Ein Jahr Microblogging bei Siemens Detail - Computerwelt

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07.07.2010 Alexander Stocker und Johannes Müller*

Ein Jahr Microblogging bei Siemens

Microblogging ist eine große Hilfe wenn es darum geht, einen schnelleren Informationsfluss innerhalb eines Unternehmens zu gewährleisten. Siemens hat eine Lösung für Mitarbeiter aus 70 Ländern implementiert.

Die aktuellen Entwicklungen im Web 2.0 haben dem Wissensmanagement zu einem erneuten Höhenflug verholfen: Viele der am Web 2.0 mit Nutzern gemeinschaftlich entwickelten Technologien wurden bereits von Unternehmen aufgegriffen, um dort Mitarbeitende beim Wissensaustausch zu unterstützen.

Schon wird von einer Transformation klassischer Unternehmen hin zum Enterprise 2.0 gesprochen. Vor allem das durch die Plattform »Twitter« äußerst an Popularität gewonnene Microblogging wird für Unternehmen zunehmend spannender: Microblogger sind dabei Nutzer, welche Informationen aller Art über sich, ihre Aktivitäten sowie ihre Gedanken im Web veröffentlichen. Diese Informationen können von Freunden und Kollegen abonniert, weitergeleitet oder kommentiert werden.

Den Unternehmen ermöglicht Microblogging durch den speziellen Beitragstypus und durch die über Microblogs entstehenden dynamischen Beziehungsgeflechte völlig neue Wege in der internen Kommunikation: Der Mehraufwand beim Wissensteilen wird reduziert, ohne den entstehenden Vorteil bei der Wissensakquise zu verringern. Trotz ihres bedeutenden Potenzials sind unternehmensinterne Microblogging-Dienste hinter der Firewall noch immer wesentlich geringer verbreitet, als beispielsweise Wikis und Weblogs.

Siemens gilt als Vorreiter, was den Einsatz neuer Technologien am Arbeitsplatz betrifft. In der Intranet-Plattform »References@BT«, dessen Nutzer-Community über 6.700 Siemens-Mitarbeitende in mehr als 70 Ländern umfasst, wurde bereits im März 2009 ein Microblogging-Dienst implementiert. Zuvor hatten Mitarbeitende durch die Nutzung der auf die Anforderungen von Unternehmen zugeschnittenen Web-Site »Yammer« indirekt ihren Bedarf für Microblogging signalisiert. Jedoch wollte man bei Siemens dem entgegensteuern, dass vertrauliche Daten auf extern gehosteten Servern gespeichert werden.

1.331 BEITRÄGE VON 384 AUTOREN IN EINEM JAHR Die Nutzung des neuen Microbloging-Dienstes passiert aus Sicht des Managements ausgesprochen zufriedenstellend. Innerhalb des ersten Jahres wurden bereits 1.331 Beiträge von 384 unterschiedlichen Autoren veröffentlicht und 680 noch immer bestehende Folge-Beziehungen zwischen Mitarbeitenden eingegangen. Durch Microblogging werden Informationen im Unternehmen wesentlich schneller ausgetauscht, wie eine interne Evaluierung bestätigt. Ein Mitarbeiter bringt den primären Nutzungsgrund auf den Punkt: »Das neue Microblogging-Tool unterstützt uns dabei, aktuelle Ereignisse zu Produktveröffentlichungen, Features und Marktbewegungen in der Building Technologies Division zu erfahren. Für jemanden aus der Industrie ist es wichtig, sich auch mit Kolleginnen und Kollegen zu vernetzen, die in anderen Unternehmensbereichen arbeiten.«

SCHNELLERER INFORMATIONSFLUSS Durch die Nutzung des neuen Dienstes kommt es zu einem wesentlich schnelleren Informationsfluss, sowie zu einer effektiven Unterstützung der weltweiten Vernetzung. Beides sind für ein global agierendes Unternehmen wesentliche Aspekte. Das Auffinden anderer Personen im Unternehmen, die über Fähigkeiten oder Wissen zur Lösung eines eigenen Problems verfügen, ist in den meisten Fällen äußerst schwierig. Microblogging ist eine große Hilfe, wenn es darum geht, solches Wissen mit anderen Personen im Unternehmen auszutauschen und rasch Best-Practices mit anderen zu teilen. Es führt zu einer Reduktion des Kommunikationsaufwands im Vergleich zur E-Mail, weil Nutzer eben nur solche Beiträge durchsuchen können, welche für sie einen Wert besitzen, und nicht mehr mit Informationen zugeschüttet werden.

Durch Integration in die bestehende Wissensmanagement-Lösung »References@BT« wurde der neue Microblogging-Dienst bereits von Beginn an durch die Mitarbeitenden akzeptiert und rege genutzt. Das sorgt für einen neuen Wind im Wissensaustausch, was sich positiv auf das dezentral abgewickelte Projekt- und Lösungsgeschäft der Building Technologies Division auswirkt.

*Alexander Stocker forscht bei Joanneum Research und am Know Center zum Thema Wissensmanagement. Johannes Müller arbeitet als Senior Manager Knowledge Management bei der Siemens Schweiz AG, Building Technologies Division.

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