Wie wirken sich Technologietrends auf Versicherer aus? Wie wirken sich Technologietrends auf Versicherer aus? - Computerwelt

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13.10.2014 pi/Rudolf Felser

Wie wirken sich Technologietrends auf Versicherer aus?

Eine von SAP gesponserte Studie der EIU beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Technologietrends wie Big Data oder In-Memory auf die Versicherungsbranche.

Traditionelle Versicherer stehen im Wettbewerb mit Nicht-Versicherungsunternehmen und müssen sich durchsetzen - mittels neuer Technologien.

Traditionelle Versicherer stehen im Wettbewerb mit Nicht-Versicherungsunternehmen und müssen sich durchsetzen - mittels neuer Technologien.

© alphaspirit - Fotolia.com

Traditionelle Versicherer spüren den zunehmenden Wettbewerb durch Nicht-Versicherungsunternehmen wie E-Commerce-Anbieter und Banken. Grund hierfür: Diese bieten Versicherungsleistungen, die oft stärker auf den Kunden ausgerichtet sind. Das zeigt eine Studie der Economist Intelligence Unit (EIU), die von SAP gesponsert wurde. Die Studie "The Way Forward: Insurance in the Age of Customer Intimacy and The Internet of Things" hat untersucht, wie sich Technologietrends auf die Versicherungsbranche auswirken.

Versicherer hinken anderen Branchen hinterher, die sich bereits stärker auf ihre Kunden ausgerichtet haben und ihnen Serviceleistungen wie mobile Anwendungen oder Online-Support rund um die Uhr bieten, so die Studie. Dies erleichtert es Nicht-Versicherern, Kundenanteile zu gewinnen. So erwarten 32 Prozent der Studienteilnehmer den schärfsten Wettbewerb innerhalb der nächsten zehn Jahre durch E-Commerce-Anbieter wie Google und Amazon. Knapp dahinter (31 Prozent) folgen Banken, die zwar langsam, aber zunehmen in das Versicherungsgeschäft einsteigen, sowie große Handelsunternehmen mit elf Prozent. Im Rahmen der Studie wurden weltweit 338 C-Level-Entscheider von Lebens-, Schadens- und Unfallversicherungen befragt.

"Traditionelle Versicherer müssen sich stärker auf die Kunden ausrichten, um im Wettbewerb mit Nicht-Versicherungsunternehmen bestehen zu können", kommentiert Gilda Stahl, Senior Editor, The Economist Intelligence Unit. "Unsere Studie zeigt aber, dass Versicherer bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen haben."

WERKZEUG BIG DATA

Versicherungsunternehmen besitzen sehr viele Informationen über ihre Kunden, waren aber bisher kaum in der Lage, Erkenntnisse aus diesen Daten zu gewinnen. Fortschritte in der Analyse großer Datenmengen (Big Data) bieten Versicherern neue Möglichkeiten, Daten systematisch und methodisch zu nutzen. Die Datenschutzbedenken der Kunden sind laut den Studienautoren heute weniger vorherrschend, vor allem wenn Versicherer aufklären, dass Kundendaten nur anonymisiert genutzt werden. Insgesamt bestätigen 86 Prozent der Befragten, dass sie Big Data- und Analysesoftware heute effektiver nutzen. Die Ergebnisse im Detail:

  • 82 Prozent beziehen mehr Daten aus externen Quellen
  • 80 Prozent setzen verstärkt auf vorausschauende Analysen (Predictive Analytics)
  • 76 Prozent sind in der Lage, mehr Mitarbeitern Datenanalysemöglichkeiten zur Verfügung zu stellen
  • 75 Prozent nutzen Daten, um ihre Preisgestaltung zu verbessern
  • 51 Prozent sehen den größten Vorteil von Datenanalyse in der Kundenansprache


Als Beispiel nennt die Studie die Principal Financial Group, spezialisiert auf das Management von Vermögens-, Renten- und Versicherungsleistungen. Das Unternehmen nutzt die Bestimmung von Wahrscheinlichkeiten (Predictive Modeling), um die Risikoübernahme von variablen und Universal-Life-Leistungen (VUL) zu automatisieren. Dank der Wahrscheinlichkeitsanalyse reduzierte sich dieser Prozess von ehemals mehreren Wochen auf 48 Stunden. Die Principal Financial Group schätzt, dass sie bis zu 40 Prozent der Risikoübernahme automatisieren kann, ohne dass Mitarbeiter nachjustieren müssen.

M2M und IOT
Die zunehmende Relevanz von Datenanalyse führt zu innovativen Anwendungen und Einsatzszenarien, darunter in den Bereichen M2M, Telematik, vernetzte Endgeräte und dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Versicherer haben der Studie zufolge bereits erste Schritte unternommen, um Sicherheits- und Datenschutzerfordernissen in diesem Bereich zu begegnen. Darüber hinaus nutzen sie die generierten Daten zunehmend, um ihre Risikoübernahme zu erweitern und ihre Loss-Control-Services bei gewerblichen Versicherungen zu verbessern.

"Versicherer nutzen bereits M2M-Daten aus vernetzten Autos (Connected Cars) um sicheren Autofahrern Rabatte zu gewähren. Ähnliches gilt für Versicherungsnehmer, die eine Gebäudesteuerung (Home Automation Systems) nutzen", erklärt Ross Wainwright, Global Head of Financial Services bei der SAP SE. "Die neuen Technologien und der Zugang zu Informationen eröffnen aber weitere Möglichkeiten für Versicherer, um in einer zunehmend vernetzten Welt wettbewerbsfähig zu bleiben."

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