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09.10.2009 Rudolf Felser

IKT als "grünes" Vorbild

Die EU hat die europäische IKT-Branche aufgerufen, bis 2011 Schritte auszuarbeiten, um ihre Energieeffizienz bis 2015 um 20 Prozent zu steigern.

Die Kommission hat heute die europäische Branche der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) dazu aufgerufen, bis 2011 konkrete Schritte auszuarbeiten, um ihre Energieeffizienz bis 2015 um 20 Prozent zu steigern. Allein auf IKT-Ausrüstungen und -Dienstleistungen entfallen laut den Angaben ca. acht Prozent des Stromverbrauchs in der EU, wodurch etwa zwei Prozent der Kohlen­dioxidemissionen verursacht werden. Eine intelligente Nutzung der IKT könnte jedoch dazu beitragen, den Stromverbrauch in energieintensiven Bereichen (z. B. Gebäude, Verkehr und Logistik) zu verringern und die Gesamtmenge an Kohlendioxidemissionen bis 2020 um 15 Prozent zu senken. Nach den Empfehlungen der Kommission sollte der IKT-Sektor bis 2011 ehrgeizige Energieeffizienzziele beschließen. Zudem werden die EU-Staaten aufgefordert, bis Ende 2010 gemeinsame Spezifikationen für intelligente Messeinrichtungen zu vereinbaren.

Die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding erklärte: "Eine bessere Nutzung innovativer IKT-Lösungen wird Europa dabei helfen, sein Ziel einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu erreichen. Der IKT-Sektor kann den Weg zu nachhaltigerem und umweltverträglicherem Wachstum aufzeigen und in Europa die Schaffung von Arbeitsplätzen im Umweltbereich ankurbeln. Wir müssen die Chance nutzen, den Weg für energieeffiziente Technologien zu bereiten, nicht nur, weil so die CO2-Emissionen am besten dauerhaft reduziert werden können, sondern auch, weil das Umweltpotenzial dieser Technologien den europäischen IKT-Unternehmen neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen kann."

EU-EMPFEHLUNG Die Kommission hat heute eine Empfehlung verabschiedet, wonach der IKT-Sektor beim Übergang in eine energieeffiziente und kohlenstoffarme Wirtschaft beispielhaft vorangehen sollte. Die Branche wird darin aufgefordert, sich bis 2010 auf gemeinsame Methoden für die Messung von Energieverbrauch und Kohlendioxid­emissionen zu verständigen. Dies soll zu zuverlässigeren Daten führen, die es ermöglichen, bis 2011 anspruchsvolle sektorspezifische Energieeffizienz- und Emissionsziele festzulegen, mit denen die von der EU für das Jahr 2020 gesteckten Ziele nach Möglichkeit bereits 2015 übertroffen werden.

Die heute beschlossene Empfehlung der Kommission ist an die EU-Mitgliedstaaten und den IKT-Sektor gerichtet. Ihr Ziel ist die Erschließung von Energieeinsparpotenzialen durch mehr öffentlich-private Partnerschaftsinitiativen wie etwa die von der Kommission unlängst eingerichteten Partnerschaften für energieeffiziente Gebäude und umweltgerechte Kraftfahrzeuge, aber auch durch Partnerschaften zwischen der IKT-Branche und bestimmten strategischen Sektoren. Der Gebäude- und Bausektor sowie Verkehr und Logistik werden als bedeutende Wirtschaftsbereiche herausgestellt, in denen die Energieeffizienz durch den Einsatz von IKT noch erheblich gesteigert werden kann.

INTELLIGENTE MESSSYSTEME Zudem hat die Kommission die EU-Staaten aufgefordert, ihre Energieeffizienz durch Nutzung von IKT-Lösungen zu steigern. Durch intelligente Stromnetze und intelligente Messsysteme könnten die Effizienz und Steuerung der Erzeugung sowie die Verteilung und der Verbrauch von Energie verbessert werden, so die Kommission. Die EU-Mitgliedstaaten haben bis Ende 2010 Zeit, gemeinsame Spezifikationen für intelligente Messeinrichtungen zu vereinbaren, durch die die Verbraucher bessere Informationen erhalten und sie ihren Energieverbrauch besser steuern können. Beispielsweise wurde festgestellt, dass Verbraucher, die zu Hause über intelligente Verbrauchszähler verfügen, ihren Energieverbrauch um beachtliche zehn Prozent verringern können. Spätestens bis Ende 2012 soll ein Zeitrahmen für die Einführung der intelligenten Verbrauchsmessung in europäischen Haushalten festgelegt werden.

Der heute von der Kommission verabschiedete Text enthält noch weitere Beispiele für das Umweltpotenzial der IKT: Wenn nur 20 Prozent aller Geschäftsreisen durch Videokonferenzen ersetzt würden, so könnte der jährliche CO2-Ausstoß um mehr als 22 Mio. Tonnen verringert werden. Auch durch die Einführung von Breitbandnetzen für einen verstärkten Einsatz öffentlicher Online-Dienste und -Anwendungen könnte der weltweite Energieverbrauch der Kommission zufolge bis 2020 um mindestens ein bis zwei Prozent gesenkt werden.

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