FH Technikum Wien: Erstes Smart Grids Lehrlabor Österreichs FH Technikum Wien: Erstes Smart Grids Lehrlabor Österreichs - Computerwelt

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19.02.2016 pi/Rudolf Felser

FH Technikum Wien: Erstes Smart Grids Lehrlabor Österreichs

In der ENERGYbase der FH Technikum Wien eröffnete am 18. Februar 2016 das erste österreichische Smart-Grids-Lehrlabor, das Smart Hybrid Energy Lab.

ENERGYbase der FH Technikum Wien

ENERGYbase der FH Technikum Wien

© FH Technikum Wien - APA-Fotoservice - Rastegar

"Nach zweijähriger Bauzeit ist es uns gelungen, das erste Ausbildungslabor für intelligente Stromnetze (Smart Grids) zu eröffnen", sagt Hubert Fechner, Institutsleiter Erneuerbare Urbane Energiesysteme an der FH Technikum Wien, stolz. "Das Labor bildet ein elektrisches Ortsnetz nach, das alle relevanten Teilnehmer des Smart Grid wie etwa eine Photovoltaikanlage, Elektroautos, Speicher, Verbraucher und Ausgleichslasten darstellt und miteinander verbindet. Das Smart Hybrid Energy Lab wurde für Ingenieure und Interessierte entworfen, die ihr Wissen über intelligente Stromnetze maßgeschneidert erweitern und vertiefen wollen. Für mich ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Smart-Grids-Technologien kommen so in den Unternehmen an und sind nicht nur Teil der Forschungsabteilungen", erklärt Fechner.

Vier Haushalte ausgestattet mit Smart Meter und einer Photovoltaikanlage sind die Grundpfeiler des Lehrlabors an der FH Technikum Wien. Im elektrischen Ortsnetz des Labors kommen noch ein stellbarer Ortsnetztransformator, Speicher und eine Ladestation von Elektroautos hinzu. Ergänzt wird dies mit einem Datennetz, das die einzelnen Komponenten miteinander vernetzt. Der Aufbau des Labs wurde maßgeblich von der Stadt Wien, MA 23, im Rahmen der Fachhochschul-Förderung finanziell unterstützt.

"Diese einzigartige Infrastruktur kann über eine zentrale elektronische Leitstelle gesteuert und vermessen werden. Die Steuerung kann über eine lokale Station oder auch über das Internet erfolgen", erklärt Karl Knöbl, Leiter des Smart Hybrid Energy Lab. "Im Smart Grid wird das Stromnetz von einer Einbahnstraße zu einer Straße mit Gegenverkehr – Strom kann erstmals von und zum Konsumenten fließen. Was passiert im lokalen Stromnetz, wenn Strom aus der hauseigenen Photovoltaikanlage zur Verfügung steht, der Verbrauch im Haushalt jedoch gering ist oder auch steigt? In unserem Lehrlabor können wir diese Situationen simulieren, die Strom- und Datenflüsse messen und visualisieren sowie Lösungen aufzeigen", so Knöbl.

AUSBILDUNGSANGEBOT FÜR UNTERNEHMEN

Das Smart Hybrid Energy Lab bietet ab sofort maßgeschneiderte Ausbildungsangebote für Mitarbeiter aus Energieversorgungs-, Industrie- und Gewerbeunternehmen an. Das Kursangebot besteht aber auch für Interessierte, die sich zu den Möglichkeiten und Herausforderungen intelligenter Stromnetze speziell für die Stromebene des Haushalts weiterbilden möchten. "Die Teilnehmer können im Labor konkrete Anwendungsfälle studieren. Das reicht von der neuen Rolle
des Konsumenten im Stromnetz, der nun auch Strom produziert, bis zur automatischen Steuerung sowie dem Handling mit dem Kommunikations- und Datennetz", erklärt der Laborleiter Knöbl. "Je nach Bedarf können wir das Ausbildungsangebot anpassen."

Österreich befindet sich in der Entwicklung von Smart-Grids-Technologien in einer Vorreiterrolle. Diese werden in Modellregionen erforscht und im Testbetrieb erprobt. Die großen österreichischen Projekte werden zu den so genannten Smart-Grids-Pionier- und Modellregionen in Salzburg, Oberösterreich, Vorarlberg, Steiermark und Wien zusammengefasst. (pi/rnf)

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