Soziale Verantwortung muss groß geschrieben werden Detail - Computerwelt

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07.04.2010 Michaela Holy

Soziale Verantwortung muss groß geschrieben werden

Corporate Social Responsibility ist nicht nur ein marketingwirksames Schlagwort nach dem Motto "tue Gutes und rede darüber", sondern wirkt sich meist auch positiv auf das Geschäftsergebnis aus.

Das Drei-Säulen-Modell, auf dem Corporate Social Responsibility (CSR) basiert, geht davon aus, dass die Gesamtperformance eines Unternehmens daran gemessen werden sollte, in welchem Ausmaß sie zu wirtschaftlichem Wohlstand, Umweltqualität und Sozialkapital beiträgt. In Zeiten immer härter werdender Konkurrenz gerät die soziale Verantwortung eines Unternehmens aber zusehends ins Hintertreffen und obwohl die meisten CSR-Maßnahmen sich auch positiv auf das gesamte Geschäftsergebnis auswirken, fehlt vielen (vor allem kleineren und mittleren) Unternehmen im täglichen Kampf ums wirtschaftliche Überleben der richtige Zugang zu der Materie.

»Corporate Social Responsibility ist kein Sozialprogramm, sondern ein Managementansatz, der neben der Wirtschaftlichkeit auch gesellschaftliche Belange berücksichtigt«, erklärt Bettina Lorentschitsch, Bundessprecherin der Experts Group CSR-Consultants im Fachverband Unternehmensberatung und IT (UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich. Um Unternehmen dabei zu unterstützen, wurde der »CSR Leitfaden für Ein-Personen-Unternehmen« erstellt, an dem unter anderem Robert Bodenstein, Obmann der Berufsgruppe Unternehmensberater, maßgeblich beteiligt war. »Für kleine Unternehmen ist soziale Verantwortung selbstverständlich – oft hilft aber der Blick von außen, die Wirtschaftlichkeit und die Nachhaltigkeit zu optimieren. Echte, gelebte CSR bringt Wettbewerbsvorteile, höhere Konflikt- und Krisenresistenz, Kosteneinsparungen, aber auch Informationsvorteile durch mehr Nähe zum Kunden und zu Geschäftspartnern«, erklärt Bodenstein. »Gerade für KMU und EPU besonders relevant, da sie meist stark von guten Kontakten und Netzwerken abhängen«.

EIGENE GRUNDWERTE BERÜCKSICHTIGEN Bettina Lorentschitsch rät Unternehmern, sich Gedanken darüber zu machen, was ihnen selbst als Mensch wichtig ist, und wenn die Grundwerte definiert sind, diese auch in die Firmenkultur einfließen zu lassen. Wenn zum Beispiel dem Unternehmer seine Familie sehr wichtig ist, sollte er sich überlegen, welche Maßnahmen man treffen könnte, damit nicht nur er selbst, sondern auch seine Mitarbeiter Beruf und Familie sinnvoll vereinbaren können. »Ich selbst bespreche mit meiner Buchhalterin ihre Anwesenheitszeiten jedes Jahr im September aufs Neue, um auf den Stundenplan ihres Sohnes Rücksicht nehmen zu können«, schildert sie aus ihrer eigenen Praxis. Immer öfter würden Unternehmen auch die Angehörigen ihrer Mitarbeiter zu kleinen Festen oder ähnlichen Anlässen in den Betrieb einladen, was sowohl das Verständnis für die Arbeit als auch das Betriebsklima fördere.

Was konkret die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens fördert und gleichzeitig eine CSR-Maßnahme darstellt, ist die frühzeitige Begeisterung von Kindern für Technik und die Vermittlung einer technischen Grundbildung – denn dies leistet einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in Gesellschaft und Wirtschaft. Neben staatlichen Aktionen wie beispielsweise dem »Girls Day« speziell für Mädchen gibt es auch zahlreiche Förderangebote von IT-Unternehmen, die alle Stationen des lebenslangen Lernens abdecken. Der Chiphersteller Intel beispielsweise unterstützt im Rahmen der »Intel Bildungsinititative« unter anderem Lehrer-Fortbildungen, Ausstattung von Klassen mit Computern, Entwicklung von Lernsoftware sowie Forschungswettbewerbe und -stipendien. Dazu investiert das Unternehmen jährlich 100 Millionen Dollar insbesondere in die Bereiche Mathematik, Wissenschaft und Technologie.

IBM als weiteres Beispiel stattet Kindertagesstätten mit Computern aus, um Kinder frühzeitig an Informationstechnologien heranzuführen. Als erster österreichischer Kindergarten hat so der Kindergarten Gudrunstraße vor zehn Jahren einen bunten Kidsmart-Lerncomputer für die Kinder erhalten. Außerdem unterstützt das Unternehmen Erzieher mit Fortbildungen.

Auch Microsoft leistet viel CSR-Arbeit: Unter anderem gibt es Maßnahmen, um Frauen in sozialen Notlagen IT-Kenntnisse zu vermitteln. Der von Armut betroffenen Zielgruppe wird in speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen EDV-Schulungen eine Chance auf Ausbildung und Arbeit gegeben. Außerdem wird im Rahmen des Trigos-Awards, einer »Auszeichnung für Unternehmen mit Verantwortung«, gemeinsam mit Microsoft Österreich ein Sonderpreis für Maßnahmen gegen Armut und soziale Benachteiligung verliehen. Für 2010 haben 166 Unternehmen ihre Projekte für den Trigos-Award eingereicht.

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