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19.03.2013 Wolfgang Franz/pi

Stulz CyberBlue: Rechenzentrumskühlung ohne chemische Kältemittel

Stulz reduziert Treibhauspotenzial und CO2-Footprint von Rechenzentren.

In dem bahnbrechenden Kälteerzeugungsverfahren stecken laut Hersteller insgesamt zehn Jahre Entwicklungsarbeit.

In dem bahnbrechenden Kälteerzeugungsverfahren stecken laut Hersteller insgesamt zehn Jahre Entwicklungsarbeit.

© Sulz

In dem Kälteerzeugungsverfahren stecken laut Hersteller insgesamt zehn Jahre Entwicklungsarbeit eines deutschen Forschungsteams. In einer Technologiepartnerschaft mit dem Hamburger Klimatechnik-Spezialisten Stulz konnte die neue Technik nun in gemeinsamer Entwicklungsarbeit auf die speziellen Bedürfnisse der Rechenzentrumsklimatisierung angepasst und zur Serienreife geführt werden.

Chemische Kältemittel stehen aufgrund ihrer schlechten Umweltverträglichkeit bereits seit Längerem in der Kritik. Eine weltweit einzigartige Technologie macht den Einsatz von Umwelt belastenden Kältemedien bei der Kühlung von Rechenzentren jetzt überflüssig. Grundlage der neuen Technik ist die Direktverdampfung von Wasser mittels eines magnetgelagerten Turboverdichters aus hochfestem Material. Im Unterschied zu offenen Klimatisierungssystemen auf Basis von Wasserverdunstung bildet Stulz CyberBlue den für die Kälteerzeugung zuständigen Carnot-Kreisprozess vollständig in einem geschlossenen Kältekreislauf ab. Durch die Turboverdichtung im Unterdruckverfahren müssen keine chemischen Kältemittel mehr im Kältekreislauf eingesetzt werden. Damit entfallen auch potenzielle Gefährdungen für Umwelt und Gesundheit, die durch den Umgang mit solchen Arbeitsstoffen entstehen können.

In dem neuen Kälteerzeugungsverfahren stecken insgesamt 10 Jahre Entwicklungsarbeit eines deutschen Forschungsteams. In einer Technologiepartnerschaft mit dem Hamburger Klimatechnik-Spezialisten Stulz konnte das Verfahren nun in enger Kooperation auf die speziellen Bedürfnisse der Rechenzentrumsklimatisierung angepasst und zur Serienreife geführt werden. Geräte der Stulz CyberBlue-Serie sollen künftig über die neue Technologie verfügen und eine Kälteleistung von je 45 kW liefern.

Neben dem Verzicht auf chemische Kältemittel bietet Stulz CyberBlue im Rechenzentrumsbetrieb eine ganze Reihe weiterer Vorteile. So wird beispielsweise die Gefahr von Leckagen technisch minimiert, da der Kälteerzeugungsprozess in einem Rohrleitungssystem mit Grob-Vakuum stattfindet. Auch in puncto Energieverbrauch setzt CyberBlue neue Maßstäbe: Das Verfahren macht sich die exzellenten Wärmeträgereigenschaften von Wasser gezielt zunutze und erreicht so thermodynamische Wirkungsgrade, die deutlich über der Energieeffizienz herkömmlicher Lösungen liegen. Darüber hinaus weist das neue CyberBlue-System durch konsequente Reduktion der Kältekomponenten insgesamt sehr geringe Übertragungsverluste auf, denn es werden keine zusätzlichen Pumpen und Ventile benötigt. Die Kälteleistung wird direkt über teillastgeregelte Verdichterräder gesteuert. Jede Anlage verfügt dabei über drei modulare Kälteerzeuger. Um den Energieverbrauch zu optimieren, schalten sich diese je nach benötigter Klimatisierungsleistung einzeln zu. Auch eine Freikühlfunktion ist standardmäßig im CyberBlue-System integriert.
 
Vorteil: Durch das Funktions- und Konstruktionsprinzip sind hierzu keine zusätzlichen Bauteile notwendig. Aktuell befinden sich mehrere CyberBlue-Präzisionsklimasysteme im Live-Einsatz zweier namhafter Rechenzentrumsdienstleister. Die Verfügbarkeit der neuen Geräte wird nach Abschluss der Testphase bekannt gegeben.

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