Industrie 4.0 braucht neue Schnittstellen Industrie 4.0 braucht neue Schnittstellen - Computerwelt

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04.08.2016 Oliver Weiss

Industrie 4.0 braucht neue Schnittstellen

Die größte Hürde auf dem Weg zu einer intelligenteren Produktionssteuerung im Sinne von Industrie 4.0 ist die Verknüpfung der verschiedenen Datenquellen.

Die heterogenen und nur mit Mühe interpretierbaren Rohdaten, die verschiedene Quellen und Sensoren im Produktionsumfeld liefern, stellen eine echte Hürde für Industrie 4.0 dar.

Die heterogenen und nur mit Mühe interpretierbaren Rohdaten, die verschiedene Quellen und Sensoren im Produktionsumfeld liefern, stellen eine echte Hürde für Industrie 4.0 dar.

© Fotolia / NicoElNino

Industrie 4.0 steht für die vierte industrielle Revolution. Der Schritt zur direkten Verzahnung von Produktionsprozessen mit IT- und Internet-gestützter Kommunikationstechnik könnte ein harter Bruch sein, der etablierte Strukturen stürzt und womöglich obsolet werden lässt. Auch ist die Daten-Aufbereitung ein essenzieller Baustein. Welche Konsequenzen hat die aktuelle Entwicklung? Eine Studie des Lehrstuhls für ABWL und Wirtschaftsinformatik 1 der Universität Stuttgart fragt im Auftrag des TDWI Germany e.V. nach den Zukunftsaussichten heutiger Ansätze für Business Intelligence und Analytics (BIA) in der Welt des Internets der Dinge und der intelligent kooperierenden cyber-physischen Systeme.

BIA übernimmt Schlüsselrolle in der vernetzten Produktion 

Die Autoren der Studie, Henning Baars und Hans-Georg Kemper, greifen für ihren Blick in die Zukunft der Business Intelligence auf zwei methodische Ansätze zurück: Sie analysieren die aktuelle Fachliteratur zum Thema Industrie 4.0 und führen Fallstudien durch, die unterschiedlichen Industrie-4.0-Ansätzen in Unternehmen auf den Grund gehen. 

Das Ergebnis: Für BIA-Anwender bedeutet der Aufbau hochgradig vernetzter, selbstorganisierender Fertigungssysteme keineswegs eine disruptive Abkehr von bereits aufgebauten Business Intelligence-Architekturen. "BIA stellt auch in der Fabrik der Zukunft Kernverfahren zur systematischen Analyse von Produktionsdaten bereit und übernimmt deshalb auf mehreren Ebenen eine Schlüsselrolle", interpretiert Henning Baars das Ergebnis der Studie. 

BIA-gestützte Fertigung: Mehr Evolution als Revolution  

Die Autoren des Dokuments sehen BIA im Industrie-4.0-Kosmos als Fundament für die Datenlogistik, als Impulsgeber für neue analytische Anwendungen, als Enabler prozessübergreifender Analysen und sogar als Bestandteil der Produkte der Unternehmen etwa für Predictive-Maintenance-Dienste oder unternehmensübergreifendes Benchmarking. BIA erlaubt es, über die Produktionsperspektive hinaus auch geschäftsorientierte Perspektiven im Kern der zunehmend intelligenteren Produktionssteuerung zu verankern. 

Damit BIA-Anwendungen diesen Beitrag leisten können, müssen sie sich allerdings auch weiterentwickeln: Eine echte Hürde für eine intelligente Auswertung stellen derzeit beispielsweise noch die heterogenen und nur mit Mühe interpretierbaren Rohdaten dar, die verschiedene Quellen und Sensoren im Produktionsumfeld liefern. Für BIA-Systeme bedeutet dies, dass ihre Entwickler und Anwender an den logischen Schnittstellen arbeiten müssen, mit denen sich Business Intelligence in der Fabrik der Zukunft verankert. 

"Darüber hinaus illustrieren die Ergebnisse, wie das Potential von einem rein produktorientierten Ansatz, der eine zuverlässigere und flexiblere Produktionssteuerung ermöglicht, über einen hauptsächlich produktorientierten Ansatz, der eine prozess- und lebenszyklusweite Identifikation von Problemursachen ermöglicht, hin zu einem geschäftsorientierten Ansatz zunehmend steigt. Die breite, unternehmensübergreifende Perspektive im letzten Fall ist die Grundlage für die Erschließung neuer Geschäftsbereiche, wobei BIA eine Schlüsselrolle einnimmt", unterstreicht Hans Georg Kemper. 

Interessierte können die Studie kostenfrei beim TDWI Germany e.V. bestellen: http://www.tdwi.eu/tdwi-germany-ev/content-des-tdwi-ev/

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