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13.03.2009 Rudolf Felser

IKT für eine umweltfreundlichere EU

Der IKT wird von der Europäischen Kommission in Zeiten der Finanzkrise und des Klimawandels besondere Bedeutung beigemessen.

Der IKT wird von der Europäischen Kommission in Zeiten der Finanzkrise und des Klimawandels besondere Bedeutung beigemessen. Die Mitgliedstaaten und die Wirtschaft wurden aufgerufen, zur Verbesserung der Energieeffizienz verstärkt Informations- und Kommunikationstechnologien einzusetzen.

Mit ihrer Hilfe könnten die gesamten Kohlendioxidemissionen in Europa bis 2020 um bis zu 15 Prozent gesenkt werden, ist die Kommission überzeugt. IKT könnten nicht nur die Überwachung und Steuerung des Energieverbrauchs in Fabriken, Büros und öffentlichen Räumen verbessern, sondern würden vor allem auch helfen, die Menschen für ihren Energieverbrauch zu sensibilisieren. So wäre beispielsweise festgestellt worden, dass Verbraucher, die zuhause über intelligente Verbrauchszähler verfügen, ihren Energieverbrauch um beachtliche zehn Prozent verringern.

EUROPAS GRÖSSTE HERAUSFORDERUNGEN "Das Streben nach einem energieeffizienten und kohlenstoffarmen Wachstum wird Europa auch bei der Bewältigung seiner größten Herausforderungen helfen: des Klimawandels, der Energiesicherheit und der Wirtschaftskrise", erklärte die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. "Die IKT bieten ein enormes unausgeschöpftes Potenzial für Energieeinsparungen in der gesamten Volkswirtschaft. Ich persönlich würde der IKT-Branche empfehlen, mit gutem Beispiel voranzugehen und der übrigen Wirtschaft den Weg zu weisen, indem sie ihre eigenen Kohlenstoffemissionen schon bis 2015 um 20 Prozent reduziert. Wie die Reaktionen der europäischen IKT-Unternehmen auf die laufenden Bemühungen der Kommission zeigen, ist Europa beim IKT-Einsatz für eine umweltfreundlichere Wirtschaft schon sehr weit vorangekommen."

Wenn es gelingen soll, die EU-Klimaschutzziele bis 2020 zu erreichen, müssen Technologien, die es Menschen und Unternehmen ermöglichen, ihren Lebens- und Geschäftsalltag energieeffizienter zu machen, auf breiter Front eingesetzt werden. Die IKT sind heute in fast allen Teilen der europäischen Wirtschaft fest eingebettet. Die IKT-Branche selbst verursacht zwei Prozent der Kohlendioxidemissionen in Europa: 1,75 Prozent durch den Einsatz von IKT-Produkten und -Diensten sowie 0,25 Prozent durch deren Herstellung. Der IKT-Sektor sollte sich zwar selbst ehrgeizige Ziele für die Verbesserung seiner eigenen Energie- und Kohlenstoffbilanz setzen, die größten Energieeffizienzgewinne wird er aber ermöglichen, wenn die IKT überall in der gesamten Wirtschaft zum Einsatz kommen. Durch die IKT-Nutzung in allen anderen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft können die verbleibenden 98 Prozent der europäischen Kohlendioxidemissionen verringert werden.

Beispielswiese könnten IKT-gestützte Systeme in der EU den Energieverbrauch von Gebäuden um bis zu 17 Prozent und die Kohlendioxidemissionen in der Verkehrslogistik um bis zu 27 Prozent senken, rechnet die Europäische Kommission vor.

INFORMATIONEN ÜBER VERBRAUCH Dank intelligenter Verbrauchsmessung können den Verbrauchern umfassende Informationen über ihren Energieverbrauch und dessen Kosten gegeben werden. Wie die in mehreren Mitgliedstaaten durchgeführten Feldversuche belegen würden, könne der Energieverbrauch durch Einsatz intelligenter Verbrauchszähler um bis zu zehn Prozent gesenkt werden, so die EU. Intelligente Verbrauchszähler liefern genauere Informationen über die Verbrauchernachfrage, mit deren Hilfe die Stromversorger wiederum ihre eigenen Netze besser steuern können, um eine unnötige Produktion sowie Verluste zu vermeiden und dadurch die Kohlendioxidemissionen zu verringern.

Die Kommission will nun konkrete Maßnahmen ausarbeiten, die den Weg dafür ebnen sollen, dass die IKT überall in Wirtschaft und Gesellschaft messbar und nachprüfbar zu Energieeffizienzsteigerungen und Emissionssenkungen beitragen können. Außerdem will sie die IKT-Branche aufrufen, auf diesem Weg mit gutem Beispiel voranzugehen, indem sie sich selbst konkrete Ziele setzt, um energieeffizienter zu werden. In einem kollektiven Prozess solle sie sich dazu auf einen gemeinsamen Ansatz für die Messung der Gesamtenergieeffizienz und die vergleichende Bewertung der erreichten Fortschritte verständigen, wünscht sich die EU.

GEMEINSAME GRUNDLAGEN Darüber hinaus kündigte die Kommission eine neue öffentliche Konsultation an, mit der gemeinsame Grundlagen für Energieeffizienzverpflichtungen und die Beurteilung der Ergebnisse geschaffen werden sollen. Denn nur wenn genau festgelegt wird, wer was bis zu welchem Termin tun soll, besteht eine echte Chance, die Ziele auch zu erreichen. Sobald diese Konsultation ausgewertet ist, will die Kommission in der zweiten Jahreshälfte 2009 eine Empfehlung mit konkreteren Maßnahmen vorlegen.

Weiters will sie zur Bildung von Arbeitspartnerschaften zwischen dem IKT-Sektor und anderen großen Energieverbrauchern aufrufen, damit die Gesamtenergieeffizienz mit Hilfe energieeffizienter IKT-Werkzeuge beispielsweise für Heizung, Belüftung, Beleuchtung und Entwurf weiter verbessert werden kann.

Über die intelligente Verbrauchsmessung wird zwar derzeit schon im Rahmen des dritten Energiebinnenmarktpakets gesprochen, dennoch wird die Kommission die Mitgliedstaaten aufrufen, EU-weite Mindestspezifikationen für die Funktionsmerkmale intelligenter Messeinrichtungen zu vereinbaren, damit insbesondere die Verbraucher in die Lage versetzt werden, ihren Energiebedarf wirksam zu steuern.

Ferner wird sie die Mitgliedstaaten und deren zentrale, regionale und lokale Behörden aufrufen, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Nachfrage nach innovativen IKT-gestützten Lösungen durch Beschaffungsmaßnahmen, Innovationsprogramme, Pilotprojekte und den Austausch bewährter Verfahren zu steigern. In Zusammenarbeit mit dem Ausschuss der Regionen arbeitet die Kommission bereits an der Erstellung eines praktischen Leitfadens für regionale und lokale Behörden für die Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz durch einen innovativen IKT-Einsatz. (rnf/pi)

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