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21.07.2010 Stefan Bachmann*

Gastkommentar: Sourcing nach der Krise

Beim Fußball gilt die Regel: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Nach dem Schlusspfiff gibt man sich die Hand und damit sind die zurückliegenden Auseinandersetzungen vergeben und vergessen.

In der Wirtschaft geht es anders zu: Nach der Krise ist keineswegs vor der Krise. Wenn die Unternehmen sich nun allmählich wieder aus all den Turbulenzen und Erschütterungen herausarbeiten, müssen sie oft feststellen, dass sich die Landschaft verändert hat.

Das betrifft auch Einkauf und Beschaffung. Krisen verändern die Märkte. Nicht nur, dass sich Player ganz aus dem Markt verabschieden. Auch die verbliebenen Anbieter haben sich vielfach neu aufgestellt. Zahlreiche Unternehmen haben die Krise genutzt, um sich mit neuen Produkten, neuen Lösungen und Technologien zu präsentieren. Umfassende Sparmaßnahmen in allen Unternehmen haben in vielen Märkten das Preisgefüge verändert, so dass Anbieter, die vor kurzem noch durch das Raster gefallen sind, nun mit attraktiven Offerten aufwarten. Dabei spielen sich solche Bewegungen heute mehr denn je auf globaler Ebene ab: Je nach Marktsegment hat die Krise neue Regionen oder ganze Kontinente aus dem Schatten geholt oder andere verdrängt.

Vor diesem Hintergrund müssen Einkäufer ihre Beschaffungsnetze nun zügig neu knüpfen. Sie können sich nicht mehr darauf verlassen, dass die alten Partner wie bisher wirklich mit dem besten Angebot aufwarten, stattdessen müssen sie versuchen, neue Quellen aufzutun, auch in Regionen oder Märkten, in denen sie bislang noch nicht aktiv waren. Das gilt auch, wenn sie ihren Einkauf im Zuge der zurzeit zu beobachtenden Tendenz zum Nearshoring in die eigene Region zurückholen.

Das ist die Stunde des so genannten Electronic Sourcing, mittels dessen Einkäufer und Lieferanten via Web in virtuellen Marktplätzen neu zusammengebracht werden. Hier lassen sich in Minutenschnelle strukturierte Angebote aus aller Welt, aber auch aus dem unmittelbaren, lokalen Umfeld abrufen und vergleichen. Der Einkäufer übergibt seine Ausschreibung dem Sourcing-Marktplatz, eventuell gleich durch Informationen aus dem CAD-System oder dem ERP-System ergänzt. Der Betreiber des Marktplatzes vergleicht die Sourcing-Vorgaben automatisch mit dem Know-how, der Ausrüstung, der Kapazität und den Referenzen der bei ihm gelisteten Lieferanten. Als Ergebnis dieses Matchmaking werden Einkäufer direkt mit den in Frage kommenden Lieferanten verbunden.

* Stefan Bachmann ist General Manager für die EMEA-Region bei MFG.com.

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