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27.01.2011 Oliver Weiss

Scanner-Lösung überwacht die Fertigung

Eine neue Barcode-Scanner-Lösung von Infoniqa dokumentiert die Montageprozesse bei dem weltweit tätigen Landmaschinen-Konzern Case New Holland und unterstützt das Unternehmen damit bei der Einhaltung künftiger strenger Abgasnormen.

Case New Holland Global (CNH) ist eines der weltweit führenden Unternehmen in der Agrar- und Baumaschinenbranche. Der Konzern umfasst die Agrartechnik-Marken Case IH Agriculture, New Holland Agriculture und Steyr sowie drei Marken in der Baubranche – Case IH Construction, New Holland Construction und Kobelco. Das Produktportfolio beinhaltet sowohl Maschinen und Fahrzeuge für die Landwirtschaft als auch für das Bauwesen. Mit rund 30.000 Mitarbeitern erwirtschaftete CNH Global im Jahr 2009 einen Umsatz von 9,88 Milliarden Euro. Der Konzern verfügt über mehr als 11.600 Händlerstützpunkte in 170 Ländern.

Mit einer neuen Scanner-Lösung des IT-Spezialisten Infoniqa wollte der weltweit tätige Landmaschinen-Konzern die Nachvollziehbarkeit seiner Produktionsprozesse am Standort St. Valentin auf eine moderne Basis stellen. Das neue System vereinfacht nicht nur die Dokumentation der Montageabläufe von Traktoren, sondern stellt die Einhaltung der zukünftig geforderten Tier-4-Normen für Fahrzeug-Emissionen sicher. Mit der neuen Lösung ist CNH auch für weitere Änderungen der Compliance-Bestimmungen gerüstet.

KOMPONENTEN MIT BARCODES Am Standort St. Valentin in Niederösterreich entwickelt und assembliert CNH mit rund 500 Mitarbeitern Traktoren der Marken Case IH und Steyr, die auch exportiert werden. Bei der Montage der Zugmaschinen werden alle eingesetzten Baugruppen und Aggregate – beispielsweise Motoren, Getriebe oder Achsen – elektronisch ­erfasst und gespeichert. Damit kann der Einsatz der einzelnen Elemente im Fertigungsprozess exakt nachvollzogen und bei Problemen, etwa fehlerhaften Teilen, zielgenau reagiert werden. Die Informationen zu den Komponenten (wie beispielsweise Teile- und Seriennummern, Lieferantencode oder Produktionsdatum) sind in 1-D- oder 2-D-Barcodes verschlüsselt, die auf Aufklebern oder Anhängern auf den jeweiligen Bauteilen angebracht sind. Während der Montage des Fahrzeugs ­erfasst der Monteur mittels Handheld-Scanner die Codes, das Gerät wandelt die Informationen des Codes in Daten um.

Bisher wurden die Barcodes mittels der mobilen Scanner im Batch-Verfahren eingelesen. Einer der Nachteile dieses Systems war, dass bei vollem Speicher die Scanner-Geräte auf eine Docking-Station gesetzt werden mussten, um die Daten über eine Netzwerkleitung an die zentrale Datenbank übertragen und dort archivieren zu können. Auf dieses Archiv greifen auch der Kundendienst und die After-Sales-Abteilung zu, um beispielsweise die verbauten Komponenten und die dazu gehörigen Traktoren ausfindig zu machen, wenn Reparaturen oder der Austausch von fehlerhaften Teilen notwendig sind. „Sowohl die Scanner als auch die Software für die Geräte waren veraltet und mit den neuen 2-D-Barcodes auch an ihren Grenzen angelangt. Daher suchten wir nach einer Lösung, die leistungsfähiger, einfacher und auch zukunftssicherer als die bisherige sein sollte. Außerdem sollte die neue Lösung die Dokumentationspflicht, die die Tier-4-Normen künftig vorschreiben, bereits ­heute berücksichtigen“, beschreibt Mario Daxner, Leiter Information Systems bei CNH Österreich, die Ausgangssituation.

