Data Center Automatisierung: So finden Sie das richtige RZ-Tool Detail - Computerwelt

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24.11.2011 Sascha Schroer*

Data Center Automatisierung: So finden Sie das richtige RZ-Tool

Automatisierungs-Tools helfen, Rechenzentren effizient zu managen. Wir zeigen, was bei der Auswahl zu beachten ist.

Moderne Rechenzentren stellen IT-Verantwortliche vor große Herausforderungen: Einerseits müssen sie extrem belastbare und hochverfügbare Systeme bereitstellen. Andererseits sollen die Prozesse so flexibel sein, dass sie sich schnell an veränderte Geschäftsanforderungen anpassen lassen. Die derzeit favorisierte Lösung liegt hier im Einsatz von virtualisierten Systemen. Damit können Unternehmen viele Aktualisierungen bereits im laufenden Betrieb vornehmen. Doch sobald Anzahl und Komplexität der zu verwaltenden Einheiten steigen, werden Abläufe nach einiger Zeit nur noch unzureichend dokumentiert und sind daher schlecht nachvollziehbar. Die gespeicherten Informationen zum Betrieb der Infrastruktur befinden sich häufig nicht mehr auf dem aktuellen Stand und sind zunehmend auf verschiedene Orte verteilt. Dadurch wird das manuelle Management äußerst fehleranfällig. Zudem fehlt der Überblick über den aktuellen Status der Serviceprozesse und die Systemressourcen lassen sich nicht optimal nutzen.

Mit Hilfe eines umfassenden Managementsystems können Administratoren die virtuellen Maschinen zentral und übersichtlich verwalten. Auf diese Weise wird die Last automatisch intelligent verteilt, sodass die Gesamtkapazität des Data Center reduziert werden kann. Dabei werden auch virtuelle Maschinen über physische Systemgrenzen hinweg verschoben. Erforderlich sind dazu eine einheitliche Bedienoberfläche für virtuelle und physische Systeme, die automatische Bereitstellung kompletter IT-Services und eine selbstständige Anpassung der Klimatisierung. Zudem müssen Automatisierungslösungen die im Unternehmen vorhandenen Technologien so kombinieren und ansteuern, dass sie sich auf die Geschäftsanforderungen des Unternehmens abstimmen lassen und trotzdem in einem vielschichtigen Rechenzentrumsumfeld praxistauglich sind.

WARUM RZ-AUTOMATISIERUNG? In einem typischen Rechenzentrum verursachen Konfigurations- und Änderungsprozesse über 60 Prozent der Betriebskosten. Entsprechend lohnt es sich, wichtige IT-Prozesse in der physischen und virtuellen Infrastruktur des Rechenzentrums zu konsolidieren und zu automatisieren. Dies reduziert die Fehleranfälligkeit, vereinfacht die Servicekonfiguration und erhöht die IT-Verfügbarkeit. So kann das Unternehmen deutlich flexibler auf neue Geschäftsanforderungen reagieren und Services schneller bereitstellen. Außerdem wird dadurch mehr Zeit für strategische Projekte wie den Aufbau eines eigenen Cloud-Computing-Angebots geschaffen.

Die Möglichkeit, IT-Prozesse systematisch zu überwachen und zu optimieren, sowie die transparente Verwaltung heterogener Systemlandschaften, helfen auch bei der Priorisierung der Kapazitäten. Gleichzeitig können Unternehmen die Kosten für das Rechenzentrum nutzungsabhängig zuweisen. Außerdem fördert eine optimale Auslastung den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen durch geringeren Hardware-Bedarf sowie die Energieeffizienz bei Stromverbrauch und Klimatisierung.

EINSATZBEREICHE VON AUTOMATISIERUNGS-TOOLS Die automatische und toolgestützte Ausführung von Betriebsabläufen kommt überall dort zum Einsatz, wo entweder der Betrieb der IT-Infrastruktur komplex ist oder häufig wiederkehrende Aufgaben zu erledigen sind. Dazu gehören zum Beispiel die regelmäßige Behebung bekannter Probleme sowie routinemäßige Prüfungen von Umgebungen, etwa bei der allmorgendlichen Funktionskontrolle. Die manuelle Abarbeitung ist hier nicht nur fehleranfällig, sondern auch zeitaufwändig und kostenintensiv.

Aber auch seltene Ereignisse wie ein kontrolliertes Herunterfahren und Neustarten von Systemen im Katastrophenfall, zu Testzwecken oder bei Stromabschaltungen lassen sich gut automatisieren. IT-Administratoren können so schnell reagieren, ohne lange nach einer selten verwendeten Dokumentation suchen zu müssen. Auch IT-Mitarbeiter im Bereitschaftsdienst, die sonst nicht die erforderliche Autorisierung oder Qualifizierung besitzen, können diese selbstständig durchführen. Gleiches gilt für das Servicedesk, hier lassen sich ebenfalls viele Abläufe automatisieren, wenn diese in einer Wissensdatenbank für bekannte Fehlerfälle hinterlegt sind. Dies erhöht die Service-Qualität und beschleunigt die Behebung von Störungen.

Eine weitere Herausforderung stellt die schnelle Bereitstellung von Systemen und Diensten dar. Sollen diese bereichs- oder datenbankübergreifend verfügbar sein, dauert dies unter Umständen mehrere Wochen. So betrifft die Inbetriebnahme eines Servers in der Regel die Bereiche Netzwerk, Firewall, Betriebssystem- und Applikationsbetreuung sowie Speicherverwaltung. An den Schnittstellen kommt es oft zu Brüchen, so dass hier der Auftrag nicht genau definiert ist. Eine bereichsübergreifende Prozess-Automatisierung löst das Problem.

Einschlägige RZ-Tools werden hauptsächlich zur Abbildung von Prozessen und Arbeitsschritten genutzt, so dass diese automatisiert mit hoher Qualität und Geschwindigkeit durchgeführt werden. Dies geschieht entweder halbautomatisch, mit dem manuellen Start eines definierten Ablaufs, oder vollautomatisch. Die Prozesse werden dann von Fremdsystemen gestartet.

VORBEREITUNG DES TOOL-EINSATZES Im Administrationsalltag ist die erste Stufe der Automatisierung in der Regel die Entwicklung von Skripten. Doch bei manuellen Einzelaktionen gibt es meist keine zentrale Ablage, sie sind selten system- und praktisch nie abteilungsübergreifend. Zudem werden sie kaum protokolliert und dokumentiert oder mit einer Rechtestruktur versehen. Um dieses Vorgehen zu strukturieren, sollten Unternehmen sämtliche Abläufe im Rechenzentrum übersichtlich darstellen, inklusive Dokumentation und geeignetem Rechtekonzept. Anschließend sind mit Hilfe eines effizienten Automatisierungstools regelmäßige Prozesse sowie seltene Aufgaben abzubilden. An dieser Stelle lassen sich auch vollständige Betriebshandbücher direkt im Tool integrieren. Wichtig ist dabei, dass die Prozesse im Vorfeld der Implementierung in einer Automatisierungslösung sauber aufgenommen und gegebenenfalls optimiert sowie dokumentiert werden. Erst diese Vorarbeit erlaubt eine qualitativ hochwertige Umsetzung in einem Tool.

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