Business Continuity: Vorsorge statt höherer Gewalt Detail - Computerwelt

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19.04.2010 Peer Stemmler*

Business Continuity: Vorsorge statt höherer Gewalt

Für den ungestörten Betrieb eines Unternehmens stellt die IT eine eigene Störquelle dar. Doch die IT kann auch zur Vermeidung von Betriebsstörungen beitragen – durch die Verlagerung von Prozessen in die virtuelle Welt.

Business Continuity (BC) gehört zu den Themen mit Aufwärtstrend. Die Sicherstellung eines reibungslos funktionierenden Geschäftsbetriebs ist für die Unternehmen zu einer Herausforderung geworden. Zwei Ursachen sind dafür verantwortlich: Zum einen sind die Geschäftsprozesse heute enger denn je verzahnt, sie reichen oft über große räumliche Distanzen und erstrecken sich nicht selten über Kontinente. Zum anderen haben die externen Störfaktoren an Zahl und Umfang zugenommen: Naturereignisse können den Geschäftsbetrieb ebenso beinträchtigen oder lahm legen.

Zu den herkömmlichen Unwägbarkeiten von Natur und Mensch ist die der IT-Systeme dazugekommen. Da Geschäftsprozesse heute nahezu ausnahmslos von der IT gesteuert und verwaltet werden, ist der Ausfall der Kern-Systeme für das betroffene Unternehmen ebenso folgenreich wie ein Brand oder eine Überschwemmung. Sogar der gefürchtete mehrtägige Stromausfall hat – nach Ausmusterung der mechanischen Schreibmaschine – ein anderes und deutlich größeres Gewicht.

Hier hat die IT in den letzten Jahren die passenden Lösungen entwickelt, indem sie die Möglichkeit geschaffen hat, dass Mitarbeiter die Ressourcen eines Unternehmens auch außerhalb der jeweiligen Betriebsstätten nutzen können. Je mehr Geschäftsprozesse digitalisiert wurden, desto mehr lassen sie sich auch Online ausführen.

Auch Unternehmen, die im "Regelbetrieb" lieber mit traditionellen In-House-Strukturen arbeiten, erhalten damit für Störungs- oder Krisensituationen zusätzliche Optionen. Sie können sich zum Beispiel durch die Verlagerung von dafür geeigneten Tätigkeiten in das Home Office zumindest teilweise von Störungen des Verkehrswesens unabhängig machen. Online-Meetings – Webkonferenzen – wiederum ermöglichen es Mitarbeitern, ortsunabhängig mit Kollegen, Geschäftspartnern oder Kunden zusammenzuarbeiten. Dabei können Dokumente in Echtzeit gemeinsam bearbeitet werden und mit Webcams können sich die Teilnehmer von Online-Meetings auch sehen. Werden mobile Systeme verwendet, müssen sich die Teilnehmer nicht einmal an bestimmten Orten befinden.

Solche temporären "virtuelle Communities" lassen sich heute auch kurzfristig einrichten. Die technischen Voraussetzungen sind in jedem Unternehmen vorhanden: Mehr als ein PC mit Internetzugang ist nicht erforderlich, denn es gibt Lösungen, die durchgängig als Software-as-a-Servce funktionieren. Die Unternehmen müssen also nicht einmal Software installieren, sondern wickeln ihr gesamten Online-Meeting über einen Provider ab. Die Technologie ist mittlerweile ausgereift und biete ein hohe Datensicherheit. Besonders für unternehmenskritische Prozesse ist wichtig, dass der Provider keine Daten – beispielsweise die während eines Meetings ausgetauschten Dokumente – speichert; nach Ende einer Sitzung bleiben so nirgends Datenschatten zurück.

Auch wenn sich Online-Meetings ad-hoc aufsetzen lassen, im Sinne eines ordentlichen Business-Continuity-Management sollten Unternehmen diese Optionen von vorneherein in ihren entsprechenden Planungen berücksichtigen. Es muss also festgelegt werden, wer in welchen Fällen per Online-Meeting erreichbar ist, es müssen natürlich auch Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten geregelt werden und selbstverständlich müssen Online-Meetings auch in die Sicherheitskonzepte eines Unternehmens integriert werden.

Auch wenn sich Online-Meetings ad-hoc aufsetzen lassen, im Sinne eines ordentlichen Business-Continuity-Management sollten Unternehmen diese Optionen von vorneherein in ihren entsprechenden Planungen berücksichtigen. Es muss also festgelegt werden, wer in welchen Fällen per Online-Meeting erreichbar ist, es müssen natürlich auch Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten geregelt werden und selbstverständlich müssen On-line-Meetings auch in die Sicherheitskonzepte eines Unternehmens integriert werden.

Natürlich können Online-Meetings kein Allheilmittel gegen jedwede Störung der Business Continuity sein. Bei einem landesweiten Stromausfall, wie er sich 2008 im deutschen Münsterland ereignete, helfen auch Online-Meetings nicht weiter. Aber Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zumindest im Störfall stärker in virtuelle Communities einbinden, können sich durchaus von einigen Widrigkeiten ein Stück weit unabhängig machen – während die Mitbewerber beim nächsten Schnee, Bahn-, Vulkan- oder Flughafenchaos die Zeit mit Warten auf bessere Verhältnisse absitzen.

* Peer Stemmler ist Country Manager Deutschland bei Cisco WebEx in Düsseldorf.

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