Green IT muss als Deckmantel herhalten Detail - Computerwelt

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07.04.2010 apa/Christof Baumgartner

Green IT muss als Deckmantel herhalten

Nicht die Sorge um die Umwelt, sondern jene um das Budget steht im Mittelpunkt, wenn sich Firmen das Thema Green-IT auf die Fahnen heften. Kosteneinsparungen sind wichtiger als die Natur.

Ein ökologischer Effekt sei zwar wünschenswert, werde aber von den Unternehmen eher als zweitrangig angesehen. Das war der Tenor einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community, die kürzlich in Wien stattgefunden hat. »Tatsächlich ist der Hauptgrund für Green-IT-Initiativen in Unternehmen der ökonomische Zwang – also etwa eine Reduktion der Energiekosten«, erklärt Rainer Kaltenbrunner vom Beratungsunternehmen IDC. Als Treiber für das Thema sieht er einerseits die IT-Abteilungen selbst und andererseits das Senior Management. Die Marketingabteilungen würden hingegen an letzter Stelle rangieren. Klar sei, dass es nicht um Umweltschutz gehe, sondern um eine effizientere IT-Infrastruktur.

Gegenwärtig könnten fast alle großen Hersteller auf die eine oder andere Green-IT-Kampagne verweisen. »Aber ob diese Konzepte wirklich halten, was sie versprechen, und nicht nur eine grüne Marketinghülle sind, darf bezweifelt werden«, sagt Kaltenbrunner weiter. Vor der Wirtschaftskrise – als man 135 Dollar pro Fass Öl bezahlt hat – sei der Hype um Green IT bereits groß gewesen, danach deutlich abgeflacht.

KOSTEN SPAREN »Green ist heute nicht mehr eine Frage des guten Willens und nachhaltigen Wirtschaftens, sondern harter ökonomischer Anforderungen. Green heißt heute bereits Kosten sparen«, sagt auch Michael Bartz von Microsoft Österreich. Dies sei in der Zeit nach der Krise, die es von Unternehmen erfordere, mit beschränkteren Ressourcen mehr zu erreichen, umso wichtiger. Beispiele dafür gebe es zur Genüge: Durch Videokonferenzen ließen sich etwa 40 bis 60 Prozent der Kosten für reale Meetings einsparen. Zwar brauche es ein »physisches Minimum an Konferenzen«, bei Microsoft würden aber bereits 80 Prozent virtuell durchgeführt.

Warum der aktuelle Hype nicht so schnell zur Umsetzung kommt, ist für Barbara Hackner von HP Österreich klar: »Jeder Eingriff in die IT gleicht einer Operation am offenen Herzen.« Green IT-Initiativen würden jedenfalls aus wirtschaftlichen Gründen gestartet. »Wenn nur die grüne IT im Vordergrund steht, würde das nicht funktionieren.«

»Es verlangt auch niemand, dass wir nur auf die Umwelt schauen«, ergänzt Elfriede Neuhold von der Telekom Austria. Allerdings werde der Energieverbrauch im IKT-Sektor weltweit steigen, also auch der CO2-Ausstoß zunehmen.

Gerhard Zeiner von SAP Österreich stellt fest, dass »wir als Branche zu wenig auf die Vorteile von Green IT aufmerksam machen – egal ob es sich um Großunternehmen handelt oder um KMU«. Die zunehmende Zentralisierung – durch eine Optimierung der Serverlandschaft beziehungsweise Virtualisierung – komme inzwischen auch bei KMU an, so Oliver Krizek von Navax Consulting. Allerdings hätte nicht jeder das notwendige Geld für aufwendige Investitionen. KMU könnten aber schon durch kleine Maßnahmen viel erreichen.

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