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25.06.2010 Rudolf Felser

Unternehmerischer Erfolg durch Web-2.0-Technologien

Rund hundert Interessierte, IT-Manager, E-Learning-Experten, Medienpädagogen und Fachleute nahmen an einer zweitägigen Fachtagung von Salzburg Research zum Thema "Enterprise 2.0" teil.

Das Motto der Tagung: "Die lernende Organisation 2.0: Vom Web-2.0-Solisten zur Web-2.0-Jazzband". Die zum sechsten Mal von der Landesforschungsgesellschaft Salzburg Research und dem Bildungs- und Konferenzzentrum St. Virgil organisierte Fachtagung, informierte über neue Trends und Entwicklungen im Bereich Web 2.0.

Grundtenor dieser Tagung war, dass das Unternehmen der Zukunft – die Organisation 2.0, wie es Salzburg Research in einer Pressemitteilung ausdrückt – sich der Integration von Web-2.0-Technologien und Social Media nicht verschließen kann. Wissensmanagement und Enterprise-2.0-Experten gaben internationale praxisnahe Einblicke zu den Themen Management und Führung 2.0, Kompetenzmanagement 2.0, Personal- und Changemanagement 2.0. Darüberhinaus gab es für innovative Unternehmen auch die Möglichkeit neue Social Media Business-Modelle, Bildungskonzepte und Web-2.0-Tools am Enterprise-2.0-Marktplatz vorzustellen. Darunter unter anderem die Driver Instructor Education 2.0, das DailyDeal – Österreichs Couponing-Portal, der DialogOn oder die Initiative zu Enterprise 2.0 der Wirtschaftskammer Österreich.

EFFEKTIVER WEB 2.0-EINSATZ Viele Mitarbeiter verwenden privat Social Media-Werkzeuge und Netzwerke wie Facebook und XING. Doch wie können Unternehmen und Bildungsinstitute dieses Know-how für sich nutzen? Der amerikanische Enterprise-2.0-Spezialist Dion Hinchcliffe, tätig für die Dachis Group - Social media Business Design, gab Antwort. In seinem Knowledge Camp zeigte er auf, was Enterprise 2.0 ist, in welchen Geschäftsprozessen veränderte Kommunikation wirkt und wie Unternehmen Social Media optimal in tägliche Arbeitsprozesse integrieren können. Diskutiert wurde dabei die Notwendigkeit der aktiven Beteiligung der Mitarbeiter als auch die Miteinbeziehung bestehender Kunden in Web 2.0 Prozesse. Beispielsweise können Innovationsprozesse, Designentwicklung, Marketing und Kundenbeziehungen schneller, direkter und in größerer Anzahl mit unterschiedlichen Kunden und Mitarbeitern erfolgen. So betreibt beispielsweise der Flughafen Frankfurt eines der größten Informationsportale als Wiki. Die Schokothek in Wien nutzt die eigene Facebookseite zur Entwicklung neuer Geschmacksrichtungen oder bietet spezielle Aktionen an.

Interessant war auch die Frage, welche Fehler zu vermeiden sind und woran man den Erfolg von Web 2.0 und Social Media messen kann. "Können wir mit sozialen Web-2.0-Technologien einen Effekt bei den harten Zahlen, zum Beispiel beim ROI des Unternehmens bewirken? Ja, es gibt bereits erste Studienergebnisse, die auf Steigerung an Innovationen, Verkaufszahlen und Profiten von Web 2.0-aktiven Organisationen hinweisen", so Hinchcliffe. Der wichtigste Erfolgsfaktor ist jedoch die einfache Umsetzung von Web 2.0-Strategien und deren Tools. "Komplexität verhindert Beteiligung", so Hinchcliffe. Ebenso betont der Experte die Notwendigkeit eines Community Managers: "Die Technologie alleine reicht nicht aus, es braucht jemanden der den Entwicklungsprozess hin zum Enterprise 2.0 managt und den Mitarbeitern die nötige Unterstützung bietet", weiß der Experte Hinchcliffe.

WAS BIN ICH WER IM WEB Das Internet und die damit verbundene Anonymität sowie die Vielzahl von Anbietern, Dienstleistern und Angeboten erhöht den Bedarf nach Informationen über Ansehen oder Ruf von Personen, Organisationen und Unternehmen. Sandra Schaffert und Diana Wieden-Bischof, Wissenschafterinnen der Abteilung für Information Society Research bei Salzburg Research, berichteten in ihrem Vortrag über Reputationssysteme im Web, wie sie beispielsweise auf den Websites energiesparen.at oder tripadvisor.de eingesetzt werden. "Mit ihrer Hilfe kann zum Beispiel besser eingeschätzt werden, ob einem Ratschlag Glauben geschenkt werden kann, ob ein potentieller Arbeitnehmer passende Kompetenzen und Referenzen aufweist oder wie zuverlässig ein Online-Händler ist", erklärt Schaffert. Reputationssysteme können auch Einblicke über Interessen, Kompetenzen und Rollen von Mitlernenden, von Mitspielern oder Community-Mitgliedern gegeben. "Reputationssysteme haben, wie Feedbacksysteme oft die Aufgabe ein gewünschtes Verhalten zu erreichen, nämlich das Kaufen und die Motivation zur weiteren Nutzung des Systems aufrechtzuerhalten", so Wieden-Bischof über die bereits vielfach im Einsatz zu findenden Reputationssysteme.

PLANE DAS UNGEPLANTE Michael Heiss von Siemens IT Solutions and Services in Österreich zeigte in seinem Vortrag: "Interne Veränderungen und Nutzen von Web 2.0 für Innovationen", dass im Unternehmen 2.0 interne Organisationsformen Einfluss auf die Innovationsfähigkeit haben. So sprach er unter anderem von den Organisationsformen "one man show", in der der CEO das allwissende Genie ist, oder "Chaos", in der jeder versucht ein genialer Innovator zu sein. Im Unternehmen 2.0 sollte jedoch ein dynamisches Zusammenspiel unterschiedlicher Organisationsformen, hin zum Netzwerk stattfinden. "Das Unternehmen der Zukunft wird lernen müssen, unterschiedliche Organisationsformen je nach Phase des Innovationsprozess geeignet anzuwenden. Das bedingt einer Weiterentwicklung des Führungsverhaltens und bei verteilten Unternehmen den Einsatz von Enterprise 2.0-Lösungen", so Heiss. Anhand SiemensTechnoWeb demonstrierte Heiss, wie das Unternehmen 2.0 Innovation positiv unterstützt. Dieses Tool stellte zu Beginn weltweit businessrelevante Inhalte zur Verfügung, heute gibt es von insgesamt 672 globalen Wissensnetzwerken bei Siemens 121 Netzwerke zu Themen, die für alle Sektoren von Interesse sind. Das zeigt, dass durch die Förderung der geplanten Kommunikation und Ergänzung der ungeplanten Kommunikation, Innovation entsteht und dadurch Unternehmenserfolg.

Durch die verstärkte technische und lösungsorientierte Web 2.0-Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Red Bull Media House oder Oracle Sun Microsoftsystems entwickelte sich ein neues Forschungsthema "Enterprise 2.0". Dabei erforscht und analysiert Salzburg Research Potentiale und Risiken von Socia Media-Diensten und Werkzeugen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft in Unternehmen. Geschäftsführer Siegfried Reich ist überzeugt von den Möglichkeiten eines Unternehmens der Zukunft: "Wir bieten daher dem Enterprise 2.0 individuelle Beratung, aktuelle Forschung zu Potenzial- und Risikoanalysen sowie technische Software-Lösungen." (pi)

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