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09.08.2010 Dan Tynan*

IT-Meilensteine: 12 Technologien, die die Welt verändert haben

Neue Technologien werden heute fast täglich erfunden, doch nur wenige sind echte Meilensteine - wie diese 12, die wir Ihnen vorstellen.

Meilensteine der Technologie-Geschichte Neue Technologien sprießen heute täglich aus dem Boden. Doch nur wenige von ihnen schaffen es, alles, was nach ihnen kommt, nachhaltig zu beeinflussen. Dabei sind viele der erfolgreichsten Technologien noch nicht mal komplett neue Ideen. Ein Beispiel: Gottlieb Daimler hat zwar 1885 den ersten Prototypen für ein gasbetriebenes Gefährt entwickelt, landete damit aber bei weitem keinen Durchbruch. Erst Henry Fords Modell T von 1912 wurde zum Mega-Erfolg, denn es machte massenproduzierte Autos für Amerikaner erschwinglich. Und das wiederum beeinflusste nicht nur die ganze, weitere Geschichte der Automobile, bis heute, sondern auch die Welt, in der wir leben und arbeiten, und deren Ressourcen. Die folgenden 12 Technologien haben eine ähnliche Kettenreaktion in der Geschichte, der Industrie und dem Leben der Menschen ausgelöst - nicht immer unbedingt positiv, aber doch sehr einflussreich.

1955: Zenith Flash-Matic TV-Fernbedienung Denken Sie mal kurz nach: wann sind Sie das letzte Mal von Ihrem Sofa aufgestanden, um den Fernsehkanal zu wechseln? Oder wann haben Sie zuletzt ein Garagentor von Hand geöffnet oder Ihr Auto mit einem Schlüssel aufgesperrt? Wenn Sie nicht gerade Technik von anno dazumal besitzen lautet die Antwort wahrscheinlich: zumindest nicht in den letzten 30 Jahren. Diese Bequemlichkeit verdanken wir dem Flash-Matic, der ersten kabellosen TV-Fernbedienung. Das Gerät benutzte blinkende Lampen, um den Fernseher an- und auszuschalten, die Lautstärke zu regeln und die Kanäle zu wechseln. Eingeführt wurde die Flash-Matic im Jahre 1955, kurze Zeit später folgte die Zenith Space Command, die statt mit Lampen mit Ultraschall-Wellen arbeitete. Bis in den frühen 80ern die ersten Infrarot-Fernbedienungen auf den Markt kamen, beherrschte diese Technologie das Leben von Couch Potatoes und Co.

Vor der Fernbedienung war es üblich, sich beim Einschalten des TVs für einen von drei Sendern zu entscheiden und diesen so lange laufen zu lassen, bis irgendwann nur noch das Testbild ausgestrahlt wurde. Fernbedienungen waren für viele Sender ein eindeutiger Ansporn, bessere Sendungen zu schalten und förderten vor allem auch mehr Sender insgesamt zu Tage. Außerdem veränderten sie unsere Einstellung dazu, was wir von einem Gerät erwarten dürfen. Mittlerweile gibt es Fernbedienungen für alle Lebenslagen. Sogar Apps, zum Beispiel fürs iPhone, fungieren bisweilen als Fernbedienung, beispielsweise für den Fernseher, den Computer, die Stereoanlage, die Hausbeleuchtung, Alarmanlagen und bestimmte Automodelle.

1957: Sputnik Wie jedes extrem erfolgreiche Projekt, hat auch das Internet viele verschiedene Väter. Doch der frühesten Anspruch auf Vaterschaft gehört vermutlich einem 83 Kilogramm schweren Klotz aus Aluminium, der am 4. Oktober 1957 in den Orbit geschossen wurde: dem Sputnik. Der Sputnik ist der Begründer des galaktischen Wetteiferns und startete zudem einen technologischen, kalten Krieg, der das US-Militär dazu brachte, die Defense Advanced Research Projects Agency, kurz DARPA oder ARPA, ins Leben zu rufen.

"Die ARPA hatte die Aufgabe, nach Visionären und wilden Ideen Ausschau zu halten und sie nach brauchbaren Innovationen zu durchsieben", schreibt Howard Rheingold in seinem Buch "The Virtual Community". "Als Professor J.C.R. Licklider vorschlug, Wissenschaftlern und Büroangestellten zur besseren Qualität von Nachforschungen bessere Computer und Maschinen zur Verfügung zu stellen, wurde er angeheuert, die Informationsverarbeitung der ARPA im Bereich Büro-Technologien zu übernehmen."

