Nokia, Samsung und Philips sind am grünsten Detail - Computerwelt

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31.03.2009 Rudolf Felser

Nokia, Samsung und Philips sind am grünsten

Hewlett-Packard, Lenovo und Dell schneiden beim Umwelt-Ranking von Greenpeace heuer deutlich schlechter ab als noch beim letzten Mal.

Heute hat die Umweltorganisation Greenpeace die elfte Ausgabe ihres Ratgebers "Grüne Elektronik" veröffentlicht: Hewlett-Packard, Lenovo und Dell schneiden bei diesem Umwelt-Ranking deutlich schlechter ab als noch beim letzten Mal. Diese drei PC-Hersteller zogen nämlich ihre Zusage, Polyvinylchlorid (PVC) und bromierte Flammschutzmittel (BFR) bis Ende 2009 aus ihren Produkten zu verbannen, wieder zurück.

Von den führenden PC-Erzeugern halten nur Apple und Acer an ihrer Zusage fest, die Verwendung dieser Umweltgifte einzustellen. Apple wollte ebenfalls sämtliche Produkte bis Ende 2008 von PVC sowie BFR befreien und konnte dieses Vorhaben bis auf eine Ausnahme auch umsetzen: Die Zertifizierung von PVC-freien Kabeln wurde bislang noch nicht abgeschlossen. "Wenn es Apple gelingt, auf diese Chemikalien zu verzichten, dann sollten auch die anderen führenden PC-Hersteller dazu in der Lage sein", meint Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin von Greenpeace. "Bis Jahresende müsste jedes dieser Unternehmen zumindest eine Produktlinie anbieten können, in der keine die Gesundheit gefährdenden Chemikalien mehr zum Einsatz kommen", ermuntert Sprinz die Anbieter.

Dell etwa produziert einen Desktop-PC, ein Notebook und mehrere Bildschirm-Modelle mit reduziertem Anteil an PVC und BFR. Und einige dieser Bildschirme kommen ganz ohne die beiden Schadstoffe aus. Auch Lenovo hat zwei PVC- und BFR-freie Produkte im Angebot. Nur Hewlett-Packard hat es bisher noch nicht geschafft, ein PVC- und BFR-freies Produkt auf den Markt zu bringen. Den größten Sprung im Ranking schaffte jedoch Philips - und zwar von Platz 15 auf den guten Vierten. Dieser Hersteller hat dem Druck von Greenpeace nachgegeben und seinen Umgang mit Elektronikschrott deutlich verbessert. So wird Philipps nun die finanzielle Verantwortung für das Recycling seines Elektronikschrotts übernehmen, muss allerdings erst ein adäquates System dafür implementieren.

Während alle Hersteller bei der Vermeidung gefährlicher Chemikalien schlechter abschnitten als beim letzten Mal, konnten sie ihre Umweltkompetenz bei den Energiekriterien steigern. Und tatsächlich nimmt die IT-Branche beim Thema Klimaschutz eine Schlüsselposition ein: Mit Energie sparender Hardware könnte der durch dieses Geschäftsfeld verursachte Ausstoß von Treibhausgasen um gut fünfzehn Prozent gesenkt werden. Samsung folgt dem Beispiel von Philips und bekennt sich öffentlich zum Klimaschutz sowie zum Ziel, die CO2-Emissionen relevant senken zu wollen. Auch Dell und Nokia verpflichten sich selbst zu einer deutlichen Reduktion ihrer Klima schädigenden Emissionen. Mehrere Hersteller setzen inzwischen auch stärker auf erneuerbare Energien. Nokia zum Beispiel deckt bereits ein Viertel seines Strombedarfs mit Energien aus nachhaltigen Quellen.

"Im Dezember werden politische Entscheidungsträger aus aller Welt in Kopenhagen zusammenkommen, um ein Nachfolge-Abkommen zum Kyoto-Protokoll und damit einher gehende, weltweite Maßnahmen gegen den Klimawandel zu vereinbaren", ruft Niklas Schinerl, Klimaexperte von Greenpeace, in Erinnerung. "Und deshalb sind tatsächlich engagierte Wegbereiter in Sachen Klimaschutz gefragter als je zuvor." (pi/rnf)

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