Wie Standard-Server das RZ erobern: Die Top 5 Trends bei x86-Servern Detail - Computerwelt

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23.11.2011 Klaus Hauptfleisch*

Wie Standard-Server das RZ erobern: Die Top 5 Trends bei x86-Servern

Multicore-CPUs, Storage-Techniken und spezialisierte Software sorgen dafür, dass x86- und IA64-Server weiter ins Data Center vordringen.

Der Vormarsch der x86-Server in den Rechenzentren setzt sich fort, wenn auch mit verminderter Geschwindigkeit. Ist ihr Umsatzanteil zwischen 2008 und 2010 in Westeuropa von 50 auf 66 Prozent steil in die Höhe gegangen, rechnet IDC -Analyst Giorgio Nebuloni für den Zeitraum 2011 bis 2015 nur noch mit einem Anstieg von 68 auf 71 Prozent. Dessen ungeachtet sind im Bereich der Standard-Server weiterhin Leistungssprünge zu erwarten, die eines Tages klassische Midrange- und Unix-Server und teilweise sogar Mainframes überflüssig machen könnten.

„Von den Stückzahlen her sind diese Legacy-Systeme zu vernachlässigen“, erläutert Nebuloni. „Da reden wir von einigen Tausend im Vergleich zu 100.000 auf der x86-Seite.“ Ob jungen Unternehmen oder sogenannten Green-Field-Projekten in Sachen geschäftskritischer Anwendungen zu einem Unix-System oder einem leistungsstarken x86er zu raten sei, ist für ihn wie für seinen Gartner-Kollegen Andrew Butler aber nicht zuletzt auch eine „Skill- und eine Geldfrage“. Denn im Gegensatz zu der großen Zahl von Linux-Fachleuten in Deutschland seien Unix-Experten heute deutlich schwerer zu finden.

TREND 1: BLADE-SERVER WACHSEN WEITER Während Butler, HP-Manager Björn Paulewicz und andere Herstellervertreter das Blade-Wachstum weiter als ungebremst ansehen, beobachtet Nebuloni seit neun Monaten auch hier ein Abflachen der in den vergangenen fünf Jahren steilen Wachstumskurve. Zum Teil erklärt sich das für ihn damit, dass im Bereich High-Performance Computing oder im Web-Umfeld zunehmend Hyperscale-Server wie die iDataPlex-Maschinen von IBM oder Geräte der Proliant-SL-Serie von HP eingesetzt werden, da sie effizienter sind und eine noch höhere Leistungsdichte versprechen. Außerdem seien die I/O-Komponenten in den Hyperscale-Servern nicht gebündelt, sondern arbeiteten jeweils unabhängig voneinander.

Ein anderer Faktor, der aus Sicht Nebulonis das Blade-Wachstum verlangsamt, ist die zunehmende Virtualisierung. Wie eine vor sechs Monaten organisierte Umfrage zeige, werden Blades deutlich häufiger als Tower- oder Rack-Systeme virtualisiert. Tatsächlich habe die Studie ergeben, dass 50 bis 60 Prozent der installierten Basis von Blades beim nächsten Refresh in drei Jahren durch Virtualisierung konsolidiert werden sollen. „Als Klebstoff sind Blades super für die Anbieter, wenn es darum geht, größere Volumenverträge für Infrastrukturprojekte an Land zu ziehen“, so der Analyst. „Denn so können sie nicht nur ihre Server verkaufen, sondern auch Netzwerklösungen, Services und Software.“

Mit Blades in die Wolke HP-Manager Paulewicz sieht das in einem anderen Licht. Seiner Meinung nach werden Blades unter anderem deshalb auch verstärkt für geschäftskritische Anwendungen eingesetzt, weil sie sich „ideal für Virtualisierung eignen, die oftmals das Fundament für Cloud Computing ist“. Zumal fragten die Unternehmen vermehrt nach Komplettsystemen. Technische Details interessierten sie nicht mehr an erster Stelle: „Vielmehr wollen sie neue Anwendungen und Dienstleistungen schnell und unkompliziert in ihre bestehende IT-Infrastruktur einbinden. Im Cloud Computing spiegelt sich dieser Trend wieder.“

Als weiteren Trend sieht er die Netzwerkkonsolidierung. Dank neuer Industriestandards und Spezifikationen wie Data Center Bridging werde künftig im Multi-Hop-Verfahren der ungesplittete Transport von LAN- und SAN-Daten über mehrere Netzwerkknoten ermöglicht, wodurch Unternehmen weniger Komponenten benötigen. HP werde diese neuen offenen Standards mit der nächsten Generation der ProLiant-Server und der Virtualisierungstechnologie VirtualConnect FlexFabric bereits unterstützen.

TREND 2: STORAGE-ANBINDUNG TREIBT DIE SERVER-LEISTUNG „Die x86/IA64-Entwicklung ist historisch vor allem durch Stabilität und wenig Überraschungen geprägt“, sagt Christian Behma, Consultant Enterprise Solutions bei Comparex. „Daher erwarten wir auch für die nächsten fünf Jahre eine konstante Entwicklung hinsichtlich der Gesamtleistung, der Prozessoren, der Anzahl der Prozessorkerne, der Threads sowie der Speicherkapazitäten und des Stromverbrauchs.“ Die Server würden in all diesen Aspekten schneller und leistungsfähiger. Jörg Dehnen, System x-Produktmanager bei IBM Deutschland, betont, dass Leistungssteigerungen maßgeblich, aber nicht gänzlich vom Portfolio der CPU-Hersteller Intel und AMD abhingen. Denn entscheidend für die Gesamtleistung seien auch weitere Entwicklungen bezüglich Speicher und Speicheradressierung, I/O und Datenübertragungsraten. Im Bereich Fibre Channel gehe der Trend von 8 Gigabit zu 16 Gb, im RAM-Bereich zeichne sich der Wechsel von 1.333 zu 1.600 MHz ab. „Abgerundet wird dies durch Innovationen der Serverhersteller, beispielsweise von IBM mit MAX5-Speichererweiterungen und den damit verbundenen Leistungs- und Kapazitätssteigerungen“, so der Manager.

RAM statt Festplatte? Uwe Romppel, Chef der Product Development Group Server bei Fujitsu Technology Solutions, sieht in der direkteren Speicheranbindung an die CPU einen wesentlichen Faktor für neue Leistungssprünge im Serverbereich. Neue Technologien wie Load-Reduced- oder kurz LR-DIMMs ermöglichten es, dass sich die RAM-Menge mindestens verdoppeln lasse. Durch Non-Volatile-Speicher schließe sich zunehmend die Lücke zwischen Haupt- und Disk-Speicherlatenz. Das fange an bei SSDs mit SAS-Interface und reiche bis hin zu entsprechenden PCI-Express-Lösungen und Hauptspeicherergänzungen, wodurch Storage immer näher an die CPU rücke. Romppel: „Braucht man am Ende noch Festplatten, wenn der Hauptspeicher so groß wird wie heutige Platten und dabei non-volatil ist?“

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