Wie das Internet der Dinge unser Leben verändern wird Wie das Internet der Dinge unser Leben verändern wird - Computerwelt

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05.10.2016 Wolfgang Franz/pi

Wie das Internet der Dinge unser Leben verändern wird

Vertreter aus Wirtschaft, Politik, der Zivilgesellschaft und der technischen Community diskutierten am 3. Oktober im Rahmen des Internet Governance Forum Austria 2016 (IGF Austria) über die Auswirkungen des Internet of Things auf unsere Zukunft.

Beim Internet Governance Forum Austria 2016 wurde das Thema Internet of Things aus vielerlei relevanten Blickrichtungen beleuchtet.

Beim Internet Governance Forum Austria 2016 wurde das Thema Internet of Things aus vielerlei relevanten Blickrichtungen beleuchtet.

© ISPA/APA/Hörmandinger

Das IGF Austria versteht sich als offene Diskussionsplattform zu allen relevanten Fragen im Zusammenhang mit der Verwaltung, weiteren Entwicklung des Internets und der Digitalisierung. Das diesjährige Thema war Internet of Things (IoT), das in Keynotes, hochkarätig besetzten Workshops und einer ebensolchen Diskussionsrunde ausführlich behandelt wurde. Als Outcome der Veranstaltung steht die Forderung nach Standardisierung, die Erarbeitung von Spielregeln für alle IoT-Akteure, ausgewogene und nachhaltige Privacy- und Security-Regelungen sowie eine verbesserte digitale Aufklärung der Nutzerinnen und Nutzer.

Beim Internet Governance Forum Austria 2016 wurde das Thema Internet of Things aus vielerlei relevanten Blickrichtungen beleuchtet und über Chancen und Herausforderungen diskutiert. Als Vertreter des Gastgebers sprach der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Herwig Höllinger, in seiner Begrüßung darüber, dass die WKO es als eine ihrer zentralen Aufgaben ansieht, den Einsatz von IKT entsprechend den Bedürfnissen ihrer Mitglieder, der Nutzer und der Anbieter zu fördern und das Bewusstsein für den Einsatz moderner Technologien im Geschäftsleben zu stärken.

"Mit dem Internet der Dinge entwickeln sich viele neue Möglichkeiten, gleichzeitig aber auch neue Risiken, etwa im Bereich der Cybersicherheit. Ein zeitgemäßer Schutz und moderne Strukturen gegen Angriffe im Internet sind daher unabdingbar", meinte Muna Duzdar, Staatssekretärin für Diversität, Öffentlichen Dienst und Digitalisierung, in ihren Eröffnungsworten. Dabei führte die Staatssekretärin aus, dass der digitale Wandel kein wirtschaftliches Phänomen alleine darstelle, sondern dies ein höchst politisches sei. Die Politik müsse mitgestalten, denn der Wandel wirke sich ebenso auf den Arbeitsmarkt aus.

Nach den beiden Reden hielt Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA, eine kurze Rückschau, bevor er zur ersten Keynote überleitete: "Vor knapp drei Jahren war es die Initiative von Dr. Traimer und des Bundeskanzleramtes, das IGF als offene Diskussionsplattform auch nach Österreich zu holen. Die ISPA ebenso wie nic.at und rund 30 weitere Stakeholder agieren seither gerne sowohl inhaltlich als auch organisatorisch im Rahmen dieser wichtigen Initiative."
 
Die Welt wird zu Software und Daten

Stefan Hupe von IoT Austria gab in der ersten Keynote des Tages einen Überblick über die Möglichkeiten, die sich mit dem Einsatz des Internets der Dinge ergeben. "Die Welt wird zu Software und Daten", fasste Hupe die aktuelle Entwicklung zusammen. Als Beispiel nannte er den Bankensektor: Immer weniger Filialen, Bankgeschäfte werden online abgewickelt. Entscheidend wird künftig sein, wer den Zugang zu Technologie, Daten und Infrastruktur hat. Hupe weiter: "Werden wir der Komplexität Herr?" Eine berechtigte Frage, wenn man davon ausgeht, dass im Jahr 2020 voraussichtlich etwa 215 Milliarden Geräte vernetzt sein werden.
 
Von Big Data zu Smart Data
In der zweiten Keynote des Tages ging Wilfried Sihn, Geschäftsführer der Frauenhofer Austria Research GmbH, auf die Verschmelzung industrieller Produktion mit der Industrie 4.0 und ihre Auswirkungen auf die Arbeit ein. Dabei stellte Sihn die zentrale Frage, wie durch die Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien in physische Produkte und Prozesse ein kundenindividueller Mehrwert generiert werden kann. Als Schlüssel dafür sieht er die Nutzung von Daten – die Transformation von Big Data zu Smart Data. Für ihn zeichnen sich künftige IoT-Mitarbeiter durch hohe Flexibilität, IT-Kompetenz und den Willen zur Fortbildung aus.
 
