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26.08.2010 idg/Thomas Mach

EAM: Strategischen Wert begreifen

Die IT fit für die Zukunft zu machen, stellt viele Unternehmen vor Probleme. Gartner gibt daher Tipps, wie Projekte für Enterprise Architecture Management erfolgreich abgewickelt werden.

Einige gefährliche Stolperfallen drohen Enterprise-Architecture-Management-Projekten (EAM) in Unternehmen ein ruhmloses Ende zu setzen. Zu diesem Schluss kommt das Beratungshaus Gartner. Dabei spielen vor allem die am Projekt beteiligten Mitabeiter eine wichtige Rolle.

So sei das von Gartner am häufigsten beobachtete EAM-Problem die Besetzung der leitenden EAM-Position mit einer ungeeigneten Person. Der fehle es zwar meist nicht an einschlägigem Sachverstand, dafür aber an Führungsqualitäten, was selbst eine gute Organisationsstruktur und kompetentes Personal nicht auffangen könnten. Hier werde dringend eine Neubesetzung empfohlen, wobei der in Frage kommende Kandidat über ausgeprägte Soft Skills wie Enthusiasmus, Kommunikationsfähigkeiten und Leidenschaft verfügen sollte, betonen die Berater. Ferner müsse der Verantwortliche strategisch arbeiten können und Respekt im Unternehmen genießen.

Auch Angestellte außerhalb des EAM-Teams müssten über die strategische Bedeutung und den Wert eines Enterprise Architecture Managements informiert sein. Andernfalls könnten sie wichtige Inhalte nicht in ihre Projekte einbeziehen. Im Management stelle sich dann die Frage nach dem Wert einer EA. »Bevor man eine EA baut, muss sie im Unternehmen verkauft werden«, betont ein Gartner-Berater. Wenn IT- und Business-Ziele nicht im Einklang stehen, wollen Fachbereiche für ihre Projekte selbst Technikentscheidungen treffen. Damit würden aber die Enterprise-Architekten in eine eher reagierende Rolle gedrängt, was wiederum dazu führt, dass sie in den Projekten verstärkt taktieren. Hier empfehle es sich, die EA-Techniker besser in die Entwicklung geschäftlicher Ziele der Fachbereiche und des Gesamtunternehmens einzubinden.

KONSENS ERARBEITEN STATT VISION ERZWINGEN Umgekehrt komme es auch zu Problemen, wenn Enterprise-Architekten ihre Arbeit ohne das Business erledigen würden. Entscheidende Informationen aus den Geschäftsbereichen würden dann fehlen. Die wichtigste Aufgabe der Architekten bestehe darin, den EA-Prozess voranzutreiben, und nicht, dem Unternehmen EA-Inhalte überzustülpen. Es empfehle sich daher, virtuelle Teams zu bilden, die solche Inhalte erarbeiten und einen Konsens darüber herbeiführen.

Ein weiteres Problem sei der Fokus auf rein technische Aspekte bei der EA-Einführung. Dieser Ansatz sei zwar überholt, aber immer noch häufig. Eine technische Architektur im Sinne einer ganzheitlichen Enterprise Architecture sei aber sehr viel breiter angelegt und umfasse Geschäftsprozesse, Informationsflüsse und Lösungen. Zudem sei es leichter, den Ist-Zustand in einer Enterprise Architecture abzubilden, als den Soll-Zustand. Letzterer setze die Erarbeitung verbindlicher Richtlinien voraus, die zu den gewünschten Architekturzielen führen.

Der Wert einer Enterprise Architecture ergebe sich allerdings oft nur indirekt und sei deshalb nicht für jeden Mitarbeiter im Unternehmen offensichtlich, betonen die Gartner-Berater. Das führe zu mangelnder Unterstützung für EA-Programme mit dem Risiko eines Fehlschlags. Hier falle den Enterprise-Architekten eine weitere wichtige Aufgabe zu: Sie sollten anhand von Messverfahren und Dokumentationen eine Erfolgsstory zu jedem EA-Projekt verfassen. Enterprise-Architekten sollten zudem der Versuchung widerstehen, das EA-Repository mit möglichst viel Inhalt zu füllen bevor ein Governance-Prozess in Gang gesetzt wurde.

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