Die To-do-Liste für die neu zu entwickelnde Lösung umfasste unterschiedlichste Anforderungen: Einerseits sollten Informationen oder Seriennummern von ­Komponenten konfigurierbar sein, um jederzeit neue oder geänderte Codes am Scanner einrichten zu können. Weiters war gefordert, Barcodes auch manuell ein­tippen zu können, etwa bei fehlenden oder unlesbaren Code-Aufklebern. Daneben sollte die Anwendung nicht nur im WLAN-Netz, sondern auch außerhalb funktionieren – es war also nötig, die ­gescannten Daten zwischenspeichern zu können. CNH forderte zudem eine ­schematische Anzeige der jeweiligen er­fassten Komponente am Display des ­Scanner-Geräts, um den zum gescannten Barcode gehörigen Bauteil auch bildlich darzustellen und so die korrekte Zuordnung von Code zu Komponente beim Einscannen visuell überprüfen zu können. Ebenso mussten bereits erfasste Daten ­jederzeit durch erneutes Einlesen des Barcodes oder Auftragsnummern von CNH selbst änderbar sein – etwa wenn Bauteile am Traktor nachträglich ausgetauscht werden. Schließlich stand auch die einfache Verständlichkeit und Bedienbarkeit ganz oben auf der Anforderungsliste.

WINDOWS-MOBILE-LÖSUNG Auf Empfehlung eines IT-Lieferanten wandte sich CNH an Infoniqa, um eine neue mobile Applikation für den Scanprozess in der Montage zu entwickeln. Basierend auf dem Betriebssystem Windows Mobile/CE setzten die oberösterreichischen IT-Spezialisten Schritt für Schritt die geforderten Parameter um und verknüpften die neue Lösung über Schnittstellen mit der bereits vorhandenen Microsoft-SQL-Datenbank und dem WLAN-Netzwerk. Gleichzeitig wurden neue, modernere Handheld-Scanner von Motorola angeschafft, die WLAN-fähig sind, über einen Touchscreen und auch eine Tastatur ­verfügen sowie alle gängigen Barcodes erfassen können. In mehreren Testläufen wurde gemeinsam mit den Monteuren in der Fertigung die Scanner-Software optimiert und auf Herz und Nieren geprüft. „In der Umsetzung des Projekts hat uns Infoniqa insbesondere durch die kurz­fristige und überaus kostengünstige Implementierung der neuen, flexiblen Lösung beeindruckt. Mit der Software verfügen wir nun über eine Plattform, die wir jederzeit selbst nach den jeweiligen Anforderungen erweitern können“, beschreibt Daxner die Zusammenarbeit.

Mit der neuen Scanner-Lösung hat CNH die Dokumentation der Montageprozesse auf eine einheitliche und standardisierte Basis gestellt. Einerseits profitieren die Monteure von der gut verständlichen und einfach zu bedienenden Lösung auf den Scanner-Geräten, die durch ihre logisch aufgebaute Menüführung und die visuelle Unterstützung eine Fehlbedienung so gut wie ausschließen. Dadurch konnte auch der Schulungsaufwand stark reduziert werden.

Andererseits benötigt das neue System keine Docking-Stationen oder Verkabelungen mehr, denn die Kommunikation mit dem Netzwerk läuft drahtlos über WLAN. Damit sind die Scanner auch ­wesentlich flexibler einsetzbar. „Ein weiterer großer Vorteil der direkten Übertragung der eingescannten Daten über WLAN ist die unmittelbare Verfügbarkeit der Informationen. Während wir bisher eine Zeitverzögerung durch das Batch-Scannen einrechnen mussten, ­können wir nun sofort auf die eingelesenen Daten zugreifen“, erläutert Daxner. „Speziell bei Gewährleistungsfällen oder Rückrufaktionen können wir so rasch und zielsicher die betroffenen Fahrzeuge und deren Historie in der Montage ausfindig machen und entsprechende Maßnahmen treffen. Ebenso kann der Vertrieb zeitnah über die archivierten Informationen verfügen. Wesentlich ist aber, dass wir mit der neuen Lösung und der Unterstütztung von Infoniqa für zukünftige Anforderungen wie die Tier-4-Normen bestens gerüstet sind“, fasst Daxner zusammen.

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