IDC-Studie: Smart Cities in Österreich IDC-Studie: Smart Cities in Österreich - Computerwelt

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17.11.2016 Wolfgang Franz/pi

IDC-Studie: Smart Cities in Österreich

IDC hat erstmals auch in Österreich eine umfangreiche Studie zum Thema Smart Cities durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen klar, dass Wien, Salzburg und Graz zu den Vorreitern gehören. Auf Anbieter-Seite sind es Siemens, IBM, Cisco, A1 und Kapsch jene Provider, auf die in Zusammenhang mit Smart City-Lösungen am öftesten zurückgegriffen wird.

Investitionen in Bürgerbeteiligungstechnologien nehmen zu und verflechten Innovation mit gesellschaftlichem Nutzen.

Investitionen in Bürgerbeteiligungstechnologien nehmen zu und verflechten Innovation mit gesellschaftlichem Nutzen.

© Fotolia

Die von IDC Österreich durchgeführte Erhebung gliedert sich in vier Module und umfasst neben Marktkennzahlen und einer umfangreichen Anbieteranalyse auch ein Benchmarking aller 26 österreichischen Städte mit mehr als 20.000 Einwohner, eine Befragung relevanter Repräsentanten öffentlicher Organisationen sowie die Top 10 Vorhersagen für den Smart Cities-Markt.

Smart City-Benchmark

Österreichische Städte haben ein sehr hohes Bewusstsein für die Themen Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Lebensqualität und setzen Maßnahmen gezielt um. Neue Technologien, z.B. rund um Smart Homes/Buildings, Smart Meter, das Internet der Dinge, mobile Apps, Elektromobilität, etc., werden dort wo sinnvoll getestet, demonstriert und sind teilweise schon im Regelbetrieb im Einsatz. Das Zusammenspiel Mensch und Technologie sowie der Nutzen neuer Technologien für die Bevölkerung stehen dabei im Vordergrund.

Die Studie untersucht demographische und wirtschaftliche Eigenschaften einer Stadt sowie die Verbreitung des Zugangs zu Informations- und Kommunikationstechnologien. Dabei werden fünf Dimensionen charakterisiert, in denen Städte Initiativen und Maßnahmen zur Entwicklung zu einer Smart City realisieren: Smart Government, Smart Mobility, Smart Energy & Environment, Smart Services und Smart Buildings. Die Städte werden in die Kategorien "Vorreiter", "Herausforderer", "Handelnde" und "Follower" segmentiert.

Zu den "Vorreitern" österreichischer Smart Cities zählen die Städte Graz, Salzburg und Wien. Dies sind auch jene Städte, die sich in Österreich explizit mit dem Smart City-Thema auseinandergesetzt haben, u.a. mit der Ausarbeitung eigener Smart City-Strategien. Der Großteil österreichischer Städte fällt in die Kategorie der "Handelnden", engagiert sich durchaus in den untersuchten Feldern des Smart City-Modells, geht das Thema aktiv an, entwickelt gezielte Smart City-Maßnahmen und setzt diese um. Sie stechen aber nicht über alle Dimensionen hinweg durch eine konsequente und proaktive Umsetzung von Aktivitäten hervor.

Empfehlungen für Städte und Gemeinden gehen dahin, eine Smart City-Vision zu erstellen und dabei die Themen Lebensqualität, Ressourceneffizienz und Technologien integriert zu betrachten, einen Handlungsplan zu entwickeln, Zusammenarbeit zu fördern und der Informations- und vor allem der Kommunikationstechnologie die richtige Aufmerksamkeit zu schenken. IT-Lösungsanbieter können von der hohen Bedeutung des Themas profitieren und die Optimierungspotentiale der Städte nutzen. Durch die Partizipation an Pilotprojekten können Partnerschaften über Branchengrenzen hinweg aufgebaut werden. Für Lösungsanbieter ist es unerlässlich die Herausforderungen und Ziele von Städten genau zu verstehen und sich als Smart City-Anbieter zu positionieren.

Marktkennzahlen und Anbieter
Vertreter des öffentlichen Sektors arbeiten derzeit bevorzugt mit folgenden Top 5 Anbietern von Smart City-Lösungen zusammen: Siemens, IBM, Cisco, A1 Telekom und Kapsch. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Online-Befragung (N=124) und von Experten-Interviews. Die Top Anbieter werden in der Studie einer genauen SWOT-Analyse unterzogen, der Markt insgesamt nach Technologien und Branchen abgeschätzt.

Status Quo von Smart City Strategien in Österreich

Eine detaillierte Umfrage unter Verantwortlichen des öffentlichen Sektors hat ergeben, dass für den Großteil der österreichischen Organisationen des öffentlichen Sektors (61 Prozent) Smart City-Initiativen bereits Realität sind: Projekte wurden bzw. werden derzeit umgesetzt. Weitere 16% planen mit Smart City-Projekten in den nächsten ein bis zwei Jahren zu beginnen. Keine diesbezüglichen Ambitionen haben 22 Prozent der Befragten.

Smart City-Initiativen sind Themen für den Großteil der öffentlichen Behörden, werden aktiv und vorausschauend geplant und sind meist Teil einer ganzheitlichen Vision und Planungsstrategie. Die Definition von Strategien bzw. die Einbindung des Themas in bestehende Fachstrategien erweist sich aber auch für viele als große Herausforderung, die organisationsweit und in Kooperation verschiedener Abteilungen (Fachabteilungen und IT) erfolgen sollte.

Zu den größten Herausforderungen für den öffentlichen Sektor gehört es außerdem den richtigen Partner für die Implementierung von Smart City-Projekten zu finden. Auch die Finanzierung der Projekte stellt viele Organisation vor wesentliche Hürden. Ebenso wird die Einbindung der Bevölkerung in Smart City-Initiativen von ca. ein Drittel der Befragten als Herausforderung angesehen.

Top 10 Smart City-Prognosen
Die Vorhersagen für den österreichischen Smart City-Markt enthalten folgende Prognosen, auf die in der Studie genauer eingegangen wird:

  • Stärkere Entwicklung nationaler Richtlinien und Programme zur Finanzierung von Smart City-Initiativen
  • Investitionen in Bürgerbeteiligungstechnologien nehmen zu und verflechten Innovation mit gesellschaftlichem Nutzen
  • Notfallsituationen verstärken Kollaborationen zwischen der öffentlichen Sicherheit und Nachhaltigkeitsprogrammen führen zu IT-Investitionen in vorausschauende, proaktive urbane Analysen
  • Organisationsübergreifende eServices bringen ein rasantes Wachstum kollaborativer Tätigkeiten
  • Städte verwenden zunehmend Cloud-Services für das Datenmanagement, um Datenvolumen kosteneffizient zu verwalten und verteilte Betriebszentren zu unterstützen
  • Der Großteil der Städte verfügt über keine Strategie zur Informations-Architektur für Cloud, Analysen oder connected devices und begrenzt somit die eigenen Fähigkeiten, neue Technologien zu nutzen    
  • Zur Verbesserung von Services werden verstärkt von der Bevölkerung generierte Daten genutzt    
  • Städte entwickeln zunehmend organisationsweite Datenstrategien unter Berücksichtigung des Datenschutzes, da sie den Wert von Informationen erkennen und daran arbeiten Datensilos niederzubrechen
  • Die Koordination der zunehmenden digitalen Services erfordert eine Neudefinition der Rolle der IT in der Organisation
  • Das Internet der Dinge bietet neue Chancen, um Städte effizient zu verwalten    

    

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