen. Auch Lösungen für eine optimierte Energienutzung bei Kühl- und Klimaanlagen von Netz-Hardware senken den Energieverbrauch. So können beispielsweise alleine durch die Kühlung von Anlagen mit Frischluft 30 Prozent der Energiekosten eingespart werden. Insgesamt lässt sich durch die Kombination des Einsatzes von intelligenter Software und neuester Hardware zu einem abgestimmten Mix ein Einsparungspotential von bis zu 70 Prozent realisieren. Ein gesenkter Energiebedarf ebnet in weiterer Folge den Weg hin zum verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien wie Solar- oder Windenergie. Diese Formen der alternativen Energiegewinnung ermöglichen einen effizienteren Betrieb der »Outdoor-Hardware« – ein großes Thema insbesondere in Schwellenländern.

Laut internationalen Experten verbrauchte vor wenigen Jahren der Betrieb und die Kühlung von Servern in Westeuropa 37 Terrawatt-Stunden – das entspricht ungefähr der Stromerzeugung von bis zu vier Atomkraftwerken. In der Telekommunikations-Industrie können in Sachen Ökologie und effizienter Energieeinsatz vor allem die Betreiber von Telko-Netzwerken eine zentrale Rolle einnehmen. Vom gesamten Energieverbrauch eines Netzbetreibers entfallen alleine 86 Prozent nur auf das Netzwerk (Masten, Switch Sites). Daher lassen sich gerade in diesem Bereich durch neue Technologien nachhaltige Verbesserungen erzielen, die insgesamt zu einer Verringerung des ökologischen Fußabdrucks führen.

Ressourcen werden immer knapper, die gesetzlichen Regelungen verschärfen sich, Einsparungspotenziale müssen gehoben werden. Alles gute Gründe, um auf Energieeffizienz zu setzen. Die Telekommunikationsbranche – und Anbieter von energieeffizienten Lösungen – können hier einen entscheidenden Beitrag leisten.

* Dietmar Appeltauer ist Leiter Zentral-/Osteuropa bei Nokia Siemens Networks.

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