Licklider und seine Nachfolger bei der ARPA suchten nach "unorthodoxen Programmier-Genies" - damalige, frühe Hacker, sozusagen. Das Ergebnis: ARPAnet, der Vorgänger des heutigen Internets. Ohne diesen galaktischen Wettstreit würde das Internet heute womöglich noch gar nicht existieren. Ein positiver Nebeneffekt des Ganzen: verbesserte Mikroprozessoren, grafische Benutzeroberflächen und Schaumstoffmatratzen für Datenspeicher.

1972: Atari Pong In den frühen 1970ern hätte niemand mit halbwegs klarem Verstand vermutet, dass ein kleiner Pixelball, der zwischen zwei rechteckigen Schlägern hin und her geschlagen wird, rund 22 Millionen US-Dollar in die Spieleindustrie schwemmen würde. Dabei war "Pong", so der Name des Spiels, gar nicht das erste Game für Heimspielkonsolen. Doch die massive Beliebtheit der Heim-Version von 1976 - im Vergleich zur Spielhallenfassung von 1972 - führte sowohl zur Entwicklung der ersten Heim-PCs, als auch unserer heutigen Videospielkonsolen.

Trotz seines Alters von nunmehr 38 Jahren ist Pong weit davon entfernt, ein antikes Museumsstück zu sein. Im März 2010 gaben Studenten des Imperial College London bekannt, dass sie eine Version von Pong entwickelt haben, die sich nur mit den Augen steuern ließe. Eine Webcam wird dafür an eine spezielle Brille angebracht, die Infrarot-Strahlen dazu benutzt, die Bewegung der Augen zu verfolgen. Eine passende Software übersetzt die Augenbewegung anschließend in die Bewegung des rechteckigen Pong-Schlägers auf dem Bildschirm. Die Idee dahinter: Man will Computerspiele zugänglicher für Jedermann machen, insbesondere für behinderte Menschen.

1981: IBM PC Model 5150 Bevor IBM den ersten wirklichen "PC" im August 1981 auf die Welt losließ, gab es rund ein Dutzend eigenständiger Computersysteme, die allesamt inkompatibel miteinander waren. Der Grund: komplett unterschiedliche Software und Peripherie. Nach 1981 gab es dann nur noch drei Konkurrenten auf dem Markt: IBM, seine zahlreichen Dritthersteller-Klone und ein paar nervtötende Apple-Typen.

Das IBM-Label machte aus Computern, die früher als Spielzeug für Hobby-Bastler und Gamer galten, ein echtes Business-Gerät. Software wie Lotus 1-2-3 und Wordstar waren zusätzliche Kaufargumente für die geschäftliche Nutzung. Die offene Architektur des PCs ermöglichte es Software-Herstellern und Drittanbietern, sich auf ein Chipset und ein Betriebssystem zu standardisieren - das sparte Kosten und machte den PC zum Universal-Gerät, das die Arbeitswelt auf den Kopf stellte. Zwar hat Apple mit dem Apple II und VisiCalc bewiesen, dass PCs mehr sind, als bloße Spielzeuge, doch IBM hat die Systeme in eine ganze Industrie verwandelt.

1983: Motorola DynaTAC 8000X Mehr als 30 Zentimeter lang, fast ein Kilo schwer und für rund 3.000 Euro zu haben: das ist das DynaTAC 8000X von Motorola, der Vorgänger aller heutigen Mobiltelefone - auch wenn die meisten heutzutage das Gerät fast nicht mehr als solches erkennen würden. Trotzdem ist das Schuhkarton-artige Gerät - das durch Michael Douglas im 1987er Film "Wall Street" übrigens unsterblich wurde - das erste kommerziell erwerbliche "Handy", das unabhängig von einer externen Stromquelle eingesetzt werden konnte. Erst als Motorola 1996 das StarTAC einführte, begannen Handys, schlankere Formen anzunehmen. Und erst das Motorola Razr von 2004 machte Mobiltelefone wirklich modisch. Doch keines der heutigen Modelle würde ohne das DynaTAC 8000X überhaupt existieren - dieses Gerät hat massiv die Art und Weise verändert, wie und wo Menschen heutzutage miteinander kommunizieren.

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