Gastkommentar: Open-Source-Mythen Detail - Computerwelt

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05.05.2010 OSCAR*

Gastkommentar: Open-Source-Mythen

Es ist ein Mythos zu glauben, Open-Source-Lösungen würden nichts kosten. Daher möchte ich heute eine – nennen wir sie Aufklärungsserie – starten, die sich gängigen Mythen rund um den Open-Source-Bereich widmet.

Der Begriff Mythos wird in der Gegenwart zumeist für eine Erzählung verwendet, die Anspruch auf Geltung erhebt und je nach Standpunkt berechtigt oder unberechtigt ist (zum Beispiel als Gerücht). Zweiteres trifft wiederum etwa auf die Behauptung zu, dass Open-Source-Projekte gänzlich kostenlos sind und sich damit in einer Art von »budgetfreien Raum« bewegen würden. OS wird oft mit dem Begriff freier Software übersetzt und trägt damit zur Verwirrung der Anwender bei, die das fälschlicherweise mit kostenlos assoziieren. Das Motto heißt aber »free speech, not free beer«, also offengelegter Quelltext mit mehr oder weniger limitierter Freiheit, diesen zu verwenden, zu verändern und weiterzugeben (mehr dazu in einer der nächsten Kolumnen).

Ausgehend von einer wirtschaftlichen Verwendung muss auch eine OS-Lösung implementiert, angepasst und auch betrieben werden. Sei es von der eigenen, internen IT-Abteilung oder einem externen Partner – es entstehen auf jeden Fall (Dienstleistungs)Kosten. Je nach Geschäftsmodell des Open-Source-Herstellers werden neben so genannten Community-Versionen meist auch kostenpflichtige Enterprise- oder Professional-Versionen angeboten. Für diese Kosten, im Fachjargon zumeist Subskription genannt, erhalten Kunden neben einer qualitätsgesicherten Version der Lösung auch erweiterte Funktionen, vor allem aber die für einen professionellen IT-Betrieb in Unternehmen notwendige Wartung sowie Support mit genau definiertem Service-Level.

Diese Modelle basieren aber oft auf anderen Berechnungsmodellen, als die der proprietären Closed-Source-Hersteller. Anwender haben sich an den kostspieligen Mix aus Lizenzen, steigender Wartung und – trotz »fertiger« Software notwendiger – umfangreicher Dienstleistung gewöhnt. Open Source entschärft zumindest den nicht unerheblichen Lizenzkosten- und damit auch den Wartungsanteil, lässt den Anwendern von Seiten des Budgets mehr Freiraum für Innovationen. Implementiert und betrieben werden muss die Lösung aber in jedem Fall. Also könnte man, den Werbejargon der Interieurbranche beibehaltend, die Überschrift ändern in: Open Source – lizenzieren Sie noch oder arbeiten Sie schon?

*OSCAR steht für Open Source Communication And Relation und ist eine Kolumne des Open-Source-Spezialisten Michael Kalaus.

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