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02.02.2011 Karin Quack*

Warum IT und Business an einem Strang ziehen müssen

Wo die IT ein Teil der Geschäftsstrategie ist, agiert das Unternehmen erfolgreicher als seine Mitbewerber.

Die Wirtschaftskrise ebbt langsam ab, und die Unternehmen müssen nicht länger ihre Auswirkungen bekämpfen. Jetzt sollten IT und Business gemeinsam beraten, welche nächsten Schritte sie in Richtung IT-Business-Alignment unternehmen wollen. Denn auf diese Weise lässt sich nachweisbar Mehrwert erzielen. Je besser IT- und Geschäftsstrategie aufeinander abgestimmt sind, desto mehr Erfolg hat das Unternehmen.

Diese These kann das Beratungsunternehmen Deloitte mit den Ergebnissen seiner jüngsten "IT-Business Balance Survey" belegen, für die es 800 Unternehmen aus 37 Ländern befragte. Mehr als die Hälfte (rund 55 Prozent) der Umfrageteilnehmer, die der IT große Bedeutung für die Definition der Geschäftsstrategie beimessen, schneiden eigenen Angaben zufolge in Sachen Geschäftserfolg besser ab als ihre Konkurrenten.

Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung lassen sich in sechs Punkten zusammenfassen:

1. Führungskräfte Wo der CIO in der Unternehmenshierarchie angesiedelt ist, spielt durchaus eine Rolle. Je näher er dem Vorstand oder der Geschäftsleitung steht, desto mehr Einfluss hat er im Regelfall. Anders ausgedrückt: desto besser ist das IT-Business-Alignment.

Auf der anderen Seite muss auch das Business-Management der IT entgegenkommen. Aus Sicht von Deloitte ist dies ein Schlüsselfaktor für das Alignment.

Last, but not least sollte der Dialog nicht im Management enden. Er muss vielmehr durch die gesamte Organisation hindurchsickern und Verbindungen auf allen Ebenen schaffen.

2. Suche nach Vorteilen Der CIO sollte seinen Management-Kollegen helfen, zu verstehen, welche IT-Investitionen sich unter welchen Umständen auszuzahlen. Mit einem strukturierten, auf dem Wertbeitrag der jeweiligen Maßnahme basierenden Portfolio-Management erleichtert er dem Business die Auswahl, wofür es die zur Verfügung stehenden Mittel gewinnbringend ausgeben kann.

Den Beweis dafür darf die IT allerdings nicht schuldig bleiben: Um ihre Glaubwürdigkeit zu stärken, muss sie die angepeilten Vorteile im Nachgang überprüfen und die Ergebnisse kommunizieren. Dann wird sie vom Business auch als Partner für die Wertschöpfung betrachtet.

Top-CIOs gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie fordern das Business direkt heraus und helfen aktiv mit, das Geschäft zu gestalten.

3. Professioneller Service Wenn der CIO seinen Laden nicht im Griff hat, nutzt ihm auch das beste Alignment nichts. Deshalb ist es wichtig, zunächst die IT zu professionalisieren, die "Liefertreue" zu maximieren und den erreichten Standard auch zu demonstrieren. Wenn die IT ihren Erfolg messen und davon berichten will, sollte sie jedoch die Kriterien beziehungsweise die Sprache des Business nutzen. Sonst wird sie nicht oder falsch verstanden.

Gleichzeitig sollte der CIO aber auch mal die Zügel locker lassen - wenn es darum geht, das Business für IT-Projekte in die Pflicht zu nehmen oder Mitarbeiter aus den Fachbereichen in die IT zu integrieren.

4. Gegenseitiger Respekt Indem sie sich aufeinander einlassen, profitieren sowohl die IT als auch das Business. Reibungsverluste lassen sich durch ein strukturiertes IT-Demand-Management vermeiden. Damit ist das Business an der Macht, aber auch in der Pflicht. Und die IT kann sich auf die Ausführung konzentrieren.

Um die guten Beziehungen zu erhalten oder zu verbessern, empfiehlt es sich, eine "Beziehungsfunktion" zu institutionalisieren. Die wird mit der Zeit immer effektiver werden: Je erfahrener die damit betrauten Mitarbeiter, desto besser die Integration.

Und noch einmal: Der CIO darf die IT-Potenziale in den Fachbereichen nicht außer Acht lassen. Auf der anderen Seite sollten sich die Business-Leute die Gelegenheit nicht entgehen lassen, technisches Wissen aufzubauen und ihre Sichtweise in die IT hineinzutragen.

5. Sicherheit und Datenschutz Die IT-Sicherheit wird immer mehr zur Informationssicherheit. Im Einklang damit verselbständigt sich die Funktion des Chief Information Security Officer (CISO). Er wird mittelfristig nicht mehr der IT-Abteilung angehören.

Damit fällt es dem Business künftig schwer, Sicherheits- und Datenschutzbelange in die IT abzuschieben. Oder um es positiv auszudrücken: Es stärkt das Gefühl der Fachbereiche und des Managements, in diese Themen einbezogen zu sein.

6. Sourcing-Partner IT-Outsourcing ist nur dann sinnvoll, wenn die nachgefragte Leistung selbst nicht oder nur mit höherem Aufwand erbracht werden kann. In vielen Fällen müsste das erforderliche Knowhow erst mühsam erworben werden. Insofern bedeutet Outsourcing auch eine Art Talentsuche.

Damit die Leistung aber auch tatsächlich erbracht wird, müssen IT und Business gemeinsam Service-Level-Agreements (SLAs) erarbeiten und mit den Geschäftsanforderungen in Einklang bringen. Das ist arbeitsintensiv, führt aber zu deutlich mehr Zufriedenheit.

*Der Autor ist Redakteur der deutschen Computerwoche.

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