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03.02.2013 Wolfgang Franz

Die Rückkehr des verlorenen Datenschatzes

Während Unternehmen im letzten Jahr ihr Heil in der raschen Auslagerung von Daten gesucht haben, heißt das Motto heute: Inhouse und eine langfristige Strategie in Sachen Datenverwertung. Johannes Dobretsberger über Oracles aktuellen "Data Center Index".

Johannes Dobretsberger, Director Systems Marketing Eastern Europe/CIS bei Oracle..

Johannes Dobretsberger, Director Systems Marketing Eastern Europe/CIS bei Oracle.

© Wolfgang Franz

Bereits zu dritten Mal hat Oracle europaweit knapp 1.000 IT-Manager von Großunternehmen befragt und die Ergebnisse in die Studie "Oracle Next Generation Data Center Index Cycle III" einfließen lassen. Enttäuschend: Österreichs Firmen sind – wie schon in den vorangegangenen Ausgaben – nicht unter den Umfrageteilnehmern, dafür lassen sich Rückschlüsse aus deutschen und eidgenössischen Antworten ziehen.

Laut Johannes Dobretsberger, Director Systems Marketing Eastern Europe/CIS bei Oracle, soll der Index einerseits zeigen, wie innovativ Rechenzentren aufgestellt sind. Hier werden vor allem die Bereiche Nachhaltigkeit, Flexibilität und Unterstützung der Geschäftsziele auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet. Andererseits offenbart die Umfrage, welche Trends sich in den heiligen IT-Hallen abzeichnen.

Die heurige Ausgabe dokumentiert eine signifikante Wende: "Während die Flut von strukturierten und unstrukturierten Daten die Unternehmen im letzten Jahr bewogen hat, an externe Dienstleister auszulagern, gehen die Daten nun wieder zurück ins eigene Data Center", bringt es Dobretsberger im Gespräch mit der COMPUTERWELT auf den Punkt. "Es gilt nun, die Daten zu verwerten, um einen Wettbewerbsvorteil zu generieren. Vor allem Finanzdienstleister, die über einen sehr großen Datenschatz verfügen, haben dieses Potenzial bereits erkannt." Mit anderen Worten: Statt kurzfristiger Auslagerung geht es jetzt darum, eine langfristige Big Data-Strategie zu etablieren.  

Das Umdenken hat auch Auswirkungen auf Pläne in Sachen Rechenzentrum-Neubau in den kommenden 12 Monaten. Die Prozentzahl jener Unternehmen, die der Datenflut rasch mit neuem Equipment Herr werden wollen, ist von 22 auf 26 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist der Anteil jener Firmen, die kein neues Data Center im Visier haben, von 17 Prozent (2011) auf acht (2012) bzw. sieben Prozent (aktuelle Zahlen) gefallen.

Die Oracle-Studie nennt Konsolidierung als die derzeit größte Baustelle im Rechenzentrumsbereich. Als weitere Herausforderungen werden die Begrenztheit und das Alter der im Einsatz befindlichen Technologien genannt. Der vierte Punkt auf der Agenda, das mit Data Center-Investitionen verbunden ist, betrifft die Notwendigkeit, das geschäftliche Wachstum zu unterstützen. Überhaupt zeigte sich in dem aktuellen Oracle-Report deutlich, welche Vorteile die Ausrichtung der IT an Business-Zielen für ein Unternehmen hat – beziehungsweise welche Probleme auftauchen, wenn man verabsäumt der IT eine geschäftskritische Position zu verleihen.  

Eine weitere Auffälligkeit des DC-Indexes betrifft die Performance der Unternehmen in der Eurozone. Außer Irland haben hier alle Länder schlechter abgeschnitten als Nationen mit eigener Währung – vor allem die iberische Halbinsel ist in Sachen Rechenzentrum-Innovation deutlich zurückgefallen. Übrigens: Gegenüber dem Vorjahr gleichgeblieben ist die Vorreiterrolle der DCH-Region in Sachen Sustainability. Was sich Johannes Dobretsberger für die nächste Ausgabe des Oracle Data Center-Indexes wünscht? "Dass Österreich diesmal dabei ist."

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