Experten-Diskussionen in Workshops
In drei Workshops wurde anschließen über Fragen des Netzwerkdesigns und der Cybersicherheit, über die Vernetzung der Arbeitsbereiche und der eigenen vier Wände sowie über die IoT-Vernetzung aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten diskutiert. Getragen und organisiert wurden die Workshops u.a. von der WKÖ, der ISPA, der Digital Society, dem VAT, der AK Wien, dem BMASK und dem BMVIT. Bei der späteren Präsentation der Ergebnisse kristallisierten sich einige Kernaussagen und Forderungen heraus: Die Standardisierung im IoT-Bereich soll durch die Stärkung der Awareness und der Kooperation mit Herstellern gefördert werden. Ebenso soll der verstärkte Einsatz von IT-Sicherheitsbeauftragten und eine bessere Bildung in diesem Bereich dazu beitragen, Gefahren besser abschätzen zu können. Die Ausarbeitung von rechtlichen Rahmenbedingungen für mehr Rechtssicherheit wurde ebenso als wesentlicher Faktor gesehen wie die verbesserte Datennutzung für mehr Qualität in der Serviceleistung.
 
Die Regulierung des Internet of Things
Im Anschluss an die Workshops gab Thomas Schneider, Vorsitzender des Governmental Advisory Committee (GAC), ICANN und Vertreter des Schweizer Bundesamtes für Kommunikation, einen tiefen Einblick in die mögliche Regulierung von IoT. Als Beispiel dafür führte er ICANN an, die schon seit Jahren als Multi-Steakholder-Plattform in ähnlicher Weise agiert. Aus seiner Sicht stellt die neu geschaffene Komplexität durch IoT die traditionellen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Mechanismen in Frage. Daher wird der Wunsch nach Regulierung seitens der Wirtschaft, der Konsumentinnen und Konsumenten und der Politik größer. Vor allem die Bereiche Sicherheit, Standards, Datenschutz oder Haftungsfragen müssen in die Diskussion über Regulierungsmechanismen einbezogen werden.
 
Als Vorreiter in Sachen vernetzter Technologie sieht sich die TTTech Computertechnik AG mit Sitz in Wien. Georg Kopetz als Member of the Executive Board, gab in der dritten Keynote einen umfassenden Einblick in Forschung und Entwicklungen seines Unternehmens auf dem Gebiet der vernetzten Sicherheitssteuerung. Die Produkte und Services des Unternehmens kommen in verschiedenen Bereichen wie in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt-, Energie- oder der Bahn-Branche zum Einsatz.
 
Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Experten
In der breit angelegten Diskussionsrunde zum Thema "Herausforderungen von IoT" wurden Themenstellungen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet. Moderiert wurde die Diskussion von Philipe Reinisch, Vizepräsident von IoT Austria. Für Günter Obiltschnig, Geschäftsführer von Applied Informatics, besteht eine der großen Herausforderungen im IoT-Bereich in der Anwendung von Open Source Lösungen. Aus seiner Sicht werde derzeit immer weniger proprietäre Software eingesetzt. Ziel müsse sein, dass diese Softwarelösungen qualitativ gleich sind oder herkömmliche sogar übertreffen. Dabei sei in Zukunft der Fokus auf die Standardisierung zu legen. Ähnlich sah dies Roland Sommer, Geschäftsführer der Plattform "Industrie 4.0 Österreich".

Rolf-Dieter Kargl vom Research Institut forderte aus juristischer Sicht geeignete Rahmenbedingen, die neue Möglichkeiten schaffen, aber nichts von vornherein verhindern sollten. Der Vertreter von Cyber Security Austria, Herbert Dirnberger, brachte es im Rahmen der Diskussion über IoT-Sicherheit auf den Punkt: "Wir müssen Security von Anfang an mitdenken." Dabei sah er das Sicherheitsthema als wichtigen Vorteil gegenüber Mitbewerbern. Markus Deutsch, Geschäftsführer des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation der WKO, erkannte im Zuge der Digitalisierungsdebatte zwei Positionen: jene der Bewahrer und jene der Gestalter. Aufgabe der Branche wird aus seiner Sicht sein, die Graustufen beider Positionen auszuleuchten, Herausforderungen zu begegnen und ein "sowohl als auch" zu ermöglichen. Auf die Frage nach den Fähigkeiten, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einer sich verändernden Welt einbringen werden müssen, skizzierte Julia Bock-Schappelwein vom Wirtschaftsforschungsinstitut, dass künftig mehr Fachwissen gefragt sein werde. Aber auch die Unterscheidbarkeit zu anderen Teilnehmern am Arbeitsmarkt, die Fähigkeiten zur Kommunikation und Filterung von Informationen sowie sprachliche und soziale Kompetenzen werden aus ihrer Sicht an Bedeutung gewinnen.


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