Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


13.10.2010 Christian Wischki, Daniel Liebhart*

Die CMDB richtig planen

Beim Design einer Configuration-Management-Database (CMDB) wird meist übertrieben. Erfolg hat, wer mit einfachen Strukturen arbeitet.

Das Configuration-Management ist der zentrale und auch wichtigste Prozess innerhalb von Itil. Das liegt jedoch nicht am Configuration-Management-Prozess selbst, sondern daran, dass dieser für die Pflege, Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit und Vollständigkeit der Configuration-Management-Database (CMDB) verantwortlich ist und diese Datenbank das Herz und den Pulsschlag von Itil repräsentiert.

Man kann das Service-Management nach Itil in zwei Bereiche aufteilen: Business-Service-Management (BSM) und IT-Service-Management (ITSM). Die Servicebeschreibungen müssen einerseits für den Kunden (Servicekatalog) und andererseits für die IT als Servicebäume beziehungsweise -graphen innerhalb der CMDB abgebildet und hinterlegt werden. Dieses stellt den Kern und wichtigsten Bestandteil einer CMDB beziehungsweise von Itil dar. Um jedoch die Servicebäume, die einen IT-Service auf der technischen Seite beschreiben, in der CMDB vollständig abbilden zu können, muss die CMDB stets alle servicerelevanten Bestandteile (Configuration Items = CIs) und deren Beziehungen untereinander beinhalten. Nur so lassen sich alle Services, wie in Itil gefordert, zusammenhängend darstellen, verwalten und pflegen. So weit die Theorie in Sachen CMDB und Configuration-Management nach Itil. In der Praxis stellt sich jedoch die Frage nach der sinnvollen Realisierung.

ZWISCHEN THEORIE UND PRAXIS Hier werden immer noch die meisten und auch größten Fehler im gesamten Itil-Kontext gemacht, die sich in der Folge auch auf die gesamte Itil-Einführung negativ auswirken. Die IT favorisiert sehr gerne eine universelle und für alle Fälle passende CMDB - am liebsten noch als "Rundum-sorglos-Paket", mit dem man auch alle potenziellen zukünftigen Anforderungen abdecken kann. Viele Tool-Hersteller vermitteln hier leider oft den Eindruck, dass dies möglich ist - vor allem mit der hauseigenen Lösung, und zwar auf Knopfdruck. Das reale Ergebnis schaut derzeit jedoch in den meisten Fällen völlig anders aus, und nicht selten entpuppt sich die eingekaufte Super-CMDB-Lösung bis zu ihrer Verwendbarkeit hinsichtlich Kosten und Aufwand als Fass ohne Boden.

WAS DEN IT-SERVICE KOMPLEX MACHT Eine Datenbank ist nach Itil im Grunde nichts anderes als irgendein Wissensbehälter. Sie ist nicht, wie man vermuten würde, zwingend eine Datenbank im Sinne der IT. Itil besagt an dieser Stelle lediglich, dass man für eine Configuration-Management-Datenbank einen Wissensbehälter benötigt, um darin alle durch Itil definierten Bestandteile, sprich alle servicerelevanten CIs inklusive ihrer Eigenschaften (als beschreibende Attribute) und ihrer Verbindungen untereinander abzulegen.

In der Praxis jedoch ist das Ganze etwas komplexer. Ein IT-Service gegenüber dem Business besteht in der Praxis beispielsweise aus folgenden Bestandteilen:

• Eine Applikation, • meist eine Vielzahl von Clients, auf denen diese Applikation abläuft, • ein oder mehrere Web-Server, welche die entsprechenden GUIs sowie deren Applikationslogiken und Reports beinhalten, • eine oder mehrere Datenbanken mit den entsprechenden Daten und Business-Logiken, • ein oder mehrere Server, auf denen die Datenbanken ablaufen, • entsprechende Storage-Systeme, auf denen die Daten physikalisch gespeichert sind, • diverse Netzwerke, um alle physikalischen Komponenten des IT-Service miteinander zu verbinden, • elektrischer Strom, um das Ganze überhaupt mit Energie versorgen zu können, und nicht zuletzt • Gebäude und Einrichtungen, in denen sich unter anderem auch die physikalischen Elemente des IT-Service befinden.

Ausgehend von diesen Punkten reift relativ schnell die Erkenntnis, dass es sich in der Praxis fast nie um Servicebäume handeln kann, sondern vielmehr um Servicegraphen, da die gelebten IT-Services um ein Vielfaches komplexer und mehrdimensionaler sind, als es in einem Baum darstellbar ist. Offensichtlich scheint auch, dass es eigentlich unmöglich ist, eine universelle, für alle in der IT vorkommenden Komponenten und Schnittstellen passende CMDB zu finden oder zu entwickeln.

BEWÄHRTES AUS DER PRAXIS Eine in der Praxis gelebte und funktionierende CMDB stellt immer eine Art "Cloud" (Wolke) dar, in der verschiedene IT-Systeme untereinander verbunden sind, die dann in der Summe die benötigte und von Itil geforderte CMDB ergeben. Diese Cloud-CMDB setzt sich immer aus zwei Hauptkomponenten zusammen: dem logischen Teil und den physikalischen Teilen. Den logischen Teil der CMDB bildet meist eine einzige Datenbank im herkömmlichen Sinn der IT, in der alle servicerelevanten CIs, deren Attribute und vor allem auch deren Beziehungen untereinander erfasst sind. Somit sind Servicebäume beziehungsweise -graphen existent, wobei den CIs aber noch keine realen Komponenten zugeordnet sind, somit also nur ein logisches Modell vorhanden ist.

Die physikalischen Teile einer CMDB stellen dann die so genannten Inventory-Systeme und -Datenbanken dar, die in der Praxis oft schon dediziert vorhanden sind, so zum Beispiel ein Datenbank-Inventory-System, ein Server- und Client-Inventory-System sowie ein CVS-System für diverse Quellcodes und vieles mehr.

Der essentielle Baustein jedoch, der dann in der Summe zu diesen beiden Hauptkomponenten die in der Praxis erfolgreiche und funktionierende CMDB ergibt, stellt die Entwicklung der Schnittstellen (Mapping) zwischen den Inhalten der logischen CMDB und den Informationen der verschiedenen physikalischen CMDBs dar. Diese Kommunikationsschicht sollte im Idealfall immer mittels einer SOA-basierenden Architektur realisiert werden.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • Snap Consulting - Systemnahe Anwendungsprogrammierung u Beratung GmbH

    Snap Consulting - Systemnahe Anwendungsprogrammierung u Beratung GmbH Wasser- und Energieversorgung, Öffentliche Verwaltung, Medizin und Gesundheitswesen, Maschinen- und Anlagenbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Logistik, Konsumgüterindustrie,... mehr
  • ITSDONE GRUPPE

    ITSDONE GRUPPE Office Software, Kaufmännische Software (ERP), Datenbanken, Server-Betriebssysteme, Programmiersprachen, Betriebssysteme für PCs, Netzwerk- und Systemüberwachung,... mehr
  • KORAM Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H:

    KORAM Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H: Betriebsdaten- und Zeiterfassung, Kaufmännische Software (ERP), Management Informationssysteme (MIS), Bauwesen, Einzelhandel, Fertigung, Produktion und Konstruktion, Freie Berufe,... mehr
  • Editel Austria GmbH

    Editel Austria GmbH Supply Chain Management, E-Procurement und Supply Chain Management, Datenkonvertierung, Überwachungssysteme, Trust Center/Zertifizierungssoftware, Digitale Signatur, Datensicherung,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: