Fortschritte bei Rechenzentren in Europa Fortschritte bei Rechenzentren in Europa - Computerwelt

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08.03.2012 :: Printausgabe 05/2012 :: Rudolf Felser

Fortschritte bei Rechenzentren in Europa

Mit seinem ersten "Next Generation Data Center Index" wollte Oracle herausfinden, auf welchem Stand europäische Datacenter sind. Nun wurden die Ergebnisse der Folgestudie veröffentlicht, die sich der Entwicklung in den Rechenzentren gewidmet hat.

Oracle hat kürzlich seinen zweiten »Next Generation Data Center Index« veröffentlicht. »Im ersten Index-Research vom Mai 2011 ging es darum, mit unseren Kunden in Europa zu sprechen und herauszufinden, inwiefern ihr Datacenter den Standards entspricht. In der nun vorliegenden zweiten Stufe wollten wir herausfinden, wie der aktuelle Status ist«, erklärt Johannes Dobretsberger, Director Systems Marketing Eastern Europe & CIS bei Oracle, gegenüber der COMPUTERWELT. Insgesamt stieg der Index mit einer Skala von eins bis zehn (wobei zehn das fortschrittlichste Datacenter nach Einschätzung der Analysten von Quocirca bedeuten würde) von 5,22 im Mai 2011 auf 5,58 im Jänner 2012. Auch die betrachteten Subkategorien, wie Nachhaltigkeit, die Fähigkeit, das Kerngeschäft zu unterstützen und Flexibilität stiegen in allen zehn untersuchten Ländern in der Region EMEA an.

Lag die Region Deutschland/Schweiz (Österreich wurde nicht untersucht) im ersten Index vergangenes Jahr noch an erster Stelle, so haben sich dieses Mal die skandinavischen Länder mit einem Index von 6,51 vor Deutschland gesetzt und sich im Vergleich zur ersten Untersuchung um 9,4 Prozent gesteigert. Nach dem zweitplatzierten Deutschland/Schweiz folgen Benelux, UK, Frankreich, die Länder des Nahen Ostens und der iberischen Halbinsel und Italien. Das Schlusslicht bilden Irland und Russland, die beide in der ersten Studie nicht berücksichtigt waren. Neben dem guten Index für Skandinavien wurde der stärkste Fortschritt in den Ländern des Nahen Ostens gemessen. Sie haben sich vom Ende der Skala in die Mitte bewegt.

38 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen geben an, innerhalb der nächsten zwei Jahre ein neues Rechenzentrum zu benötigen (27 Prozent bei der ersten Studie). Nur acht Prozent aller EMEA-weit Befragten gaben an, in absehbarer Zeit kein neues Rechenzentrum zu benötigen (17 Prozent bei der ersten Studie).

THEMA ENERGIEVERBRAUCH Mehr als ein Drittel (36 Prozent) gab zu, nicht zu wissen, wie viel Energie ihr Rechenzentrum verbraucht. Zehn Prozent meinten sogar, dass der Energieverbrauch für ihr Rechenzentrum nicht extra ausgewiesen wird. Dobretsberger dazu: »IT-Manager stehen immer stärker auch mit dem Facilitymanagement im Unternehmen in Verbindung. Der IT-Manager hat früher nie die Energierechnung bekommen. Diese Wahrnehmung hat er jetzt stärker, er sieht den Energieverbrauch seines Datacenters.«

Nur zwölf Prozent aller Befragten konnten auf über 70 Prozent Hardware-Virtualisierung verweisen. 38 Prozent haben dagegen auf weniger als 30 Prozent aller Server virtuelle Systeme laufen. Der Anteil der Befragten, die zeitgemäße Analyse-Tools und historische Daten für die Planung nutzen, ist immerhin von 39 auf 50 Prozent gestiegen. Fast 39 Prozent geben aber zu, zukünftige Auslastungen eher zu vermuten, als zu planen. »Die Wahrnehmung der IT-Verantwortlichen, dass Big Data ein wichtiges Thema und auch für den gesamten Geschäftsbereich eine wichtige Sache ist, hat eine positive Entwicklung genommen. Das wird Chefsache, auch der Vorstand kommt nicht darum herum. Daten sind das Rohmaterial des 21. Jahrhunderts«, ist Johannes Dobretsberger überzeugt.

Für die Studie wurden 949 IT-Verantwortliche in Unternehmen mit Umsätzen zwischen hundert Millionen und einer Milliarde Dollar befragt. Die Studie umfasste auch Unternehmen, die nicht Oracle-Kunden sind, und wurde von dem Marktforschungsinstitut Quocirca im Auftrag von Oracle durchgeführt.

»Österreich hat gute Ansätze, mit seinen Datacentern umzugehen. Man muss sich dabei auch die verschiedenen Industrien ansehen. Aber es besteht Luft zur Verbesserung. Die nordischen Länder können zeigen, wie man davon wegkommt das IT-Budget größtenteils für erhaltende Maßnahmen auszugeben«, so Dobretsberger abschließend.

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