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26.08.2010 Thomas Mach

Schnelle Entscheidungen dank flexiblen Systemen

Auch wenn SOA als Marketingschlagwort das Leben ausgehaucht hat, die Realität in Unternehmen sieht anders aus. Gut für Anbieter, die sich auf diesen Themenkreis spezialisiert haben, wie etwa Software AG.

Serviceorientierte Architekturen (SOA) gehörten vor nicht all zu langer Zeit zum Maß aller Dinge in Sachen Unternehmens-IT. Mittlerweile ist SOA allerdings auf dem Abstellgleis gelandet, verdrängt von aktuelleren Trendthemen wie Virtualisierung oder Software as a Service. Doch aus den Köpfen der IT-Verantwortlichen sind derartige Strategien noch längst nicht verschwunden. Wenig Wunder, haben doch viele die vergangenen Jahre damit verbracht, den einst gesäten SOA-Samen zur unternehmensweiten Pflanze reifen zu lassen. Davon profitierten SOA-Spezialisten wie etwa die Software AG (SAG).

So konnte das Unternehmen im zweiten Quartal 2010 eine Steigerung des Gesamtumsatzes von 52 Prozent auf 267,3 Mio. Euro verzeichnen. Getrieben wurde das hohe Wachstum laut dem Unternehmen durch den Geschäftsbereich Webmethods (das Geschäft mit Software für Integration von Geschäftsanwendungen und Geschäftsprozessen), bei dem sich der Lizenzumsatz um 31 Prozent erhöhte und das Segmentergebnis mehr als verdoppelte. Damit habe sich der Trend der letzten Quartale bestätigt, dass der neue Geschäftsbereich neben dem Traditionsgeschäft Enterprise Transaction Systems (ETS) ein Treiber des Gewinnwachstums sei.

STABILES STANDBEIN FÜR NACHHALTIGEN ERFOLG »Wir erleben eine Zeitenwende bei der Software AG. Uns ist es gelungen, das Unternehmen auf ein zweites, stabiles Standbein zu stellen: das organische Wachstum plus erfolgreiche Akquisitionen ergänzen unser profitables ETS-Geschäft«, betont Karl-Heinz Streibich, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Software AG. Er ergänzt: »Wir haben es geschafft, mit Webmethods eine neue profitable Wachstumslokomotive aufzubauen, die das Unternehmen in neue Dimensionen zieht. Und wir sind erst am Anfang: Die Integration der IDS-Scheer verstärkt den Wachstumstrend und die Ergebnisdynamik in Zukunft noch weiter.«

Derartige Erfolge können nicht alle aufweisen. Etwa der Softwarekonzern SAP, der die eigene Vision einer Enterprise-SOA seinen Kunden nach wie vor nicht klar vermitteln konnte. So ist es dem Konzern in den zurückliegenden Jahren nicht gelungen, die Anwender von der eigenen Roadmap zu überzeugen. Laut einer DSAG-Umfrage nutzen zwar rund 80 Prozent der Kunden ERP 6.0. Allerdings dürften dafür vorrangig das Auslaufen des Standardsupports sowie diverse Lockrabatte verantwortlich sein.

SAP KANN NUTZER NICHT WIRKLICH ÜBERZEUGEN Den SOA-Visionen von des Software-Konzerns folge hingegen nur ein geringer Teil der SAP-Klientel. Drei Viertel der von der DSAG befragten Unternehmen planen demnach keine SOA-Projekte. Der Umstieg auf die neue SAP-Produktwelt bleibe damit meist rein technischer Natur. »Die Adaption von SOA ist schleppend«, erklärt in diesem Sinne Marco Lenck, Vorstandsmitglied der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe.

Doch auch die Software AG steht unter Erfolgsdruck. Daher erfolgte unlängst ein Umbau des Unternehmensvorstands. An der Spitze steht nach wie vor als Vorstandsvorsitzender Streibich, ihm zur Seite sind nun Arnd Zinnhardt, David Broadbent und Wolfram Jost zu finden. Im Zuge der Umstrukturierungen hat zudem der bisherige Produktvorstand, Peter Kürpick, das Unternehmen verlassen – »auf eigenen Wunsch«, wie die SAG betonte. Seine Position nimmt nun Wolfram Jost ein, früher bei IDS-Scheer in ähnlicher Position tätig. Die Software AG hatte IDS-Scheer 2009 übernommen. Nach der Akquise von Webmethods 2007 war dies die zweite große Übernahme in der Geschichte des Unternehmens.

»Durch die Übernahmen ist der Vorstand, gemessen an der Größe des Unternehmens mit einem Umsatz von einer knappen Milliarde Dollar, auf zu viele Köpfe angewachsen«, erklärt IDC-Analyst Rüdiger Spies. Durch die im Zuge des Vorstandsumbaus erfolgte Verkleinerung sei die Software AG aber wieder schlagkräftiger geworden und könne schneller auf veränderte Bedingungen reagieren. »Der Umbau steht für schnelle Entscheidungen, und das finde ich richtig.«

Dass die SAG ihren Fokus weiterhin auf SOA richten wird ist aber klar. Das zeigt auch, dass erst jünst die Partnerschaft mit T-Systems weiter ausgebaut wurde. Im Rahmen dessen biete T-Systems Kunden ein spezielles Outsourcing-Angebot als Betreiber für Prozesslösungen. SOA sei die Basis für die Digitalisierung und Optimierung von Prozessen, genau hier liege auch der große Mehrwert für Unternehmen – durch Effizienzgewinne und neue Geschäftsmodelle. Die Herausforderung bestehe aber darin, nach dem Aufbau einer flexiblen, SOA-basierenden IT-Landschaft auch den zweiten Schritt in Richtung digitales Unternehmen zu machen und die Kernprozesse zu optimieren.

AUSGELAGERTE SOA-LANDSCHAFTEN »Wir betrachten serviceorientierte Architekturen als Basis, um Business Process Management (BPM) umsetzen zu können«, erklärt Streibich. »Deshalb haben T-Systems und die Software AG die Partnerschaft weiter ausgebaut. T-Systems bietet dabei den Kunden ein spezielles Outsourcing-Angebot als Betreiber für Prozesslösungen.« Zwei Lösungsansätze von T-Systems betrachte SAG dabei als zentral. Das Servicepaket Application Management and Modernization einerseits sowie darauf aufbauend, das Transformational-Outsourcing-Konzept (TO). Dabei gehe es »im Kern darum«, die IT-Landschaft eines Kunden nicht nur zu betreiben, sondern sie gleichzeitig zu modernisieren und zu transformieren. Großunternehmen hätten vielfach selbstentwickelte IT-Anwendungen und hunderte von einzelnen Dienstleistern und Freiberuflern im Einsatz. Wartung und Betrieb würden dadurch teuer, und die IT könne zudem Geschäftsprozesse nicht optimal unterstützen. TO sorge hier für einen durchgängigen Prozess, etwa auf Basis eines standardisierten SAP-Systems, ohne den Geschäftsablauf zu beeinträchtigen.

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